1. tz
  2. München
  3. Stadt

Exotisches Haustier: Flüchtlinge bringen Weißbüscheläffchen „Hilde“ mit nach München

Erstellt:

Von: Nadja Hoffmann

Kommentare

„Hilde“ ist in Sicherheit: Das Weißbüscheläffchen wurde in der Auffangstation untergebracht.
„Hilde“ ist in Sicherheit: Das Weißbüscheläffchen wurde in der Auffangstation untergebracht. © Auffangstation für Reptilien

Die Münchner Auffangstation für Reptilien hat eine neue Bewohnerin: das Weißbüscheläffchen „Hilde“. Das exotische Tier muss nun untersucht und versorgt werden. Seine Geschichte ist tragisch.

Sie sind nach München gekommen, um sich vor dem Krieg in ihrer Heimat in Sicherheit zu bringen. Für das außergewöhnliche Haustier einer Familie aus der Ukraine braucht es aber einen speziellen Platz. Die Flüchtlinge haben ein Weißbüscheläffchen mit an die Isar gebracht. Das Tier wurde in der Auffangstation für Reptilien untergebracht.

„Da eine artgerechte Haltung des Tieres für die Besitzer in Deutschland absolut nicht umsetzbar ist, gaben sie das Tier freiwillig ab“, heißt es aus der Einrichtung. Deren Mitarbeiter haben die neue Bewohnerin „Hilde“ genannt. Ihre Geschichte ist tragisch. „Noch als kleiner Säugling wurde das Tierchen von einem Bettler auf dem Straßen zum Verkauf angeboten.“ Die Familie habe das Äffchen aus Mitleid gekauft und es anschließend mit der Flasche bei sich zu Hause aufgezogen. „Das inzwischen erwachsene Weißbüscheläffchen ist also vollkommen falsch sozialisiert und isoliert von Artgenossen aufgewachsen.“ Vorgänge, die in Russland und Ukraine, wo exotische Haustiere Statussymbole sind, verbreitet seien.

In Deutschland wird „Hilde“ nun medizinisch untersucht und gegebenenfalls versorgt. Kosten, genauso wie für die Unterbringung, für die die Auffangstation selbst aufkommen muss. Eine große Herausforderung für den gemeinnützigen Verein, der 2001 gegründet wurde. Er ist eine der ganz wenigen Anlaufstellen in Europa für Behörden, die mit solchen Tieren konfrontiert werden. „Wir sind einerseits erleichtert, dass dieses Tier nun bei uns in Sicherheit ist – und sind gleichzeitig wieder einmal mit dem Mangel an geeigneten Stellen und Aufnahmestationen für diese Tiere konfrontiert“, teilt der Verein mit, der auf Spenden angewiesen ist. Mehr Infos zu der Arbeit der Tierpfleger auf www.reptilienauffangstation.de.

Auch interessant

Kommentare