Dänen stellen Zugverkehr ein

Baden-Württemberg stoppt Aufnahme von Flüchtlingen

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Ein dänischer Polizist und ein Flüchtlingskind - so harmonisch läuft es momentan nicht überall. Die Polizei hat zuletzt den Zugverkehr zwischen Dänemark und Deutschland gestoppt.

München - Wegen der Überlastung der Aufnahmeeinrichtungen hat Baden-Württemberg am Mittwoch zeitweise die Aufnahme neuer Flüchtlinge gestoppt.

Flüchtlings-Situation: Das war der Dienstag

+++ 18.53 Uhr: Hunderte Flüchtlinge haben Medienberichten zufolge am Dienstag eine Polizeiabsperrung in Ungarn in der Nähe der serbischen Grenze durchbrochen. Männer, Frauen und Kinder machten sich zu Fuß auf in Richtung Nordosten, teils entlang einer Eisenbahnlinie. Sie gehörten zu einer Gruppe von etwa 1500 Flüchtlingen, die bei dem Grenzort Röszke im Süden Ungarns über Stunden auf ihre Registrierung gewartet hatten. Polizisten folgten den Menschen, ließen sie aber weiterziehen.

In der Gegend war es bereits zu mehreren ähnlichen Zwischenfällen gekommen. Wenige Stunden zuvor hatten Flüchtlinge zwei Busse gestürmt, die sie zu einem Registrierungszentrum bringen sollten. Zuvor hatten etwa 200 Menschen am Montag eine Polizeiabsperrung an demselben Sammelpunkt bei Röszke durchbrochen und hatten sich zu Fuß an einer Autobahn entlang auf den Weg nach Budapest gemacht. Nach etwa 15 Kilometern Marsch konnte die Polizei die Menschen überreden, in Busse in Richtung eines Registrierungszentrums zu steigen.

+++ 18.24 Uhr:Der für Flüchtlinge zuständige EU-Kommissar Avramopoulos Dimitris rechnet angesichts des massiven Andrangs von Migranten in die EU nicht mit einer raschen Lösung dieses Problems. "Die Krise ist nicht von heute auf morgen zu bewältigen", sagte der Grieche am Dienstag vor dem Europaparlament in Straßburg. "Die dramatischen Entwicklungen haben uns überrollt", räumte er ein. Notwendig seien nun große Anstrengungen, "möglicherweise während mehrerer Jahre". Das Thema bleibe "eine Herausforderung", dies zeige die gegenwärtige Diskussion unter den EU-Staaten.

Zahl der in München ankommenden Flüchtlinge geht zurück 

+++ 17.31 Uhr: Die Zahl der in München ankommenden Flüchtlinge geht deutlich zurück. Am Dienstag kamen bis zum frühen Nachmittag rund 1300 Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof an. Das teilte der Präsident der Regierung von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, mit. Eine Prognose für die weitere Entwicklung gab er nicht.

+++ 16.24 Uhr +++ Auf Twitter hat User Daniel diese schöne Idee einer Lehrerin gepostet:

+++ 15.39 Uhr +++ Wie es derweil an den Bussen in Röszke, Ungarn, zugeht, zeigt ein Video von n-tv-Korrespondent Thomas Präkelt:

Lassen Sie uns nicht alleine!

+++ 15.25 Uhr +++ Am Dienstagmittag haben Vertreter der Stadt München und der Regierung von Oberbayern erneut klar gemacht: "München braucht Unterstützung! Lassen Sie uns nicht alleine!", flehte Sozialreferentin Brigitte Meier. Zwar klappe die Zusammenarbeit nach wie vor großartig, es gebe sogar noch freie Kapazitäten bei der Unterbringung, und auch die Verteilung in andere Bundesländer funktioniere dank der Sonderzüge und Busse hervorragend. Doch immer noch ist München bundesweit die einzige Drehscheibe für den Flüchtlingstreck aus Ungarn. 

