Großer Flohmarkt am Samstag

Warten auf den Ansturm auf der Theresienwiese

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Kerstin Faltermeier (31) will für diese Schaufensterpuppe 100 Euro.

München - Bayerns größter Flohmarkt, der traditionell am ersten Frühlingsfest-Samstag stattfindet, ist für private Verkäufer, Trödl- und Antikhändler der Termin des Jahres. Die tz hat sich vorab mal umgesehen.

Und jedes Jahr kommen sie früher: Bayerns größter Flohmarkt, der traditionell am ersten Frühlingsfest-Samstag stattfindet, ist für private Verkäufer, Trödl- und Antikhändler der Termin des Jahres. Schon seit Tagen verteidigen sie ihr Fleckerl auf der Thersienwiese – auch zum Ärger einiger Münchner, die keinen Platz mehr ergattern konnten. 3000 Verkäufer und 40 000 Besucher kamen voriges Jahr zur Veranstaltung des Roten Kreuzes. Am Samstag von 7 bis 17 Uhr ist es wieder soweit. Die Verkäufer haben sich gut für das erwartete Schmuddelwetter gerüstet und warteten schon am Freitag auf den großen Ansturm der Schnäppchenjäger. Die tz hat sich umgesehen:

Er dreht seit 20 Jahren an den Orgeln

Mit ihm kommt schon am Tag vor dem Flohmarkt Stimmung auf. Rentner Jan Boettner (72) vom Chiemsee dreht am Freitag vor seinem Bus an der Drehorgel. Das gute Stück stammt aus dem Jahr 1880 und soll 2000 Euro kosten. Er kommt seit 20 Jahren hierher, verkauft vornehmlich alte Musikinstrumente und ist ein echter Voll-Profi. „Ich habe eine Münchner Bekannte schon vor eineinhalb Wochen hergeschickt, um einen guten Verkaufsplatz zu markieren. Ich habe sie dann am Donnerstag abgelöst.“ Die Händler auf Flohmärkten seien wie eine große Familie. „Nach dem Tod meiner Frau vor drei Jahren haben die mir viel Halt gegeben.“

Camper in der eigenen Stadt

350 000 Kilometer hat der 22 Jahre alte Campingbus schon auf dem Buckel. Diesmal aber hat er den Münchner Ulrich Lehmann (75) nur ein paar Kilometer von Sendling zur Theresienwiese gefahren. „Ich wohne zwar in München, aber hier zu schlafen, ist viel praktischer“, sagt der Rentner. Seit Mittwoch schläft er hier auf der Matratze über dem Fahrersitz. Lehmann verkauft Schmuck von den Philippinen, Bücher und Kleidung. „Da fallen zwar immer nur ein paar hundert Euro ab, aber auf der Theresienwiese geht es vielmehr um das Gesamt-Erlebnis.“

Mama hat den Flohmarkt-Virus

Kerstin Faltermeier (31) will für diese Schaufensterpuppe 100 Euro.

Und hoch die Dame! Kerstin Faltermeier (31) wurde von ihrem Vater mit dem Flohmarkt-Virus infiziert. Die Steuerfachangestellte aus Straubing ist etwa zwei Mal im Monat auf Märkten unterwegs, als Kundin oder als Verkäuferin mit Ausgedientem von den vielen Verwandten. „Mein Mann kann nichts damit anfangen, er passt daheim auf die Kinder auf.“ Aber die Frau bringt auch gutes zusätzliches Geld mit nach Hause: „Ich habe vergangenes Jahr über 1000 Euro gemacht.“ Für diese Schaufensterpuppe will sie 100 Euro verlangen.

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