Mit der "Fix & Foxi"-Hand schlug er Kornelia tot

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Er hat den Mord an Kornelia S. († 26) gestanden: Norbert C., der schon elf Jahre im Knast war, weiß, was ihm blüht. Besonders auffällig ist die "Fix & Foxi"-Tätowierung an seiner linken Hand – der Tathand

München - Bei einem Einbruch in der Christoph-Probst-Straße am 6. Juli 1985 ermordete Norbert C. (49) die damals 26-jährige Kornelia S. Ein Tattoo auf seiner Hand mutet besonders bizarr an.

Norbert C. (49) hat seit seiner Jugend unzählige Straftaten begangen. Rund elf Jahre Knast hat er dafür schon absitzen müssen. Sein schlimmstes Verbrechen aber blieb über ein Vierteljahrhundert unentdeckt: Bei einem Einbruch in der Christoph-Probst-Straße am 6. Juli 1985 ermordete er die damals 26-jährige Kornelia S.! „Ich habe ihr gezielt auf den Kopf geschlagen“, gab er am Montag vor dem Schwurgericht zu.

Gruselig: Genau die Hand, die damals die junge Frau tötete – sie trägt ein Tattoo der lustigen Kinder-Comic-Figuren Fix und Foxi! Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Michael Höhne, mit welcher Hand er zugeschlagen habe, antwortet Norbert C.: „Mit der linken.“ Was es mit der Tätowierung auf sich hat, wurde vor Gericht noch nicht geklärt.

Rückblende: Im April 1985 war der aus Schleswig-Holstein stammende Serien-Straftäter („Mit zwölf habe ich zum ersten Mal geklaut“) nach München getrampt. Beim Aumeister fand Norbert C. einen Job als Spüler. Nebenbei ging er seiner alten Gewohnheit nach – nämlich Einbrechen. Sein bevorzugtes Revier wurde die Studentenstadt.

Kornelia St. wurde 1985 getötet. Mit moderner Technik kam die Polizei dem Täter nun auf die Schliche.

In der Nacht zum 6. Juli war er wieder auf Beutetour. Nachdem er beim ersten Einbruch nur 20 Mark vorfand, sah er eine offene Balkontür auf dem Hochparterre. Er stieg ein. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass jemand im Bett liegt“, sagt er. Doch dort lag Kornelia S. im Bett – nackt. Als sie erwachte, packte er sie brutal am Hals. Er packte eine am Bett stehende Mineralwasserflasche und schlug ihr damit den Schädel ein!
Fünf Tage nach dieser scheußlichen Tat ging Norbert C. wieder auf Einbruchstour. Doch diesmal tappte er nur wenige hundert Meter von dem Tatort entfernt in die Falle einer Studenten-WG: Eine Polaroid-Kamera blitzte auf, Farbspray nebelte ihn ein!
Drei Einbrüche gestand C. vor dem Amtsgericht, doch von dem Mord sagte er kein Wort. Und die Ermittlungen im Fall Kornelia kamen nicht weiter. Nach einem Jahr Knast kam er wieder frei, wurde wieder straffällig: So raubte er in Traunstein eine alte Frau aus. Nach einem Einbruch in einem Bordell wurde er gefasst. Diesmal gab’s fünf Jahre. Danach wurde er brav, jobbte als Kraftfahrer und lebte bei einer Frau in Overath.

Der Mord, räumt er vor Gericht ein, sei langsam in seinem Gedächtnis verblasst. Doch die Polizei vergisst nicht: Ein Handballen-Abdruck überführte ihn im Oktober 2010: Verhaftung! Der Prozess geht weiter.

Eberhard Unfried

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