Zwar sind Leipzig und zwei andere deutsche Städte im Gespräch, doch beschlossen ist noch nichts. Meier geht das viel zu zäh: "Andere nationale Ebenen müssen in einen anderen Entscheidungsmodus kommen", forderte sie gestern. "Das muss in Gang kommen", sagte auch Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. "Andere Städte müssen dichter an Salzburg heranrücken." 

Auch die Weiterverteilung in andere Bundesländer wird weitergehen. Von den 20000 Flüchtlingen aus Budapest, die allein am Wochenende in München eintrafen, seien aktuell noch 8000 in Bayern untergebracht, sagte Simone Kohn vom bayerischen Sozialministerium. Diese Zahl liege weit über dem Königsteiner Schlüssel, der die Aufteilung von Asylsuchenden auf die Bundesländer festlegt. Nach diesem ist Bayern für rund 15 Prozent zuständig, das entspräche etwa 3000 von 20000 Flüchtlingen.

In Röszke helfen ausschließlich Ehrenamtliche

+++ 15.16 Uhr +++ n-tv-Reporter Thomas Präkelt berichtet, dass in Röszke ausschließlich von freiwilligen Helfern Essen und Trinken herangeschafft wird. Ansonsten würden die Flüchtlinge nicht versorgt. Die Regierung unternähme nur sehr wenig, einzig die Polizei würde sie zur Verfügung stellen. Die fühle sich komplett allein gelassen, wie ein Polizeisprecher berichtete. Das erklärt auch, warum Polizisten kaum etwas gegen die Proteste und Fluchtversuche der Flüchtlinge unternehmen.

+++ 14.46 Uhr +++ Dass die Flüchtlingskrise auch Bahnfahrende negativ beeinflussen kann, zeigt die Geschichte einer Leserreporterin: Ihre Eltern wollten von München nach Budapest mit dem Zug fahren. Die Fahrt entpuppte sich jedoch zum Horror-Trip.

+++ 14.25 Uhr +++ Am Hauptbahnhof in München ist die Lage entspannt und kontrolliert, ankommende Flüchtlinge werden umgehend versorgt. An den Schaltern haben sich lange Schlangen für Fahrkarten gebildet (Bild rechts).

+++ 14.09 Uhr +++ n-tv-Reporter Thomas Präkelt hat neue Bilder aus Röszke:

+++ 14.07 Uhr +++ Mehrere hundert Flüchtlinge haben die Grenze von Serbien nach Ungarn überquert. Sie liefen in einem etwa zweistündigen Fußmarsch über ein Bahngleis in das ungarische Grenzdorf Röszke. Mehr als 2000 Menschen seien noch auf dem Weg, sagte ein 23-jähriger Syrer, der frühmorgens in einem serbischen Flüchtlingslager bei Belgrad aufgebrochen war. An der mit einem Stacheldrahtzaun gesicherten Grenze ist die Bahnstrecke nach Röszke derzeit der einzige Übergang für die Flüchtlinge.

Ungarn will Grenze schnellstmöglich abriegeln

+++ 14.03 Uhr +++ Deutschland und Schweden bestehen gemeinsam auf einer verbindlichen Quote für die Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der Europäischen Union. Bei einem Treffen in Berlin verlangten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven einen festen Verteilungsschlüssel für alle 28 EU-Mitglieder. 

Derzeit nehmen beide Länder in Europa die meisten Asylbewerber auf. In der Bundesrepublik werden mindestens 800 000 Migranten erwartet, in Schweden mehr als 80 000.

