Stadt rüstet sich für den Ansturm

An diesen Orten entstehen 1900 Plätze für Flüchtlinge

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Es wird kräftig gebaut in München.

München - Ab dem 4. Oktober ist die Zugstrecke Salzburg - München wieder freigegeben. Dann werden wieder tausende Flüchtlinge in München landen. Die Stadt wappnet sich.

Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Zwar kommen derzeit weniger nach München – wegen der Wiesn. Allerdings ist absehbar, dass die Zahl wieder steigen wird. Die Regierung von Oberbayern hat ihre Prognosen schon korrigiert. 352 Asylbewerber pro Woche muss München längerfristig unterbringen. Ende September waren es noch 225. Die Stadt geht davon aus, dass die Zahl im Oktober noch weiter steigen wird. Auch im nächsten Jahr ist mit Flüchtlingen zu rechnen. Und das Rathaus reagiert: Durch den elften Standortbeschluss soll Raum entstehen für bis zu 1900 Flüchtlinge. Untergebracht werden sie in einem Hotel, zwei Bürogebäuden und auf dem Areal des ehemaligen Rad-Stadions. Die tz zeigt die Standorte und hakt bei den Viertel-Chefs nach.

Wotanstraße 300 bis 400 Plätze

An der Wotanstraße entstehen 300 bis 400 neue Plätze.

Für zehn bis 15 Jahre soll ein leerstehendes Bürogebäude an der Wotanstraße in Neuhausen-Nymphenburg für Flüchtlinge und Wohnungslose dienen. Es gibt Platz für 300 bis 400 Menschen. „Grundsätzlich waren wir bisher immer einstimmig dafür, dass Flüchtlinge in unserem Stadtteil willkommen sind“, sagt BA-Chefin Anna Hanusch. Da die Unterbringung langfristig erfolgt, hofft die Stadträtin, dass das Gebäude irgendwann „vielleicht nicht mehr ganz so voll belegt werden muss“. Je größer die Unterkünfte, desto größer sei das Konfliktpotenzial. Und in dieser Größenordnung gibt es allerdings noch keine Unterkunft im neunten Bezirk. „Wir haben bisher hauptsächlich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen, 20 im Backstage, 70 an der Schwere-Reiter-Straße.“

Toni-Merkens-Weg 500 Plätze

Fredy Hummel-Haslauer, Chef im BA 11

500 Flüchtlinge sollen auf dem Areal des ehemaligen Rad-Stadions, Toni-Merkens-Weg 4, in Milbertshofen untergebracht werden – und zwar in vier Leichtbauhallen. Errichtet werden diese ab April 2016. Bis dahin dauern die Abrissarbeiten. Die Nutzung für Flüchtlinge ist danach begrenzt, laut Beschluss zunächst einmal auf zwölf Monate. Schließlich soll hier die neue Red Bull-Arena gebaut werden. BA-Chef Fredy Hummel-Haslauer: „Ich persönlich bin mit dem Standort zufrieden. Mittlerweile werden die Plätze knapp, und man geht mehr in die Grünanlagen.“ Als wesentlich störender empfindet Hummel-Haslauer die Leichtbauhalle an der Heidemannstraße 28a. „Das ist als Grün- und Spielfläche ausgewiesen. Da war ich schon sauer, als ich erfahren habe, dass da temporär eine Halle hinkommen soll.“

Landsberger Straße 600 bis 700 Plätze

An der Landsberger Straße wird ebenfalls fleißig geplant.

Laim könnte seine erste Flüchtlingsunterkunft bekommen. Laut Standortbeschluss ist an der Landsberger Straße ein Bürogebäude vorgesehen. 600 bis 700 Menschen sollen im Erd- und ersten Obergeschoss unterkommen. Dort war ein Autohaus. Platz wäre sogar für 1000 Flüchtlinge! Doch weil die Stadt Gemeinschaftsräume schaffen will, wird davon abgesehen. „Laim ist extrem zugebaut, es gibt kaum freie Flächen, daher auch kaum welche für Flüchtlinge“, sagt die stellvertretende BA-Vorsitzende Jutta Hofbauer. Weitere Unterkünfte werden an der Zschokkestraße und in der Gehörlosenschule geprüft. Der BA hat von dem neuen Standort erst durch die tz erfahren, da das Thema wohl erst in der nächsten Sitzung aufs Tapet kommt.

Baaderstraße 300 Plätze

An der Baaderstraße wird ein altes Hotel eine Unterkunft bieten.

Noch hat das Hotel an der Baaderstraße geöffnet, doch Ende des Jahres sperren die Eigentümer es wegen einer geplanten Sanierung zu. Da diese aber erst voraussichtlich 2017 beginnt, können dort nun Anfang 2016 für ein Jahr rund 300 Flüchtlinge einziehen. Der Bezirksausschussvorsitzende der Isar- und Ludwigsvorstadt, Alexander Miklosy, freut sich über die Nachricht: „Wir wurden schon informiert. Diese Entscheidung ist ganz in unserem Sinne.“ Er wolle der Entscheidung des BA nicht vorgreifen. „Die meisten von uns freuen sich aber, dass in unserem Bezirk jetzt ein Platz gefunden wurde.“ Das einzige, was sich Miklosy wünscht: „Dass die Busse, die die Flüchtlinge bringen, nicht in der Baaderstraße halten, sondern in der Auenstraße.“

SKA/WE

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