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Flickerlteppich vor der Frauenkirche

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Der Frauenplatz ist ein einziger Flickerlteppich. Erst nach Ende der Bauarbeiten an der Frauenkirchen soll der Platz saniert werden. In der Fußgängerzone hingegen werden möglicherweise ab nächstem Jahr die Mini-Pflastersteine zwischen den großen Bodenplatten durch kleine Steinplatten wie im Foto links ersetzt. © Kurzendörfer, Mell

München - "Eine Schande", schimpft Elisabeth G. (66). Die Rentnerin aus Lindau am Bodensee steht auf dem Frauenplatz und sieht sich um. Zerbrochene Steinplatten, Stolperfallen, ein Flickerlteppich aus Asphalt wohin der Blick auch schweift.

„Das ist keine Werbung für München. Ausgerechnet vor der Frauenkirche.“ Vor wenigen Sekunden ist die Touristin gestrauchelt – mit der Schuhspitze hängengeblieben an einer alten Plattenkante.

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Der Platz vor der Frauenkirche wird wohl für die nächsten zehn Jahre in diesem erbärmlichen Zustand bleiben. Erst wenn die Sanierung des Doms abgeschlossen ist, soll der Frauenplatz und die Augustinerstraße neue Platten bekommen. Die schweren Baustellen-Fahrzeuge würden sie immer wieder beschädigen. „In der Übergangszeit werden natürlich Schadstellen ausgebessert“, sagt Baureferatssprecher Jürgen Marek.

Anders sieht es freilich in Münchens guter Stube, der Fußgängerzone, aus. Dort, wo bis zu 15 000 Besucher pro Stunde aus aller Welt zwischen Stachus und Marienplatz flanieren, sollen ab kommendem Jahr die kleinen Pflastersteine zwischen den Bodenplatten ausgetauscht werden. Schrittweise.

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Die ausgewaschenen Fugen zwischen den Steinwürfeln sind nämlich regelrechte Stolperfallen – vor allem für Frauen mit Stöckelschuhen. Aber auch Senioren haben ihre Probleme mit den unebenen Zwischenräumen.

Die sogenannten Kleinsteinbänder zwischen den großen Bodenplatten sind eigentlich nutzlos, sie dienen lediglich der Optik. „Eine so riesige Pflasterfläche braucht eine Gliederung“, sagt Alexander Reissl, SPD-Fraktionschef im Rathaus dem Münchner Merkur. Mittelfristig soll deshalb auf die Mini-Pflasterteine verzichtet werden – nicht aber auf eine Untergliederung. Kleine Natursteinplatten sollen die Pflastersteine ersetzen.

Wie das aussehen könnte, kann sich der aufmerksame Spaziergänger schon zwischen den Modegeschäften Zara und Pimkie ansehen. Es sind Musterflächen, die das Baureferat verlegt hat. Großflächige Pflasterarbeiten wird es wohl aber nicht geben. Die Pflasterwürfel zwischen den Trittplatten sollen schrittweise ersetzt werden. Bei der riesigen Fußgänherzone kann auch das Jahre dauern.

Jacob Mell

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