+++ 13.23 Uhr +++ Wie nimmt Angela Merkel besorgten Bürgern die Angst vor einer Islamisierung Deutschlands? Der Social Media Aktivist Cihan Sügür postete auf Facebook ein Video von SRF 1, das die Antwort der Kanzlerin zeigt:

2000 Shares, 2000 Likes, 100.000 Views und 350.000 erreichte Menschen, innerhalb von nur 24 Stunden - wahnsinn!Dieses...

Posted by Cihan Sügür on Dienstag, 8. September 2015

+++ 13.00 Uhr +++ Die Polizei München hat neue Infos für alle Helfer am Münchner Hauptbahnhof:

+++ 12.57 Uhr +++ Die SPD-Fraktion in München hat mehrere Anträge zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen gestellt. Zum einen soll die Verwaltung alle Bundesliegenschaften in München auf ihre Tauglichkeit zur Unterbringung von Flüchtlingen prüfen. Hintergrund ist, dass die Koalitionsspitzen sich darauf geeinigt hatten, dass der Bund alle verfügbaren Plätze „auf Anforderung sofort und mietzinsfrei“ zur Verfügung stellt. Zudem wird der Freistaat Bayern aufgefordert, diesem Beispiel zu folgen.

Mit zwei weiteren Anträgen wird der Oberbürgermeister gebeten, sich bei den zuständigen Ebenen dafür einzusetzen, dass erwachsene Flüchtlinge einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten und junge Flüchtlinge leichter eine Ausbildung beginnen können. Mit einem zusätzlichen Antrag wird die Stadtverwaltung gebeten, die Freifunk-Initiative bei der Realisierung von freiem WLAN in Flüchtlingsunterkünften zu unterstützen.

+++ 12.20 Uhr +++ Es gibt einen Ausbruchsversuch aus dem Camp nahe der serbischen Grenze, die Menschenmenge strömt zu den eben angekommenen Bussen, nur wenige von ihnen haben darin Platz. "Die Polizei hat nichts mehr im Griff", berichtet ein n-tv-Korrespondent. "Es herrscht absolutes Chaos". Die Menschen drängen in die Busse, wahrscheinlich werden diese komplett überfüllt sein und nicht losfahren können. 

Es komme zu Prügeleien, weil die Polizei nichts organisiere, so der Korrespondent, man könne nur hoffen, dass es zu nichts Schlimmerem komme. Viele Familien wollen nicht getrennt werden und streiten sich um die Plätze. Die Polizei steht tatenlos daneben. Der Korrespondent sagt, es sei komplett desorganisiert, er könne nicht glauben, dass so etwas im 21. Jahrhundert in Europa noch möglich sei. 

Es sind weder Helfer des Roten Kreuzes noch eine Müllentsorgung vor Ort. Die Menschen würden selbst aufräumen, wenn sie die Gerätschaften hätten, sagt der Korrespondent. 

Katastrophale Zustände in Ungarn

+++ 11.40 Uhr +++ Ein n-tv-Korrespondent ist live vor Ort im ungarischen Röszke. Er beschreibt, wie katastrophal die Zustände dort seinen und vermutet: Das Ganze soll als Abschreckung dienen, damit nicht noch mehr Menschen nach Ungarn kommen. Die Menschen vor Ort sind müde, hungrig und frieren, viele seien in Badeschlappen gekommen und wären nicht auf die kalten Nächte eingestellt, so der Korrespondent. Von freiwilligen Helfern würden sie Kleider und Essen bekommen, manche Kinder sähen zum ersten Mal in ihrem Leben Handschuhe.

+++ 11.40 Uhr +++Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will die Haushaltspolitik ganz an den Erfordernissen der Flüchtlingskrise ausrichten. "Die Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgabe hat absolute Priorität", sagte Schäuble zum Auftakt der Debatte über den Bundeshaushalt 2016 im Bundestag. Dem hätten sich andere Ausgabenwünsche unterzuordnen, da er am Prinzip eines Haushalts ohne Neuverschuldung festhalten wolle. "Wir können diese Herausforderung meistern", sagte Schäuble. "Unser Land hat die Kraft dazu."

