Bilder sagen mehr als Worte

Licht ins Dunkel: Münchner mit rührender Flüchtlingsaktion

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Verständigung ohne Worte: Flüchtlingskinder berichteten mit Hilfe von Licht aus ihrem Leben.
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Verständigung ohne Worte: Flüchtlingskinder berichteten mit Hilfe von Licht aus ihrem Leben.

München - Wie können Flüchtlingskinder von ihrem Leben, ihren Wünschen und Ängsten erzählen, wenn sie nicht Deutsch sprechen können. Eine Aktivistengruppe gibt ihnen eine Stimme und bringt Licht ins Dunkel. Ergebnis: bewegende Bilder.

Die Flüchtlingsdebatte bewegt seit Tagen Deutschland. Doch wie können sich Flüchtlinge, insbesondere Flüchtlingskinder, an ihr beteiligen? Für sie ist es aufgrund fehlender Deutschkenntnisse schwer, von ihrem Leben zu berichten, ihre Ängste und Wünsche zu äußern. 

Gut, dass es andere Ausdrucksmöglichkeiten gibt, beispielsweise die Sprache der Bilder. Wie heißt es so schön: Bilder sagen mehr als Worte.

Aus dieser Idee entstand die neueste Beleuchtungs-Aktion der Münchner Lichtaktivisten Guerrilla Lighting. Am Donnerstagabend, den 27. August, brachten sie Licht ins Dunkel der Nacht in Wemding im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Der Ort ist nicht zufällig ausgewählt. 

Bei der jüngsten Beleuchtungsaktion am Münchner Kulturstrand lernten die Lichtaktivisten Theresa kennen, die in Wemding Flüchtlingskindern Deutschunterricht gibt. In diesen Deutschunterricht konnten die Kinder selbst die Orte benennen, die sie beleuchten wollen. 

Ihre Wahl: Orte, die sie an zu Hause erinnern, die sie beängstigen, sie beeindrucken, an denen sie sich wohl und sicher fühlen.

Beispielsweise der Sportplatz: Es ist der zentrale Treffpunkt der Flüchtlingskinder. Ein anderer Ort ist das Kolpinghaus, welches die wichtigste Anlaufstelle für die jungen Flüchtlinge ist. In dem Haus findet auch ihr Deutschunterricht statt.

Weitere Orte sind der Lohweiher, ein Waldsee mit Waldbad. Ein zwiespältiger Ort für die Flüchtlingskinder, wie die Aktivisten berichten. Die Kleinen sollen ihn auf der einen Seite wegen seiner Schönheit lieben, auf der anderen Seite ihn auch fürchten. Anfang Juni ist dort ein jugendlicher Asylbewerber ertrunken.

Die Aktivisten von Guerrilla Lighting sind nach eigenen Angaben beeindruckt von der Wahl der Orte, von den voranschreitenden Deutschkenntnissen der Kinder und deren Herzlichkeit. Mit ihnen bringen sie Licht ins Dunkel der Wälder, Seen und Orte, vor denen sich die Kinder fürchten oder die sie lieben. Herausgekommen ist ein buntes Farbenspiel, dass die Organisatoren selbst zu Tränen rührt.

Fabian Geißler

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