Kamin-Katze Tinka: Dramatische Rettung nach fünf Tagen

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Tinka wird von der Berufsfeuerwehr München aus dem Kamin befreit.

München - Kleine Katze, große Rettungsaktion: Weil "Tinka" in einen Kamin gefallen ist, musste die Münchner Feuerwehr anrücken.

Auf dem höchsten Dachfirst sitzen und sich den Pelz in der Frühlingssonne wärmen – das ist derzeit die liebste Beschäftigung der beiden Haidhauser Dachkatzen Tinka (1) und Minka (11), die bei der Münchner Schauspielerin Claudja Porpaczy (47) und deren Tochter Analea (8) im fünften Stock eines Mietshauses in der Rosenheimer Straße leben. Doch am letzten Mittwoch (30. März) kam Minka alleine wieder heim. „Wir haben Tinka viele Stunden lang gesucht, überall Zettel aufgehängt. Nichts. Es war zum Verzweifeln, und Analea hat viel geweint,“ berichtete die Mutter. Am Mittwoch – fünf Tage nach dem Verschwinden des Kätzchens – brachte Claudja Porpaczy ihre Tochter morgens zur Schule. Auf dem Rückweg wurde sie von ihrer Nachbarin angesprochen: „Hinter meiner Mauer im Badezimmer miaut was,“ sagte die Frau, die beim Spazierengehen zufällig die Tinka-Suchzettel gelesen hatte. Tatsächlich! Hinter den Kacheln hörten man Tinkas dünnes Katzenstimmchen. „Sie hat meine Stimme gehört und ab da die ganze Zeit laut geschrieen.“

Katze aus Kamin gerettet: Die Bilder

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In ihrer Not bat die Schauspielerin die Münchner Berufsfeuerwehr um Hilfe. Sehr vorsichtig – in und hinter der Wand verlaufen jede Menge Versorgungsleitungen – stemmten Alexander Purkl und Peter Hilbert geschlagene vier Stunden lang die Badezimmerwand auf, bis sie die richtige Stelle gefunden hatten. Aus dem engen Hohlraum sprang ihnen – staubbedeckt, abgemagert und ausgetrocknet, aber fidel – die kleine Tinka in die Arme. Vom Kamin auf dem Dach war das Tierchen vom sechsten in den zweiten Stock gerutscht und hatte fünf Tage lang in dem engen Hohlraum überlebt. „Ich war so glücklich, das kann ich gar nicht beschreiben“, jubelte Claudja Porpaczy. Und Analea erst, als sie von der Schule heimkam: „Tinka ist uns nicht mehr von der Seite gewichen.“

Die Haftpflichtversicherung wird den Rettungs-Schaden im Bad der Nachbarin wohl übernehmen. Und Tinka sitzt mit Minka wieder auf dem Dach – im gebührenden Abstand zum Kamin, versteht sich.

Dorita Plange

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