+++ 11.37 Uhr +++ Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) ist besorgt wegen einer „Signalwirkung“, die von der Aufnahme tausender Flüchtlinge aus Ungarn in Deutschland ausgehen könnte. „Ich befürchte, dass es eben eine Sogwirkung haben könnte und dass deswegen sich viele, viele Tausend auf den Weg machen“, sagte Söder im Bayerischen Rundfunk. „Deutschland kann nicht das gesamte Bürgerkriegsproblem der Welt allein lösen.“

+++ 11.22 Uhr +++ Im tz-Interview hat KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle über den Flüchtlingszustrom in München gesprochen. Die Lage beim Thema Flüchtlinge ist ernst. So ernst, dass Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle am Sonntag in München einen eindringlichen Hilferuf absetzte: „Lasst München nicht alleine!“

+++ 11.18 Uhr +++ Auch am heutigen Dienstag sind erneut hunderte Flüchtlinge angekommen. Seit Mitternacht bis zum Morgen seien rund 900 Menschen am Hauptbahnhof eingetroffen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Am Montag waren insgesamt rund 5000 in der bayerischen Landeshauptstadt angekommen und damit weniger als zunächst erwartet. 

Viele Flüchtlinge sind bereits weiter verteilt worden. Es gab Sonderzüge etwa nach Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Entlastet werden soll München auch durch neue Drehkreuze unter anderem in Leipzig, von wo aus die Menschen dann weiter verteilt werden. In Leipzig soll ab Dienstag eine große Messehalle zur Erstunterbringung von Asylbewerbern genutzt werden. Die Messehalle bietet nach Angaben des sächsischen Innenministeriums Platz für bis zu 2000 Menschen. 

Österreich geht gegen Schlepper vor

+++ 10.50 Uhr +++ Nach der Ausnahmesituation am Wochenende, als Tausende Flüchtlinge aus Ungarn ungehindert die Grenze passierten, geht Österreich nun wieder gezielt gegen Schlepper vor. Seit Montag seien sechs Verdächtige festgenommen worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Dabei seien auch rund 100 Flüchtlinge aufgegriffen worden.

+++ 10.38 Uhr +++ Die Wiener Tageszeitung "Die Presse" hat ein schönes Synonym für die aktuelle Flüchtlingslage in Deutschland gefunden: "Die Bilder von einem weltoffenen, freundlichen Deutschland gehen um den Globus", heißt es. "Auch wenn der Anlass weit ernster ist: Es ist wie damals, zur Fußball-WM 2006 - ein zweites Sommermärchen."

+++ 9.52 Uhr +++ Regierungssprecher Steffen Seibert zeigt auf Twitter, wie der Bund die Hilfe für Flüchtlinge in Deutschland verstärken will:

+++ 8.24 Uhr +++ SPD-Chef Sigmar Gabriel stimmt die Deutschen darauf ein, dass weiterhin viele Flüchtlinge Zuflucht suchen werden. Er ist aber absolut überzeugt: "Ich glaube, dass wir mit einer Größenordnung von einer halben Million für einige Jahre sicherlich klarkämen", sagte der SPD-Chef am Montagabend im ZDF.

Wer hätte das gedacht? In London feiert man uns Deutsche als Wegweiser in Sachen Flüchtlingspolitik. Wortwörtlich: Deutschland gibt den Weg vor... mit einem Willkommen, #Flüchtlinge

Posted by Merkur-Online on Montag, 7. September 2015

+++ 8 Uhr +++ Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet, stellt sich München auch heute wieder auf die Ankunft vieler Flüchtlinge ein.

Flüchtlinge in München: Das war der Montag

+++ 23.00 Uhr +++ München blieb auch zu Wochenbeginn erste Anlaufstelle für viele Migranten. Bis zum Montagabend brachten Sonderzüge aus Österreich etwa 3600 Menschen in die bayerische Landeshauptstadt, wie die Regierung von Oberbayern mitteilte. Bis Mitternacht sollte sich die Zahl für den gesamten Tag auf etwa 4400 erhöhen, wie eine Sprecherin sagte.

