Der tz erzählt er von seinem Schicksal

Flüchtling: Deswegen habe ich protestiert

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Omid Moradian bei der Räumung des Streik-Lagers am Sonntag

München - Er war dabei: beim tagelangen Hungerstreik dem Rindermarkt, den Protesten, dem Polizeieinsatz. Gegenüber der tz erzählt Omid Moradian (29), einer der Flüchtlinge, von seinem Schicksal.

„Ich komme aus Kurdistan und warte seit vier Jahren darauf, in Deutschland Asyl zu bekommen“, sagt Omid. Früher war er Buchhalter, seine Familie lebt noch in Kurdistan. „Ich bin hierher gekommen für ein besseres Leben. Wir wollen selber entscheiden, wir wir leben. Leider ist das nicht einfach. Ich kenne Menschen in den bayerischen Flüchtlingslagern, die haben ihren Asylantrag vor 25 Jahren gestellt, und nichts ist seitdem passiert.“

Den Polizeieinsatz von Sonntag früh hat Omid als sehr gewaltätig erlebt: „Ich habe Prellungen und Blutergüsse, mein Gesicht ist blau geschwollen.“ Fünf Flüchtlinge waren gestern noch zur Behandlung im Krankenhaus. 23 Asyl­bewerber werden zurzeit vom Sozial­referat der Stadt betreut, andere wie Omid sind bei Unterstützern untergekommen. Wo genau sie sich aufhalten, das will er nicht verraten.

 

Hier räumt die Polizei das Asylbewerbercamp

Hier räumt die Polizei das Asylbewerbercamp

„Bisher gab es leider nur leere Worte für uns“, sagt er. „Politiker kamen nach dem Polizeieinsatz und erklärten, wie sie uns helfen wollen. Bisher ist nichts passiert. Aber ich werde nicht aufgeben. Seit einem Jahr protestiere auf der Straße – in meinem Flüchtlingslager in Amberg habe ich es nicht mehr ausgehalten. Ich werde weiter für meine Rechte kämpfen und wünsche mir ein bürgerliches Leben in Deutschland.“

thi

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