Ab Montag könnten Züge zum Hbf fahren

Flüchtlinge: Wird München wieder zum Drehkreuz?

München - Noch ist unklar, ob ab Montag wieder Flüchtlingszüge am Münchner Hauptbahnhof einrollen. Beim Roten Kreuz ist man zumindest alarmiert.

Wird München ab Montag wieder das zentrale Drehkreuz für den Flüchtlingsstrom? Kurz vor der Wiesn wurden die Grenzkontrollen zu Österreich eingeführt und der Linienzugverkehr Salzburg – München bis 4. Oktober eingestellt, den letzten Tag des Oktoberfests. Aktuell ist Passau das Hauptziel der Flüchtlinge, von Salzburg aus werden Sonderzüge mit Syrern, Afghanen und anderen Flüchtlingen in den Rest Deutschlands um den Hautbahnhof herumgeleitet.

Noch ist unklar, ob ab Montag wieder Flüchtlingszüge am Münchner Hauptbahnhof einrollen. „Wir sind noch in Planungen“, so Stefan Frey, Sprecher des Bayerischen Innenministeriums. „München wird aber auf Dauer nicht verschont bleiben.“ Zwar nähmen die anderen Bundesländer mittlerweile mehr Flüchtlinge auf. „Es gibt aber Länder, wo es besser funktionieren könnte“, so Frey weiter. Der Bund regelt nun die Verteilung und hat im Bundeswehrdienstleistungszentrum in der Dachauer Straße einen zentralen Stab eingerichtet. Die ehrenamtlichen Helfer sind auf neue Flüchtlingszüge vorbereitet: „Wir können jederzeit innerhalb einer Stunde wieder Helfer an den Bahnhof schicken“, so Colin Turner von fluechtlingshilfe­muenchen.de. Fast 5000 Ehrenamtliche sind in Wartestellung.

Beim Roten Kreuz ist man hingegen alarmiert. Jeden Tag sind 500 BRK-Ehrenamtliche im Einsatz – die sind erschöpft. „Unsere Leute sind jetzt in der vierten Woche in Folge im Kriseneinsatz – eigentlich aber schon seit 15 Monaten“, schimpft BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. „Die Ehrenamtlichen werden oft mehrmals am Tag alarmiert, wieder heimgeschickt und nachts noch mal alarmiert, weil das Zusammenspiel aller Stellen nicht gut funktioniert“, so Stärk. Bald gehe die Kraft aus. Daher müsse nun der Freistaat das BRK endlich mit hauptamtlichen Kräften unterstützen und dies auch bezahlen. „Lange geht das sonst nicht mehr gut.“

Armin Geier, Johannes Welte

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