Uns fiel der Baum aufs Dach

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Hartmut Götz betrachtet die Reste des Baumes vom Balkon aus

München - Eine schwere Fichte ist in der Nacht auf Samstag auf ein Einfamilienhaus in Waldtrudering gekracht. Die Bewohner bemerkten den Schaden allerdings erst Stunden später.

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Hartmut und Ilse Götz sitzen in der gemütlichen Küche ihres Hauses in Höhenkirchen-Siegertsbrunn bei einer Tasse Kaffee und Plätzchen. Sie lassen sich die Weihnachtsstimmung nicht verderben – trotz des riesigen Schrecks, den ihnen Orkantief „Joachim“ am vergangenen Freitag beschert hat. Die 20 Meter hohe, über 70 Jahre alte Fichte, die vor wenigen Tagen noch so prächtig in ihrem Garten stand, krachte ungebremst auf das erst im Sommer fertig renovierte Haus!

„Wir hatten riesiges Glück, dass es nicht schlimmer ausgegangen ist und jemand verletzt wurde“, erzählt Hartmut Götz. Der 65-jährige Diplomingenieur schätzt die Kosten für die Reparaturen an Haus- und Garagendach auf etwa 30 000 Euro. Die Familie hofft, dass sich der Schaden noch vor Weihnachten beheben lässt. Derzeit decken Planen die Löcher notdürftig ab, die die dicken Äste in die Dächer bohrten.

Hartmut Götz mit seiner Frau Ilse im Garten

„Ich war Freitagabend gegen 18 Uhr im Keller, als ich einen furchtbaren Schlag hörte“, erinnert sich Götz an den vorweihnachtlichen Schock. Draußen habe sich ein erschreckendes Bild geboten, dicke Äste versperren den Hauseingang, der Garten ein einziges Chaos. Der 65-Jährige versucht seine Frau zu erreichen, diese ist jedoch im Theater, das Handy ist ausgeschaltet. Als sie um 21.30 Uhr zurückkommt, verschlägt es ihr schon von Weitem die Sprache. „Wir hatten bereits länger Bedenken, dass der alte Baum eines Tages einem schweren Sturm nicht mehr standhalten könnte“, sagt Ilse Götz (61). Dass das Prachtstück ihres Gartens nun tatsächlich einem Orkan zum Opfer fiel, stimmt das Ehepaar jedoch sehr traurig.

 

Sturmtief "Joachim" wütet über Deutschland - Bilder

Sturmtief "Joachim" wütet über Deutschland - Bilder

Noch am Freitagabend informieren sie die ortsansässige Feuerwehr, die tags darauf mit 17 Mann anrückt. Vier Stunden lang befreien die Retter das Haus unermüdlich von seiner schweren Last, zerteilen die einst so stolze Fichte in viele Einzelteile.

Nicht nur bei Familie Götz, sondern in ganz Bayern führte das Orkantief „Joachim“ am vierten Adventswochenende zu Hunderten Polizei- und Feuerwehreinsätzen. Das befürchtete Riesenchaos blieb jedoch glücklicherweise aus. Schwere Schäden gab es nicht, wie die Polizei am Samstag mitteilte. In weiten Teilen des Landes blockierten umgestürzte Bäume und Verkehrsschilder die Straßen. Auch Bauzäune und Werbeplakate riss „Joachim“ um. Bereits im Vorfeld wurden viele Christkindlmärkte, unter anderem auch das Winterfestival Tollwood auf der Theresienwiese, aus Sicherheitsgründen vorsorglich geschlossen.

Sturmopfer Hartmut und Ilse Götz nehmen die Umstände gelassen: „Trotz des zusätzlichen Stresses freuen wir uns auf ein gemütliches und besinnliches Weihnachtsfest.“

Sabine Dietrich

Wegen Sturmtief "Joachim": Tollwood gesperrt

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