Aufmerksame Nachbarin

Feuerwehr rettet Bub (4) aus brennender Wohnung

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Rettung in letzter Minute: Ein Feuerwehrmann trägt das benommene Kind aus der Brandwohnung. Der Vierjährige kam mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

München - Ein vierjähriger Bub hat sein Leben der Aufmerksamkeit einer Nachbarin zu verdanken. Während das Kind alleine in der elterlichen Wohnung schlief, brach in dieser ein Brand aus. 

„Das war wirklich Rettung in letzter Minute“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr nach dem Einsatz am Freitagabend. Wenig später schon hätte das Kind erstickt sein können. Um 21.40 Uhr hatte eine Nachbarin bei den Rettungskräften Alarm geschlagen. Sie hatte einen Zimmerbrand im zweiten Stockwerk eines viergeschossigen Hauses an der Geyerstraße (Isarvorstadt) gemeldet. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, erwartete die Frau sie bereits und führte sie direkt zu der Wohnungstür.

Da niemand öffnete, brachen die Rettungskräfte die Türe auf und durchsuchten die stark verrauchten Räume. Im Kinderzimmer fanden sie den in seinem Bettchen schlafenden Buben und retteten ihn ins Freie. Dort kümmerten sich sofort Rettungssanitäter und der wenig später eintreffende hinzualarmierte Kindernotarzt um den Vierjährigen. „Der Bub hat großes Glück gehabt“, sagte der Sprecher der Feuerwehr. Die Tür zum Kinderzimmer sei recht dicht gewesen. So drang relativ wenig des lebensgefährlichen Brandrauchs zu ihm hinein. Der Bub musste wegen einer Rauchvergiftung dennoch in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Während der Brandbekämpfung – das Bett im Eltern-Schlafzimmer stand in Flammen – durchsuchte ein weiterer Trupp die Wohnung nochmals sehr intensiv, da der Bub die Retter nach seiner kleinen Schwester und den Eltern gefragt hatte. Da die Nachbarin bestätigte, dass es noch eine kleine Schwester gebe, durchsuchten die Feuerwehrler sogar die Schränke, da sich das Kind womöglich in einem versteckt haben konnte.

Doch die Kleine war zum Glück unversehrt: Während der Löscharbeiten traf der Vater mit der Eineinhalbjährigen plötzlich vor der Wohnung ein. Der Italiener hatte sich vermutlich mit dem Babyphone in der Tasche die Füße vertreten. Wiederum wenig später traf auch die Mutter ein, die offenbar anderweitig außer Haus gewesen war.

Die Ursache für das Feuer war im Laufe des Wochenendes noch nicht geklärt. Die Wohnung wurde versiegelt – die Familie musste vorerst woanders untergebracht werden. Der Sachschaden wird laut Feuerwehr auf 30 000 Euro geschätzt. Brandfahnder haben die Ermittlungen aufgenommen.

Sven Rieber

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