Finanz-Jongleur vor Gericht

Zockte er 101 Millionen Euro ab?

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Sitzt in Haft: Millionen-Jongleur Christian H.

München - Cristian H. (54) kann von Glück reden, dass er in München auf der Anklagebank sitzt. Denn in Dubai ist der Millionen-Jongleur in Abwesenheit zu 73 Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Seiner Frau gelang die Flucht nach Deutschland nicht mehr. Sie erhielt wegen Betrugs die gleiche Strafe und sitzt in einem Knast im Wüstenstaat.

Als Land schier unbegrenzer Möglichkeiten hatte der Münchner Immobilienhändler Dubai kennengelernt. Dort gibt es eine Freihandelszone. Im Jahr 2005 gründete Christian H. dort eine Firma, mit der er seinen Anlegern große Gewinne in Aussicht stellte. Er baute laut Anklage ein Schneeballsystem auf, um Investoren zu locken. Bei einer versprochenen Jahresrendite von mindestens 36 Prozent siegte bei den Anlegern die Gier über den Verstand. Staatsanwältin Petra Osthoff geht von 7396 Geschädigten und einem Vermögensschaden von 101 Millionen Euro aus. Lediglich knapp 28 Millionen zahlte der Angeklagte zurück.

Jetzt sei er arm wie eine Kirchenmaus, jammert er. Seine Akten brachte er in einem Plastikbeutel mit. Seine beiden Anwälte muss der Staat bezahlen. Vorsitzender Richter Joachim Eckert zweifelt allerdings daran, dass wirklich kein Cent mehr verhanden ist. Die Verteidiger lenkten ein: „Das Gericht erhält eine Aufstellung, aber an anderer Stelle.“ Der Prozess geht weiter.

E. Unfried

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