Feuerwehr muss Elefantendame Tina aufrichten

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Kommt nicht auf die Beine: Elefantendame Tina braucht nach einem Sonnenbad Hilfe von der Feuerwehr.

München - Die frühlingshaften Temperaturen waren wohl zu viel für Elefantendame Tina (53): Die betagte Bewohnerin des Tierparks Hellabrunn brauchte nach einem ausgiebigen Sonnenbad Hilfe von der Feuerwehr.

Dramatische Szenen im Hellabrunner Elefantengehege: Leitkuh Tina war gestern nach dem Mittagsschlaf zu schwach zum Aufstehen. Vergeblich versuchten die Pfleger, der greisen Elefantendame auf die Beine zu helfen. Schließlich führten sie die Herde in den Stall und alarmierten die Feuerwehr. Tierärzte stabilisierten den Kreislauf der 53-jährigen Elefantenkuh mit Infusionen, Tina wurde zur Kühlung mit Wasser abgespritzt. Männer der Münchner Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn halfen ihr schließlich mit Hebekissen und einem Kran behutsam, den tonnenschweren Körper hochzuwuchten. Noch etwas wacklig folgte die hochbetagte Elefantendame ihrem Pfleger Thomas Günther in den Stall.

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Ganz überraschend kam der Schwächeanfall nicht: „Tina schwächelt altersbedingt schon seit einem Jahr“, berichtet Tierpark-Sprecherin Christiane Reiss. Obwohl sie Spezialfutter, Medikamente und Aufbaupräparate bekomme, habe sie viel Gewicht verloren. Schon Ende Februar hatte sie einmal nur noch mit Mühe aufstehen können.

Das ist zweifellos auch den anderen Kühen nicht verborgen geblieben. „Aber noch ist es so, dass sie Tina als Leitkuh akzeptieren“, berichtet Reiss. Wie die Herde sich weiter verhalten wird, könnten allerdings auch die Pfleger nicht abschätzen. Ob eine der Kühe Tina die Chefrolle streitig machen wird, „das weiß keiner so genau“.

Auch wenn der akute Schwächeanfall überwunden ist: „Ob uns das ein weiteres Mal gelingt, bleibt abzuwarten“, sagt Tierpark-Chef Andreas Knieriem. Die Sorge um Tina geht vielen in Hellabrunn an die Nieren. Denn die Elefantin, seit Jahren das älteste Säugetier im Münchner Zoo, ist länger dabei als die meisten Mitarbeiter. In den 60er-Jahren kam sie als Jungtier aus Indien nach München, hat Pfleger kommen und gehen sehen – und sehr genau gezeigt, welche sie mochte und welche nicht. Als „eine Dame, die in Weisheit und Sanftmut altert“, hat Kuratorin Beatrix Köhler sie einmal beschrieben. Nun geht eine Ära langsam, aber unaufhaltsam zu Ende.

So lange es geht, soll Tina dennoch den normalen Herdenalltag miterleben. „Wir tun alles, um ihr ein würdiges, lebenswertes Altern zu ermöglichen“, versichert Knieriem. Deshalb wird Tina, wie Reiss versichert, „auch morgen wieder ins Freigehege rauskommen“. Und auch wenn sie nicht mehr der kraftstrotzende Koloss ist, der einst die Herrschaft über die Hellabrunner Herde errang: Wenn der fast einjährige Treibauf Ludwig in seinem Übermut den Älteren wieder einmal auf die Nerven geht, wird es für ein laut trompetetes Machtwort allemal reichen.

Peter T. Schmidt

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