Filigran auf die Zwölf

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Death-Metal-Urgestein: Morbid-Angel-Sänger/-Bassist David Vincent

München - Morbid Angel und Necrophobic machen das Backstage zum Death-Metal-Tempel. Die tz war dabei.

Florida und Schweden verbindet im Allgemeinen nicht viel. Im Besonderen dafür umso mehr. "Death Metal" heißt das Stichwort. Das fröhlich-untote Subgenre hat seine Wurzeln in eben jenen Gefilden. Und was kann man sich da mehr wünschen als zwei absolute Szenelegenden auf gemeinsamer Europatour?

"Good Audience for a Monday Night", sagt Necrophobic-Gitarrist Fredrik Folkare zur tz, als er sich am T-Shirt-Stand das erste After-Show-Bierchen genehmigt. Rund 300 Freunde des Donners haben sich in der Backstage Halle eingefunden und warten jetzt gespannt auf Morbid Angel, die vor 22 Jahren mit "Altars of Madness" den wohl mächtigsten Pfeiler der Todesblei-Historie in die Erde gerammt haben.

Aber zunächst zu Necrophobic. "Blackened Death Metal" nennen die Stockholmer ihren speziellen Stil, der am ehesten noch mit den verblichenen Dissection zu vergleichen ist. Heißt: Schneesturmgitarren paaren sich mit Death-Metal-Riffing, für die Melodie-Widerhaken werden Anleihen bei alten Bathory, Slayer und Kreator genommen. Dazu keift ein charismatischer Frontmann wie Tobias Sidegård, der - beschwingt vom König Ludwig Hell - alle Register des Evil-Posing zieht, während Bassmonster Alex Friberg nebenan böseböseböse den Uruk-Hai gibt. Hoch die Hörner!

Und dann: Morbid Angel. "Schauuuspieler"-Intro, Vorhang auf, "Immortal Rites"! Man kann von David Vincent halten, was man will, die Ausstrahlung lässt sich dem schwarzgefärbten Hünen nicht absprechen. Ganz zu schweigen von der Qualität seiner tiefergelegten Grunts, da gab und gibt es keinen Besseren.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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"Blasphemy", "Maze of Torment", das punkige "Angel of Disease" und als letzte Zugabe der Klassiker "Chapel of Ghouls" - Vincent und Chefgitarrist/komponist Trey Azagthoth wissen, wonach die Fans lechzen. Vom aktuellen, ob seiner Techno-Experimente zwiespältig rezensierten Album gibt's mit "Existo Vulgore", "Nevermore" und dem stumpf-mächtigen "I am Morbid" nur drei Nummern. Fazit: Filigran auf die Zwölf! Nach diesem reinigenden Gewitter kann die staade Zeit beginnen. Süßer die Ohren nie klingeln...

Ludwig Krammer

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