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Finanzkrise: Betrüger nützt die Panik aus

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Die internationale Finanzkrise eröffnet Trickdieben ganz neue Chancen. Am Donnerstag griff genau solch ein Krisen-Hai schon zu.

Sein Opfer: Eine liebenswerte alte Dame (89) aus dem Olympiapark, die in ihrem langen Leben bereits Inflation und Währungsreform durchgemacht hat. Und die der Gemeinheit dieses Betrügers nichts entgegenzusetzen hatte. Auf der Straße wurde die 89-Jährige am Donnerstag von einem gewissen „Franz“ angesprochen. Er lenkte das Gespräch auf die Wirtschaftskrise und erklärte ihr, dass ihr Bankkonto nicht mehr sicher sei. Damit ängstigte er sie so sehr, dass die Seniorin ernsthaft an einen Geldtransfer dachte – allerdings erst nach Rücksprache mit ihrem Sohn. Der Fremde begleitete sie bis in ihre Wohnung im Helene-Lang-Weg, wo er telefonierte. Schon hatte er ihre Telefonnummer.

Kurz nach seinem Abschied läutete das Telefon. Die schwerhörige Frau glaubte, mit ihrem Sohn „Wolfi“ zu sprechen. Tatsächlich war es der Betrüger, der ihr riet, sofort ihr Konto aufzulösen. Das tat die Seniorin. Sie hob 12 000 Euro ab und nahm das Geld mit. Kaum wieder daheim, klingelte es erneut. Vor der Tür stand nun ein Mann in orangefarbener Warnweste, der behauptete „vom Wasserwerk“ zu kommen. Es gebe Probleme mit der Versorgung und sie müsse Eimer und Töpfe mit Wasser füllen. Damit war die alte Dame so beschäftigt, dass sie nicht merkte, dass der Täter ihre Handtasche mitsamt dem Geld stahl.

Die Polizei (Kommissariat 65, Tel. 2910-0) geht davon aus, dass „Franz“ und der falsche Wasserwerker ein und dieselbe Person sind. Beschreibung: Etwa 50 Jahre alt, 1,70 Meter groß, Stoppelbart, österreichischer Dialekt. Wer kennt diesen Mann?

dop.

Quelle: tz

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