Antrag im Stadtrat

FFP2-Masken für Kitas: Grün-Rot will Erzieher besser schützen - „Viele haben Angst sich zu infizieren“

FFP2-Masken
+
FFP2-Masken mit gültiger CE-Zertifizierung.

Kindertagesstätten sind Infektionsherde – das hat jüngst eine Studie der AOK aufgezeigt. In München sind seit September 352 Erzieher an Covid-19 erkrankt, 236 Kinder hatten einen positiven Test. Und dennoch gibt es in den Kitas für Erzieher keine Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske. Wie das Referat für Bildung und Sport auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt, ist für das Personal in Kindertageseinrichtungen nur das Tragen einer textilen Mund-Nasen-Bedeckung vorgesehen.

Es gebe zudem keine weiteren Überlegungen, über die einmalige Tranche hinaus das Personal in den Kitas mit einem zusätzlichen Kontingent an Masken auszustatten. Wie berichtet, werden alle städtischen Beschäftigten mit einer einmaligen Tranche ausgestattet. SPD und Grüne wollen nun mit einem Eilantrag für das Plenum am Mittwoch genügend Masken zur Verfügung stellen, damit sich das Kita-Personal in der Arbeit freiwillig mit Masken ausstatten kann.

Wie praktikabel ist es denn, FFP2-Masken in Kitas zu tragen? AWO-Chefin Julia Sterzer sagt: „Wir haben fünf Masken pro Mitarbeiter bestellt, weil die Kontakte in den Bereichen Kitas oder Flüchtlingsarbeit intensiver sind als in jedem Geschäft.“ Es gebe sicher auch viele, denen das Tragen über lange Zeiträume Probleme bereitet. Zudem gebe es die Empfehlung, nach 75 Minuten für 30 Minuten mit dem Tragen zu pausieren. „Wir empfehlen daher den Wechsel zwischen FFP2- und anderen Masken und dabei auch zwischen den Tätigkeiten zu wechseln, mal näher an den Kindern, mal bei der Dokumentation oder Ähnlichem.“

Insgesamt sei es bei der AWO aber nicht zu gehäuften Ausbruchsgeschehen gekommen. Die Infektionsketten hätten immer schnell unterbrochen werden können. „Dennoch steht das Personal unter hoher Anspannung, viele haben natürlich Angst, sich zu infizieren, was wirklich sehr belastend ist.“ Vorstellbar sei daher, im Februar weitere FFP2-Masken auszugeben.

Dabei wollen Grüne und SPD nun helfen. In einem Antrag fordern sie die Stadt auf, für ihre Beschäftigten in besonders exponierten Bereichen als freiwillige Leistung FFP2-Masken zum freiwilligen Gebrauch zur Verfügung zu stellen. Mit den freien Trägern soll die Verwaltung zudem Verhandlungen zur Kostenerstattung für die Ausgabe von FFP2-Masken aufnehmen. SPD-Stadträtin Lena Odell sagte dazu: „Eine Maskenpflicht in Kitas halte ich für wenig zielführend, da sie ja sowieso nur die Erwachsenen treffen würde.“ Überlasse man die Entscheidung zur FFP2-Maske aber den Erziehern selbst, „dann können diese sich selbst besser schützen“. Die CSU sieht das ähnlich, Stadträtin Beatrix Burkhardt sagte: „Auch Erzieherinnen und Erzieher, die die Masken durchgehend tragen möchten, sollten möglichst weitere Masken zur Verfügung gestellt bekommen. Diese Regelung wünschen wir uns auch für private Einrichtungen.“

Grünen-Stadträtin Angelika Pilz-Strasser sagte, eine Verpflichtung sei schon aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht umsetzbar. „Dennoch ist eine FFP2-Maske natürlich sinnvoller als eine herkömmliche Maske. Diese Sinnhaftigkeit und die Freiwilligkeit wollen wir massiv befördern und ausreichend Masken zur Verfügung stellen.“

SASCHA KAROWSKI, CARMEN ICK-DIETL

Auch interessant

Kommentare