40.000 sollen am Wochenende kommen

Flüchtlinge: OB Reiter fordert Hilfe an - München am Limit

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Flüchtlingkrise: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) fordert die anderen Bundesländer dringend zur Unterstützung auf.

München - Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) fordert die anderen Bundesländer dringend zur Unterstützung auf. München sei angesichts von 40.000 am Wochenende erwarteten Flüchtlingen mit seinen Kapazitäten am Limit.

München bereitet sich auf einen erneuten Ansturm Zehntausender Flüchtlinge vor und schlägt Alarm. Allein am Freitag wurden bis Mitternacht 10.000 Menschen in der Landeshauptstadt erwartet, wie die Regierung von Oberbayern mitteilte. Damit stieg die Zahl der Asylsuchenden seit dem vergangenen Wochenende auf rund 50.000.

Die Bundesregierung rechnet an diesem Wochenende mit der Ankunft von 40 000 weiteren Flüchtlingen in Deutschland. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) forderte die anderen Bundesländer dringend zur Unterstützung auf. Es sei nun Aufgabe der Bundeskanzlerin und der Länderchefs, mehr zu tun. Nordrhein-Westfalen habe am Freitag zwei Sonderzüge mit jeweils rund 500 Menschen aufgenommen.

34 Busse mit jeweils rund 50 Menschen verließen am Freitag München, jedoch nur 12 in Richtung andere Bundesländer. Am Freitagmorgen hätten die anderen Bundesländer 1500 freie Plätze gemeldet. „Das halte ich für skandalös. Alle anderen Bundesländer kann ich nur dringend bitten, sich der solidarischen Aufgabe zu stellen“, sagte Reiter. Auch ein weiteres Drehkreuz zur Weiterverteilung gebe es noch immer nicht. Bayern müsste nach der Verteilquote 15 Prozent der Asylsuchenden aufnehmen, jedoch ist es derzeit ein Vielfaches mehr.

Neben München erreichen immer mehr Flüchtlinge den Hauptbahnhof Passau. „Die Stadt hat einen Krisenstab eingerichtet, der sich um die Versorgung der Menschen am Hauptbahnhof kümmert“, sagte Stadtsprecherin Karin Schmeller. Allein am Donnerstag waren nach Angaben der Bundespolizei etwa 700 Flüchtlinge in der Drei-Flüsse-Stadt angekommen, weil ihre Züge aus Österreich nach Passau umgeleitet werden.

Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) rief in München auch private Vermieter zur Unterbringung von Asylbewerbern auf: „Über 17.000 anerkannte Asylbewerber in Bayern könnten sofort aus unseren Unterkünften ausziehen. Sie finden jedoch keinen Wohnraum. Viele Vermieter wissen gar nicht, dass anerkannte Asylbewerber nicht in Gemeinschaftsunterkünften wohnen müssen.“

Unterdessen bemühen sich die bayerischen Arbeitgeberverbände um eine rasche Integration der Neuankömmlinge auf dem Arbeitsmarkt. „Die Flüchtlingswelle erfordert flexibles und unbürokratisches Handeln“, sagte vbw-Präsident Alfred Gaffal. Am Freitag schalteten die Wirtschaftsverbände ein Portal frei, bei dem sich Arbeitgeber über Voraussetzungen für die Beschäftigung von Flüchtlingen informieren können, unter anderem gibt es Musterarbeitsverträge und eine Hotline. Bereits seit Juni läuft ein Projekt der bayerischen Wirtschaft, bei dem Menschen mit abgeschlossener Ausbildung in Unternehmen vermittelt werden. Ein weiteres Projekt unterstützt jugendliche Flüchtlinge und Asylbewerber bei ihrer Ausbildung an Berufsschulen, unter andern mit Förderung bei der Sprache.

dpa

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