+++ 21.12 Uhr +++ Als die Flüchtlinge in den Messehallen ihr Quartier bezogen haben, fehlte es mitunter an Sanitätern. Ein Teil der angeforderten Hilfe kam aus Fürstenfeldbruck. Auch am Sonntag waren die Einsatzkräfte vor Ort.

+++ 20.29 Uhr +++ Letztes Update vom Hauptbahnhof: Für den kompletten Montag wird nun mit 5000 ankommenden Flüchtlingen am Münchner Hauptbahnhof gerechnet, nur halb so viel wie befürchtet. Am Abend soll noch ein Zug ankommen. 1500 Flüchtlinge wurden direkt ab Salzburg in andere deutsche Städte umgeleitet. Ab München fuhren heute 27 Busse in andere Bundesländer, neun in andere Orte im Freistaat. "Die Spitze ist im Moment überstanden", sagt der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand. Derzeit sind in den Unterkünften der Landeshauptstadt sogar wieder ein paar Kapazitäten frei.

+++ 19.50 Uhr +++ In den Münchner Messehallen finden Flüchtlinge eine vorübergehende Bleibe, ehe sie in andere Orte Bayerns oder Deutschlands weiterreisen. Einer von ihnen ist Amdschad Schama. Er ist aus Damaskus geflohen und hat seine Frau und drei Kinder im Alter zwischen vier und elf Jahren mitgebracht. Er hat einen Wunsch: "Ich möchte endlich eine Nationalität haben." Eigentlich war Schweden das Ziel, jetzt aber will er mit seiner Familie erst einmal in Deutschland bleiben. „Ich habe einen Freund in Bonn, der mir helfen kann. Deutschland ist ein gutes Land." 

tz-Redakteurin auf BBC 5 Live 

+++ 18.15 Uhr +++ Unsere Redakteurin im BBC-Interview

Unsere Redakteurin (rechts) im Interview.

Auf Anfrage von BBC 5 Live hat tz-Redakteurin Jasmin Menrad ein Interview zum Flüchtlingsthema gegeben. Sie war die vergangenen Tage am Hauptbahnhof und hat für uns über die aktuelle Lage berichtet. Auf die Frage, wie die Münchner sich mit der großen Zahl an Flüchtlingen fühlten, sagte Jasmin: "Wenn du in eines der Gesichter der vielen Menschen blickst, dann willst du sie nicht mehr zurückschicken in ihr Land". 

Das Problem in München sei allerdings, dass mittlerweile die Schlafplätze knapp würden, an professionellem Hilfspersonal mangle es ebenfalls. "Wie lange können wir das noch managen?", fragt sich Jasmin. Sie sagt, sowohl EU- als auch andere Bundesländer müssten Bayern entlasten. 

Auf die Frage, ob die Vorstellung vieler Flüchtlinge wahr würde, in Deutschland ein Haus und Arbeit zu bekommen, meinte Jasmin: "Die Leute haben da falsche Vorstellungen. Oft werden sie aber von der Realität hier enttäuscht". Trotzdem bekämen viele in Deutschland eine Chance für ein neues Leben. Was unsere Reporterin ebenfalls freut: "Die Regierung ist endlich aufgewacht und macht etwas". 

Das Interview ist auf BBC Radio 5 live zu hören.

+++ 16.22 Uhr +++ Bilanz des Montags

Nach einer Flüchtlingsaufnahme von bisher nicht gekanntem Ausmaß am Wochenende in München sind auch am Montag wieder Tausende neue Migranten angekommen. Allein bis zum Nachmittag brachten mehrere Sonderzüge aus Österreich knapp 2000 Menschen in die bayerische Landeshauptstadt, wie die Bundespolizei berichtete. Die Regierung von Oberbayern rechnete den Tag über mit bis zu 10 000 Neuankömmlingen. Am Wochenende waren 20 000 Migranten angekommen.

