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Finsteres Fest: Knipst München an Weihnachten die Lichter aus? Krisenstab soll am Donnerstag entscheiden

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Von: Sascha Karowski

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Der Christkindlmarkt auf dem Marienplatz in München.
Der Christkindlmarkt am Marienplatz ist in diesem Jahr vom 21. November bis 24. Dezember geplant. Wie lange beleuchtet wird, ist offen. © Haag Klaus

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) forderte angesichts der Energiekrise den Verzicht auf Weihnachtsbeleuchtung in Städten und Privathaushalten. Am Donnerstag tagt auch dazu ein Krisenstab im Rathaus München.

München - Die Christkindlmärkte locken mit Glühwein und Lichterglanz, die Fußgängerzonen sind heimelig erhellt, und der Weihnachtsbaum am Marienplatz strahlt weithin sichtbar als Zeichen der staden Zeit. Doch die könnte in diesem Jahr nicht nur ruhig werden, sondern auch düster.

Christkindlmärkte & Weihnachtsbeleuchtung in München: Deutsche Umwelthilfe fordert Verzicht

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) forderte angesichts der Energiekrise den Verzicht auf Weihnachtsbeleuchtung in Städten und Privathaushalten. „In diesem Winter sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass sowohl auf die Weihnachtsbeleuchtung in Städten als auch die der Häuser und Wohnungen verzichtet wird“, sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Angesichts des Kriegs in der Ukraine, der Energieknappheit aber auch aus Gründen des Klimaschutzes sollten wir einmal innehalten“, erklärte er. Resch wies auf den Stromverbrauch hin und schlug einen beleuchteten Baum pro Stadt und Gemeinde vor. „Hier bewusst zu verzichten, zu sparen und solidarisch zu sein, das könnte diese Weihnachtszeit sogar zu einer ganz besonderen machen.“

Erste Städte haben bereits reagiert. So sollen in Stuttgart die mit Ökostrom betriebenen Lichterketten nur noch 240 statt 450 Stunden an Tannenbäumen leuchten, wie die Stadt mitteilte. Das Rathaus selbst verzichtet sogar ganz auf Beleuchtung. Das Thema wird auch in München behandelt. Nach Informationen unserer Zeitung tagt auch wegen Fragen der Weihnachtsbeleuchtung am Donnerstag ein Energiekrisen-Stab im Rathaus mit Vertretern der Stadtwerke München (SWM).

Christkindlmärkte & Weihnachtsbeleuchtung in München: OB Reiter sagt, die Stadt sei vorbereitet

OB Dieter Reiter (SPD) sagte dazu vorab: „Wir sind wie jedes Jahr darauf vorbereitet, den Baum und Christkindlmarkt zu beleuchten. Und wir werden nach aktueller Energie-Lage dann entscheiden, ob wir daran festhalten oder nicht.“ In den Augen von CSU-Chef Manuel Pretzl geht die DUH-Forderung zu weit, auch wenn sie gut gemeint sei. „Sie verkennt jedoch die Bedeutung der Weihnachtsbeleuchtung für viele Menschen in der dunklen Jahreszeit. Das Licht symbolisiert die Idee, dass durch die Geburt Jesu das Licht in die Welt gebracht wurde.“

Auch wirtschaftlich betrachtet sei die Weihnachtsbeleuchtung für den Handel, ob stationär oder fliegend auf den Christkindlmärkten, von besonderer Bedeutung, denn mit ihrer Hilfe würden Kunden angezogen. „Worüber wir in der Tat nachdenken sollten, ist eine tägliche Verkürzung der Weihnachtsbeleuchtung, um ein, vielleicht auch zwei Stunden sowie die Nutzung von stromsparenden LED Lichtern, falls diese nicht ohnehin bereits im Einsatz sind.“

Christkindlmärkte & Weihnachtsbeleuchtung in München: Sendlinger Straße weniger Verbrauch als ein Föhn

In der Sendlinger Straße ist das der Fall, sagt der Sprecher der Innenstadthändler, Wolfgang Fischer von CityPartner. „Dort haben wir bereits vor vielen Jahren auf LED umgestellt. Die gesamte Beleuchtung dort hat 1080 Watt, jeder herkömmliche Haushaltsföhn hat mehr.“ Die Innenstadthändler stünden in Abstimmung mit der Stadt, denn Energiesparen sei das Gebot der Stunde. Dunkle Christkindlmärkte und Fußgängerzonen kann sich Fischer aber nicht vorstellen. „Licht ist immer auch ein kleines Zeichen der Hoffnung.“

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