Flughafen bekommt eigene U-Bahn

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Diese U-Bahn soll künftig am Flughafen fahren.

Flughafen – Der Flughafen bekommt eine eigene U-Bahn. Sie befördert die Passagiere in einer Minute vom Terminal zum 400 Meter entfernten Satelliten.

Die Schienenanbindung des Flughafens an Stadt und Umland hat Kreisliga-Niveau. Beim internen Shuttlesystem spielt der Airport künftig in der Championsleague. Die Flughafen München GmbH (FMG) lässt zwischen dem zweiten Terminal und dem derzeit entstehenden Anbau eine bis zu 30 km/h schnelle U-Bahn verkehren. Fahrtzeit für die 400 Meter: zwischen 50 und 60 Sekunden.

U-Bahn und Satellit am Terminal 2

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Eine U-Bahn am Flughafen

In dem zweispurigen System sollen drei fahrerlose Züge mit je vier Waggons zum Einsatz kommen, womit laut FMG der Transport von bis zu 9000 Fluggästen pro Stunde und Richtung möglich ist. Durch die Wegeführung für die Fluggäste sowie die Aufteilung der Bahnsteige und Zugkonfigurationen will die FMG sicherstellen, dass drei Passagierströme voneinander getrennt befördert werden können. „Diese Differenzierung ist notwendig, weil die Reisenden – je nach Ziel und Herkunftsdestination – unterschiedlichen grenzpolizeilichen Kontrollen und Sicherheitsüberprüfungen unterzogen werden“, heißt es in einer Pressemitteilung von FMG und Deutsche Lufthansa.

Wie berichtet, errichten die beiden derzeit den so genannten Satelliten. Das 600 Meter lange Pier soll die Abfertigungskapazität des Terminals 2 um elf Millionen Fluggäste erhöhen und wird rund 650 Millionen Euro kosten. Rund 90 Millionen Euro sind nun für Entwicklung, Fertigung, Betrieb und neunjährige Wartung des neuen Personentransportsystems (PTS) veranschlagt.

Den Auftrag bekam der kanadische Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation, der bereits über 20 Großflughäfen wie Atlanta, Dallas, London, Peking und Singapur mit einem PTS ausgestattet hat. 1994 errichtete Bombardier das Zugsystem am Frankfurter Flughafen und betreibt es seitdem. In München soll eine Weiterentwicklung davon zum Einsatz kommen. Laut Bombardier-Techniker Detlef Derwenskus sei das System insbesondere in Sachen Brandsicherheit sowie Energieeinsparung durch leichtere Werkstoffe optimiert worden. Aufgrund der Kürze der Strecke werden die Passagiere überwiegend stehend befördert. Es werde aber selbstverständlich auch an behinderte und ältere Menschen gedacht.

Das System soll bereits 2014 und damit ein Jahr vor der geplanten Inbetriebnahme des Satelliten fertiggestellt werden und in den Probebetrieb gehen. Ein weiterer Ausbau bis hin zum Terminal 1 ist laut FMG-Sprecher Ingo Anspach nicht angedacht. Im alten Abfertigungsgebäude seien die Verkehrsflüsse aufgrund der Modulbauweise auch nicht so hoch wie beim Umsteiger-Terminal.

Dieter Priglmeir

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