+++ 16.11 Uhr +++ Marshmallows, Windeln, Ladekabel - was haben Flüchtlinge eigentlich in ihren Taschen, wenn sie in Deutschland ankommen? Auf Medium.com, einer Plattform für Blogger, wurden ein paar Gepäckstücke genauer inspiziert. Manche haben weit weniger Inhalt als die Durchschnitts-Damenhandtasche in der U-Bahn. 

Zur Bildergalerie geht's hier.

+++ 15.54 Uhr +++ Nach der Unterbringung Tausender Flüchtlinge in der Messe München haben sich zahlreiche Neuankömmlinge eigenständig auf die Weiterreise gemacht. Eine Registrierung der Menschen sei derzeit nicht leistbar, sagte der oberbayerische Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. 

Ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums bestätigte, dass die Flüchtlinge erst nach und nach registriert werden könnten. Ein Sicherheitsproblem entstehe dadurch nicht. Migranten, die auf eigene Faust innerhalb Deutschlands unterwegs seien, suchten voraussichtlich eine andere Unterkunft auf und ließen sich dort erfassen.

Deutschland soll über 30.000 Flüchtlinge aufnehmen

+++ 15:26 Uhr +++ Angesichts des Flüchtlingsandrangs in Südeuropa soll Deutschland nach dem Willen der EU-Kommission weitere 31.443 Menschen aufnehmen. Dies ist rund ein Viertel der Gesamtzahl von 120.000 Flüchtlingen, die aus Ländern wie Griechenland umverteilt werden sollen, wie aus EU-Kreisen verlautete. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte eine "Kraftanstrengung" der gesamten EU, während aus Ungarn neue Züge mit Flüchtlingen nach München rollten.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker will am Mittwoch offiziell seinen Plan für verbindliche Quoten zur Flüchtlingsaufnahme in der EU vorstellen. Mit der geplanten Aufteilung von weiteren 120.000 Flüchtlingen in den kommenden zwei Jahren will die EU-Kommission vor allem Griechenland, Italien und Ungarn entlasten

+++ 14:57 Uhr +++ Besonders eindrucksvoll werden die vergangenen 48 Stunden am Münchner Hauptbahnhof in diesem Video von BBC News dargestellt:

"Die CSU ist ein Angsthasen-Club"

+++ 14:30 Uhr +++ Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner geht mit der jüngsten Haltung der CSU in der Flüchtlingsfrage hart ins Gericht. „Die CSU ist ein Angsthasen-Club, der Vorbehalte gegen schutzbedürftige Menschen schürt“, sagte Stegner der Deutschen Presse-Agentur. 

Die CSU hatte am Wochenende die Nothilfe-Entscheidung der Bundesregierung kritisiert, Tausenden Ungarn-Flüchtlingen die Einreise zu erlauben. „CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat seine Partei bis auf die Knochen blamiert.“ Die Bürger in München, die großartig und warmherzig auf die Flüchtlinge zugegangen seien, hätten trotz absoluter Mehrheit der Christsozialen im Freistaat gezeigt: „Bayern ist nicht die CSU“, meinte Stegner.

+++ 14:23 Uhr +++ Regierungspräsident Hillenbrand gibt bekannt, dass am Münchner Hauptbahnhof professionelle Einsatzkräfte zur Koordinierung der Hilfe gesucht würden. Arbeiten wie etwa die Essens- und Kleidungsausgabe ließen sich gut verteilen. Bei der Leitung aber ganzer Hallen mangele es an ausgebildeten Kräften, die derzeit eingesetzten Hauptamtlichen hätten ihre Belastungsgrenzen erreicht.

