Hier führt die Polizei den Flashmob-Boss ab

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Polizisten führen Initiator Oliver in den Hofgarten ab. Er hatte via Facebook zu der Aktion auf dem Odeonsplatz aufgerufen

München - Nach einer Flashmob-Aktion am Münchner Odeonsplatz droht dem Veranstalter eine Anzeige sowie die Übernahme der Polizeieinsatzkosten.

Plötzlich strömten gut 400 Teenager quer über den Odeonsplatz. Sie liefen einem jungen Mann hinterher, der von drei ­Polizisten abgeführt wurde. Am Tor zum Hofgarten war Schluss. Hier versperrten weitere Beamte den Weg. „Wir wollen Olli zurück“, skandierte die Menge. Olli, das ist ein junger Mann, der ein bisschen aussieht wie James Dean. Er hatte via Facebook zu einem Flashmob unter dem Motto „Stehen – damit es ­weitergeht“ aufgerufen. Und sich damit den Ärger der Polizei eingehandelt. Nach der Flashmob-Aktion in der Münchner Innenstadt droht dem Veranstalter nun laut Polizei eine Anzeige sowie die Übernahme der Kosten des Polizeieinsatzes.

Bilder von der Flashmob-Aktion

Flashmob am Odeonsplatz

Vorangegangen war dem Flashmob am Odeonsplatz eine tagelange Diskussion. Initiator Oliver K. hatte gemeinsam mit einem Mädchen auf Facebook zu der Aktion aufgerufen – aber am Marienplatz. Fünf Minuten wollten sie gemeinsam dort mit anderen Menschen stehen und schweigen. Doch die Stadt verbot die Ansammlung. Es erschien den Beamten zu gefährlich, dass an einem Adventssamstag Tausende Passanten in der Innenstadt durch die Aktion aufgehalten werden könnten. Und Initiator Oliver K. hatte den Flashmob nicht beim Kreisverwaltungsreferat angemeldet. Eine Strafe wurde angedroht.

Daraufhin wichen die rund 400 Teilnehmer auf den Odeonsplatz aus. Dort waren dann mehr als 100 Beamte im Einsatz, als die Aktivisten sich trafen. Nachdem „ihr“ ­Olli den Polizisten seine Personalien gegeben hatte, gab er vor der Feldherrenhalle das Startsignal mit einer Fanfare. Fünf Minuten lang hielt die Menge inne. Anschließend verteilten sich die Flashmob-Fans wieder. 40 Personen blockierten noch kurzzeitig die Brienner Straße, machten sie aber nach Aufforderung der Polizei frei.

Nun will die Polizei prüfen lassen, ob es sich generell bei Flashmobs um eine anmeldepflichtige Versammlung handelt. Eine mögliche Anzeige für Initiator Oliver solle auch von „allzu häufigen Spaßaktionen“ abschrecken.

Erst am vergangenen Wochenende hatten sich etwa 2000 Menschen zu einem Flashmob in den Münchner S-Bahnen getroffen. Sie tranken noch einmal Bier und Hochprozentiges, ehe in der S-Bahn das Alkoholverbot in Kraft trat. Die Flashmob-Anhänger nannten es eine Art Abschieds­trinken. Das jedoch lief gehörig aus dem Ruder.

tz

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