Mit Tränengas und Elektroschocker

Feuerwehrmann geht auf Raubzug

München - Welcher Teufel hat denn diesen Mann geritten? Ein Münchner Berufsfeuerwehrmann ist auf die schiefe Bahn geraten. Er wurde als höchst brutaler Räuber entlarvt.

Am Abend des 14. Juli meldete sich über den Notruf ein völlig verstörter Mann (32) aus der Gollierstraße, der in seiner Wohnung soeben überfallen worden war. Er hatte im Internet sein Samsung Galaxy Tab (ein Tablet-PC) verkaufen wollen und sich mit einem Interessenten getroffen. Nach (zweistündiger!) Verhandlung hatte ihn der kräftige Fremde plötzlich in den Schwitzkasten genommen, mit Tränengas besprüht und mit einem Elektroschocker bedroht.

Mehrere Wochen lang verfolgte die Polizei über Telefon und Internet die Aktivitäten des unbekannten Räubers, der immer wieder Kontakt zu Inserenten aufnahm. Wahllos meldete er sich auf Auto-, Computer- oder Elektronikanzeigen, ließ vier Besuchstermine in München und Umgebung aber platzen. Am Mittwoch jedoch schnappte die Falle zu. Um 19.30 Uhr klingelte der Täter am Wohnhaus eines Pasingers, der eine Kamera zu verkaufen hatte. „Kommen Sie herein“, sagte eine freundliche Stimme. Dass das ein Polizist war, merkte der Räuber zu spät. Er wurde noch im Treppenhaus festgenommen. In seiner Tasche fand sich ein ganzes Sammelsurium, um potenzielle Opfer komplett außer Gefecht zu setzen: eine geladene Gaswaffe, Handfesseln, ein Messer, Reizgas und Handschuhe. Über sein Motiv schweigt der Familienvater aus Moosach. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine langjährige Haftstrafe und die Entlassung aus dem Beamten-Verhältnis. Er sitzt nun in U-Haft.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa

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