Flopp mit den neuen Zügen: Keine Zulassung für Donau-Isar-Express

München - Der ­„Donau-Isar-Express“ sollte zum Fahrplan-Wechsel im Dezember die Fahrt von München nach Passau zum Vergnügen machen. Doch daraus wird erst mal nichts.

Unter dem Namen ­„Donau-Isar-Express“ sollte zum Fahrplan-Wechsel im Dezember neue Triebwagen mit Klimaanlage und angeblich besserem Sitzkomfort die Fahrt von München nach Passau zum Vergnügen machen. Doch daraus wird erst mal nichts. Die Aufsichtsbehörde Eisenbahn-Bundesamt (EBA) verweigert den Zügen vom Typ Coradia (Baureihe ET 440) von Alstom die Zulassung.

Eine kleine Feder, die automatisch dafür sorgen soll, dass sich die Bremsbacken entsprechend ihrem Verschleiß nachstellen, versagt immer wieder. Das hat die DB beim Einsatz des Fahrzeuges von München nach Augsburg festgestellt. Der Hersteller glaubt, das Problem bald zu lösen und die Federn auszutauschen. Freilich: Bremsenhersteller Knorr aus München wollte sich auf tz-Anfrage zur Lösung des Problems nicht äußern. Vom EBA war auch zu erfahren, dass es noch weitere Probleme mit dem Fahrzeug gibt. Eine Zulassung ist nicht in Sicht. Trost für die Fahrgäste: Mit Ersatzzügen und zusätzlichen, schnellen Güterzug-Loks will die DB das geplante bessere Fahrplan-Angebot nach Passau mit Fahrzeit-Verkürzungen von sieben Minuten beim Regionalexpress fahren.

Mit der Baureihe 440 gab es bereits vor einem Jahr massive Zulassungsprobleme, als die Fahrzeuge als Fugger-Express zwischen München-Augsburg und Ulm pendeln sollten. Inzwischen werden zwar 35 Triebwagen eingesetzt, sie müssen aber alle 4500 Kilometer zur Kontrolle. Weil deshalb Züge fehlen, wurden Garnituren anderer Bauarten aus dem Werdenfels abgezogen. Zwischen Murnau und Oberammergau verkehren teilweise jetzt Busse. Weil das gleiche Bauteil nach tz-Informationen auch in den Flirt-Zügen eingebaut ist, droht auch den neuen Zügen für die Strecke Salzburg-Berchtesgaden ein Zulassungsstopp.

di

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