Papst: Gemeinden sollen Flüchtlingen Wohnraum geben

+++ 14:00 Uhr +++ Schäuble-Ministerium sagt Geld für Flüchtlinge zu:Das Bundesfinanzministerium sieht sich für die zusätzlichen Ausgaben in der Folge der Flüchtlingskrise gerüstet: "Alles, was getan werden muss, wird auch finanziert werden", sagte Ministeriumssprecher Martin Jäger am Montag in Berlin. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält für das nächste Jahr Gesamtkosten von zehn Milliarden Euro zur Bewältigung des Flüchtlingszuzugs in Deutschland für möglich. Sie könne eine solche Zahl für Bund, Länder und Kommunen insgesamt zwar nicht bestätigen. Aber angesichts der allein vom Bund bereitgestellten sechs Milliarden Euro für 2016 sei eine solche Summe nachvollziehbar, sagte Merkel

+++ 13:53 Uhr +++  Nach diesem Aufruf des Papstes am Sonntag: ''Ich appelliere an alle Pfarreien, religiösen Gemeinschaften, Klöster und Wallfahrtsorte in ganz Europa (...), eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen'', verstärken katholische Bistümer in Deutschland ihre Suche nach Unterkünften.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker forderte alle Kirchengemeinden des Erzbistums in einem Brief auf, „ernsthaft zu überprüfen, ob bei Ihnen vor Ort gemeindeeigener Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden kann“. Denn trotz aller bisherigen Anstrengungen gebe es immer mehr Notlagen und Engpässe.

Auch ein Sprecher des Erzbistums München betonte am Montag: ''Der Papstaufruf rennt bei uns offene Türen ein.'' Schon jetzt seien in der Erzdiözese rund 1000 Flüchtlinge in kirchlichen Gebäuden untergebracht. Kardinal Reinhard Marx habe vor zwei Wochen alle Kirchengemeinden angeschrieben und um Hilfe gebeten.

Hillenbrand: Weiteres Drehkreuz soll München entlasten

+++ 12.57 Uhr +++ Bild-Reporterin Julia Brömse hat dieselben Infos wie unsere Reporterin: 

Reiter betont, es müsse eine europäische Lösung geben:

+++ 12.55 Uhr +++ Unsere Reporterin Jasmin Menrad ist live vor Ort am Hauptbahnhof. Jetzt hat sich auch Regierungspräsident Christoph Hillenbrand geäußert: Es soll neben München ein weiteres Drehkreuz in Leipzig und an einer weiteren Stelle in Deutschland geben, über die noch diskutiert wird. So solle München entlastet werden. Obwohl hier die Kapazitätsgrenze schon erreicht sei, würden 2000 weitere Plätze für Flüchtlinge in der Stadt geschaffen.

In Salzburg trafen um 10.30 und 12.30 Uhr weitere Flüchtlingszüge ein, um 14.30 Uhr kommt der nächste. Ein Anschlusszug soll die Flüchtlinge nach Dortmund bringen, über zwei weitere wird noch verhandelt. Am heutigen Montag wird mit bis zu 10.000 weiteren Flüchtlingen in München gerechnet. 

13.000 Flüchtlinge waren innerhalb von 24 Stunden angekommen, davon wurden gerade einmal 5000 in andere Bundesländer verteilt, der Rest blieb in Bayern, vor allem in der Landeshauptstadt. 

+++ 12.38 Uhr +++ Oberbürgermeister Dieter Reiter ist wieder vor Ort am Münchner Hauptbahnhof. Er sagt: "Wir versuchen mit Österreich zu klären, dass keine weiteren Züge nach München kommen". Seit den frühen Morgenstunden ist Reiter in Kontakt mit Sigmar Gabriel und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. "Wir müssen alles daran setzen, dass es eine bessere Verteilung über Deutschland gibt. In Bayern funktioniert das schon", sagt Reiter.

