3000 Demonstranten versperren den Weg

Münchner bremsen Pegida friedlich aus

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Rund 3000 Gegner protestierten am Montag und verhinderten den Pegida-Zug.

München - Die Demo von der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung am geschichtsträchtigen 9. November ist von den Münchner gestoppt worden - und das friedlich.

Eine größere Provokation hätte sich Pegida kaum leisten können – und als Quittung kassierten die Fremdenfeinde eine massive Gegenwehr: Über 3000 Münchner verhinderten am Montagabend ein Pegida-Demo am Jahrestag der Pogrome von 1938 und dem Jahrestag des Hitlerputsches von 1923. KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle hatte versucht, den Marsch der Fremdenfeinde zu verbieten, doch die Verwaltungsgerichtsbarkeit ebnete den selbst ernannten Patrioten den Weg. Was die Justiz nicht schaffte, schafften dann Tausende Gegendemonstranten.

Zuvor gab es aber eine Kundgebung von München ist bunt am Odeonsplatz. Ein bewegter Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach vor 3000 Menschen: „München wird sich immer wieder den Hasspredigern, den Ewiggestrigen und den menschenverachtenden Scharfmachern mit aller Macht entgegenstellen.“ Danach ging Reiter zur Gedenkstunde zum Jahrestag der Novemberpogrome ins Alte Rathaus – dem Ort, wo Joseph Goebbels 1938 die Juden-Hatz startete. Nach der Kundgebung gingen die Teilnehmer Richtung Münchner Freiheit, wo nur rund 100 Pegida-Anhänger ihre Auftaktkundgebung unter ohrenbetäubenden Lärm ihrer Gegner abhielten. Obwohl die Polizei versuchte, die Ludwigstraße am Siegestor zu blockieren, kamen 1500 Gegendemonstranten bis zur Münchner Freiheit durch. Sie machten ein Durchkommen der Pegida-Anhänger unmöglich. Die nahmen Abstand von ihrem Vorhaben, zum Siegestor und zurück zu marschieren. „Wir haben aus Gründen der Verhältnismäßigkeit davon abgesehen, die Demonstration durchzusetzen“, heißt es bei der Polizei. Festnahmen gab es übrigens bis 21 Uhr keine.

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Die Demo im Ticker zum Nachlesen.

Pegida von Gegendemonstranten eingepfercht: Bilder

J. Welte

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