Zuflucht München

80 Flüchtlinge am Hauptbahnhof angekommen

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Endlich angekommen! 80 Flüchtlinge sind mit dem Zug von Italien ­illegal nach München gereist.

München - Achtzig Flüchtlinge sind endlich dort, wo sie seit Tagen, Wochen, Monaten hinwollten: im regnerischen München. Am Freitag kamen sie am Hauptbahnhof an. Die neue Asyl-Welle:

„In den vergangenen Tagen hat sich die Lage zugespitzt. Derzeit kommen täglich mehr als 200 Asylbewerber nach Bayern“, sagt Polizeihauptkommissar Thomas Borowik. Allein in den Münchner Ankunftszentren sind heuer 26.000 Asylbewerber angekommen. 2014 waren es 31.800 – übers ganze Jahr.

Die meisten Menschen, die am Freitag um 14.26 Uhr von Verona über den Brenner am Gleis 11 des Hauptbahnhofs ankamen, sind aus Afrika. Viele tragen keine Jacke. Sie haben einen Rucksack oder Plastiktüte bei sich. Unter ihnen sind Kinder ohne ihre Familie. Sie haben die mehrtägige Bootsfahrt überlebt. Wie die tz aus Polizeikreisen erfuhr, schickt Italien derzeit Flüchtlinge unregistriert weiter. Schon in Rosenheim wurde der Zug abgepasst und knapp 30 Flüchtlinge in eine Erstaufnahmeeinrichtung gebracht.

Begleitet von der Polizei, geht’s zum Asylraum im Hauptbahnhof.

In München geht’s, begleitet von der Polizei, zum Asylraum beim Starnberger Flügelbahnhof. Einige Flüchtlinge versuchen, sich davonzustehlen. Sie haben woanders Familie oder Freunde. Wenn sich die Asylbewerber nicht ausweisen können, wird im Schnellverfahren ermittelt, ob ihre Fingerabdrücke bekannt sind. Vorher gibt’s Trinken und Snacks, Babys werden gewickelt, die Kinder können spielen.

Die Bayernkaserne ist mit 1230 Menschen voll belegt, und es werden immer mehr. Derzeit sind 45 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung, Unterdrückung. Die 80 Menschen am Hauptbahnhof haben das geschafft, was nur die wenigsten Flüchtlinge schaffen: Sie sind in Europa. Sie sind in Sicherheit.

"Boko Haram hat jeden getötet"

Darmia und ihr Mann haben in Nigeria studiert, gearbeitet und versucht, ihrem Sohn ein schönes Leben zu bieten. Doch dann begann der Terror der Boko Haram. „Sie haben jeden getötet“, sagt Darmia. Mit ihrem Mann und ihrem achtjährigen Sohn geht’s über Umwege auf ein Schiff, fünf Tage sind sie auf dem Mittelmeer. Als die Familie in Italien ankommt, haben sie nichts mehr außer sich.

Mike will als Dachdecker arbeiten

Mike kommt aus Ghana, Stella aus ­Nigeria. Ihr ganzer Stolz ist ihre kleine, 18 Monate alte Tochter – doch in Afrika war die Familie nicht mehr sicher. Deshalb haben sie lange gespart und sich vor drei Wochen auf den Weg nach Europa gemacht. Mike träumt davon, hier als Dachdecker zu arbeiten.

Jasmin Menrad

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