Sicherheit: Was man wissen muss

Feuerwerks-Tipps vom Profi

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Der Herr der Böller: Feuerwerker Andreas ­Tügel (35) zwischen seinem üppigen ­Kracher-Sortiment

München - Welches Feuerwerk taugt für welchen Anlass? Was ist neu, was gefährlich? Was sollte man beachten? Das beantwortet der Münchner Feuerwerker Andreas Tügel.

Kawumm – jetzt geht’s wieder los. Seit Freitag gibt es Silvesterkracher zu kaufen. „Auch heuer wird beim Feuerwerk zuletzt gespart. Wir gehen davon aus, dass die Münchner 2,8 Millionen und die Bayern an die 19 Millionen Euro ausgeben“, sagt Bernd Ohlmann vom Bayerischen Handelsverband.

Andreas ­Tügel ist ausgewiesener Experte für Spezialeffekte und Großfeuerwerke

Los geht’s am Silvesterabend – krachen darf es bis zur Dämmerung am Neujahrstag. „Im Trend liegen Fontänen, Batterien und Verbundfeuerwerke“, sagt Klaus Gotzen vom Verband der pyrotechnischen Industrie. Böller oder Batterien: Welches Feuerwerk taugt für welchen Anlass? Was ist neu, was gefährlich? Das beantwortet der Münchner Feuerwerker Andreas Tügel (35) – er ist ausgewiesener Experte für Spezialeffekte und Großfeuerwerke.

Kinder- und Jugendfeuerwerk: Hummeln und Bienen gibt’s ab zwölf Jahren (Klasse 1). Sie sind das ganze Jahr über frei verkäuflich. Draußen unter Aufsicht zünden, niemals in der Hand halten! Mini-Schächtelchen kosten ab 50 Cent aufwärts.

Böller und Kanonenschläge: Das Packerl (bis zu 80 Stück) kostet zehn Euro. Auf den Boden legen, anzünden, fertig. Gibt einen ordentlichen Bumms. Tügel rät: „Auf deutsche Produkte setzen. Die sind teurer, aber auch wesentlich besser als die chinesischen.“ Nichts für Kinder!

Batterien: Der Pyro-Trend! Batterien sind Vollgas-Feuerwerk – Männer lieben sie. Eine Salve gibt bis zu 300 Schuss in 60 Sekunden ab. Vorteil: einmal zünden genügt. Preis: vier bis 50 Euro, je nach Explosivstoffmasse. Acht Meter Abstand halten!

Raketen: Der Klassiker. Gut zu wissen: „Größer ist nicht gleich besser. Oft ist nur mehr Verpackung drum“, so Tügel. Kleinere Raketen fliegen leichter, haben teilweise den gleichen Inhalt. Sets kosten 10 bis 20 Euro.

Fontänen: Schön und günstig (zwei bis acht Euro). Tipp: Schweizer Vulkane brennen 45 Sekunden und schießen fünf Meter hoch.

Bombenrohre: Machen so viel Lärm wie Batterien mit zig Schüssen. Fliegen bis zu 65 Meter hoch. Oben am Himmel zerfetzt es eine Kugel aus Sternen – richtig schön, richtig laut.

thi

Die besten Tipps vom Feuerwerker:

Böller nur im Freien zünden. Innen herrscht Brandgefahr! Die Kracher nicht zu lange in der Hand halten – Kanonenschläge explodieren oft schon nach drei Sekunden!

Batterien müssen stabil und gerade auf dem Boden stehen. Pflastersteine und Wiese sind als Untergrund nicht geeignet.

Nur lizenziertes Feuerwerk kaufen – zu erkennen an der Prüfnummer des Bundesamtes für Materialprüfung (0589) oder der CE-Zertifizierung. Vorsicht vor Billig-Böllern aus Osteuropa!

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