+++ 12.15 Uhr +++ BR-Reporterin Vera Cornette hat Neuigkeiten vom Hauptbahnhof München: Es soll eine Aufnahmestelle geschaffen worden sein, in der sich die Flüchtlinge ausruhen können: 

Orbán: Wir freuen uns über Kebab-Buden an unseren Boulevards"

+++ 11.51 Uhr +++ Auch in Ungarn ist die Lage weiter angespannt. Besonders in der Kritik steht Ministerpräsident Victor Orbán. Jetzt äußerte er sich erneut zum Thema Flüchtlingskrise: Mit Blick auf die Flüchtlingskrise hat Orban erneut bekräftigt, dass er gegen die Einwanderung von Muslimen sei. „Niemand kann verlangen, dass Ungarn sich ändert“, sagte Orban in Budapest in einer Rede bei der Jahresversammlung ungarischer Diplomaten nach Angaben der ungarischen Nachrichtenagentur MTI. Er sei gegen eine Änderung der kulturellen und ethnischen Zusammensetzung der Bewohner Ungarns aufgrund äußerer Einwirkungen.

Ungarn vertrete keinen „anti-islamischen“ Standpunkt und wünsche nicht, dass das Einwanderungsproblem die Beziehungen zu Staaten islamischer Kultur beeinträchtige. Die derzeit in Ungarn lebende muslimische Gemeinschaft gelte als Wert. „Jawohl, wir freuen uns darüber, dass es an unseren Boulevards Kebab-Buden gibt“, fügte der Regierungschef hinzu.

Infotafel am Hauptbahnhof München.

+++ 11.43 Uhr +++ Unsere Reporterin Jasmin Menrad hat aktuelle Infos vom Helferstand am Hauptbahnhof München (Bild links):

+++ 10.26 Uhr +++ Die Polizei in München stößt an ihre Grenzen. Es werden für die ankommenden Flüchtlinge noch dringend Helfer benötigt, heißt es:

+++ 9.25 Uhr +++ Inzwischen hat sich auch wieder Ungarns Ministerpräsident Victor Orbán geäußert: Er rief Österreich und Deutschland auf, die Grenzen zu schließen. Beide Länder sollten „klar sagen“, dass keine weiteren Flüchtlinge mehr aufgenommen werden, ansonsten würden weiterhin „mehrere Millionen“ Menschen nach Europa kommen, sagte Ungarns Regierungschef.

Orbán kritisierte demnach, die Einreise in die EU ohne Papiere entspreche nicht den Regeln, trotzdem habe Österreich die Migranten ungehindert einreisen lassen. Ein Großteil von ihnen seien Wirtschaftsflüchtlinge. Ungarn habe ausreichend „finanzielle und polizeiliche Kraft“, für alle Schutzsuchenden Verpflegung und Unterkunft zur Verfügung zu stellen - doch würden alle nach Deutschland wollen. „Das Problem liegt nicht auf unserer Seite“, sagte Orbán weiter.

+++ 9.20 Uhr +++ Die Regierung von Oberbayern rechnet für diesen Montag mit bis zu 10.000 neuen Flüchtlingen. Allein am Vormittag und Mittag seien drei Sonderzüge aus Österreich mit 2100 Menschen geplant, sagte Regierungspräsident Christoph Hillenbrand am Morgen auf dem Münchner Hauptbahnhof. 

Er hoffe, dass einige Züge an München vorbei direkt in andere Bundesländer geleitet werden. „Wir sind hier sehr am Anschlag.“ Nötig seien auch bessere, grenzüberschreitende Informationen. Etwa zwei Drittel der in den vergangenen Tagen angekommenen Flüchtlinge seien bisher in Bayern untergebracht, sagte Hillenbrand.

+++ 7.15 Uhr +++ In der Nacht zu Montag sind laut mehreren Medienberichten weitere 2500 Flüchtlinge am Hauptbahnhof in München angekommen. Christoph Hillenbrand, Regierungspräsident von Oberbayern, rechnet laut Nachrichtenagentur Reuters 11.000 oder mehr Personen, die zu Wochenbeginn in der bayerischen Landeshauptstadt ankommen werden.

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