Er heuchelt Reue

Fieser Trickdieb: Endlich haben sie ihn verknackt

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Trickdieb Manuel W. will das Urteil anfechten.

München - Ein fieser Trickdieb ist am Dienstag in München verknackt worden. Er hatte mehrfach alte Menschen ausgeraubt. Doch dabei hatte er die Rechnung ohne die rüstige Helga R. (87) gemacht.

Opfer ­Helga R. ärgert sich noch immer, dass sie auf den Trick hereinfiel.

Das Gehen fällt Helga R. (87) schwer. Auf ihren Rollator gestützt, betrat die Münchnerin am Dienstag den Gerichtssaal A 221. Im Kopf ist die Rentnerin glasklar — das Pech für den Angeklagten Manuel W. (33). Sie erkennt den Trickdieb sofort wieder, der ihr am 18. Juli 2012 die Ersparnisse für den Urlaub gestohlen hatte. Der Serientäter wurde zum ersten Mal richtig verknackt: Insgesamt drei Jahre und vier Monate Haft!

Der Täter hatte bei Helga R. geklingelt. „Er hat gesagt, er sei Hausmeister“, erinnert sich die Seniorin. Frech habe er sich ins Wohnzimmer gesetzt. „Er hat gesagt, ich bekomme Wassergeld von ihm zurück. Er hatte aber nur große Scheine.“ Sie müsse also Wechselgeld holen. Mit diesem Trick war der siebenfach vorbestrafte Manuel W. schon öfter erfolgreich gewesen. Auch Helga R. verriet ihm ungewollt ihr Geldversteck: In einem Kuvert hatte sie ein Jahr lang 900 Euro gesammelt, um sich einen Mallorca-Urlaub leisten zu können. Der Täter schickte sie ins Bad, „um die Wasserhähne zu testen“. Dann ergriff er ihre Ersparnisse und machte sich aus dem Staub. Helga R.: „Ich war fertig.“

Mit dem selben Trick ist am 14. Januar 2013 der 88-jährige Richard K. um 26 500 Euro bestohlen worden. Jetzt ist er so krank, dass er nicht mehr als Zeuge aussagen kann. Seine Schwester hatte den falschen Hausmeister zwar gesehen, konnte ihn aber nicht hundertprozentig identifizieren. Das Gericht stellte hier das Verfahren ein.

Am 19. März 2014 wurde der Trickdieb auf frischer Tat ertappt. Nachdem er einen Rentner überredet hatte, 5000 Euro abzuheben, alarmierte dessen Tochter die Polizei. Bei der Geldübergabe wurde Manuel W. verhaftet. 3850 Euro hatte er in der Tasche. Woher? Der Angeklagte lebt von der Sozialhilfe. Gelernt hat er nichts, von Arbeit hält er auch nichts.

Die Entschuldigung des Angeklagten nahm ihm Richterin Dr. Ines Tauscher nicht ab: „Das machen Sie in jeder Hauptverhandlung. Dann begehen Sie die nächste Tat. Als Opfer suchen Sie sich gezielt alte und einsame Menschen aus. Wie Sie diese Leute zurücklassen, ist Ihnen völlig egal.“

Gegen das Urteil kündigte Verteidiger Franz Wittl Berufung an.

E. Unfried

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