Freunde und Kameraden trauern um Rupert B.

Münchner Feuerwehrler (31) stürzt 500 Meter tief in den Tod

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Die Lenzspitze in der Schweiz (l.): Hier stürzte Rupert B. 500 Meter in die Tiefe

München - Bei einer Bergtour mit Freunden stürzt der erfahrene Kletterer Rupert B. 500 Meter in die Tiefe und damit in den Tod. Seine Kollegen von der Münchner Berufsfeuerwehr können den Verlust noch immer nicht begreifen.

Es ist Mittwochmorgen kurz nach 5 Uhr, als Rupert B. (31) mit zwei Freunden die Mischabelhütte nahe Saas-Fee (Schweiz) verlässt. Noch ist es dunkel in den Bergen, erst in einer Stunde geht die Sonne auf. Aber die Männer wollen los, haben viel vor: Immerhin will der Münchner Feuerwehrmann mit seinen Kameraden die Lenzspitze (Höhe 4294 Meter) erklimmen. Nach einem Fußmarsch von 30 Minuten kommt es aber dann zum Drama: Auf einer Höhe von rund 4000 Metern verliert Rupert B. plötzlich den Halt. Vor den Augen seiner Freunde stürzt er 500 Meter in die Tiefe. Er hat keine Überlebenschance!

Die Tragödie an der Lenzspitze – was war nur passiert? Tatsache ist: Der ledige Münchner, der ursprünglich aus Schleching im Chiemgau stammt, war ein echter Bergfex. Hunderte Touren hatte er schon unternommen, war in seinem Heimatort sogar bei der Bergwacht aktiv. Fakt ist aber auch: Die Bergsteiger waren laut Schweizer Polizei in Saas-Fee nicht angeseilt. Waren sie sich ihrer Sache so sicher?

In der Feuerwache 8 arbeitete Rupert B.

Bei der Münchner Berufsfeuerwehr herrscht nach dem Tod des Kollegen jedenfalls große Trauer. Seit 2009 arbeitete Rupert dort, hatte viele Freunde. „Er war ein Kollege, wie man ihn sich besser nicht wünschen kann“, erzählt Johannes Müller von der Höhenrettungsgruppe der Feuerwache 8 in Unterföhring. „Rupert war ein sehr feinsinniger, humorvoller Mensch. Wir werden ihn sehr vermissen.“ Am Arbeitsplatz des Feuerwehrlers haben seine Freunde ein Foto mit Kerze aufgestellt – zur Erinnerung. Und jeder fragt sich, wie das passieren konnte: „Rupert war ja unglaublich sportlich, ein Profi. Viele von uns hat er schon auf Touren in die Berge mitgenommen.“

Ja, die Berge, der Sport – das war die Leidenschaft des Chiemgauers. In seiner Jugend war Rupert B. unter anderem auch als ausgezeichneter Biathlet bekannt – wird 1999 wegen seiner Ergebnisse bei „Jugend trainiert für Olympia“ sogar vom Kultusstaatssekretär ausgezeichnet. Und das ist nicht alles: Er darf mehrere Jahre sogar bei Biathlon-Legende Fritz Fischer mittrainieren. Auch der stand am Freitag unter Schock: „Das ist einfach erschreckend von diesem Unglück zu hören“, so Fischer gegenüber der tz. „Rupert war ein unglaublich fleißiger und liebenswerter Mensch. Das ist ein schwerer Verlust.“ Dass der Chiemgauer später Berufsfeuerwehrler wurde, wundert Fischer nicht: „Er war einer der Menschen, die immer für andere da sein wollten. Ein Helfer, ein echt guter Mensch. Das alles ist so traurig“, bedauert er.

Derzeit versucht die Schweizer Polizei zu klären, was genau am Mittwoch auf 4000 Metern Höhe schief gelaufen ist. War Rupert ausgerutscht? Die Aussage seiner zwei Freunde könnte Licht ins Dunkel bringen. Doch Trost wird das für die Verwandten und Freunde auch keiner sein. Die Bergwacht Schleching spricht im Internet vielen aus der Seele: „Rupert, du warst einer unserer Besten.“

Armin Geier

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