Die Ermittlungen laufen

Impfskandal um italienisches Luxus-Hotel am Flughafen München: Anwalt von Impfarzt verrät jetzt brisante Details

Flughafen München
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Immer mehr wird zu dem Impfskandal am Münchner Flughafen bekannt.

Nach dem Impfskandal am Münchner Flughafen geraten immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht derzeit ein Arzt aus München.

Flughafen München - Corona-Impfungen für über 100 italienische Hotelanstellte am Münchner Flughafen: Der Impfskandal sorgt nach wie vor für großen Auffuhr. Aktuell wird in mehrere Richtungen ermittelt. Bei einer Razzia wurden kürzlich mehrere Gebäude in München unter die Lupe genommen. Es geht um Bestechung und die Unterschlagung von Impfstoff. Nach und nach werden immer mehr Details zu dem ungewöhnlichen Impfausflug bekannt.

Nach Corona-Impfung am Flughafen München: Ermittlungen gegen Impfarzt laufen

Bei der Corona-Impfaktion am Flughafen war auch der Münchner Arzt Dr. Udo Beckenbauer beteiligt. Er steht laut BR im Mittelpunkt der Ermittlungen der Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen in Nürnberg. „Wir haben am vergangenen Dienstag eine umfangreiche Erklärung an die Zentralstelle geleitet“, mit diesen Worten wird sein Verteidiger Thomas Pfister vom BR zitiert. „Wir wollen bei der Aufklärung helfen.“

Ein Patient habe den Mediziner in seiner Praxis gefragt, ob er bei der Impfaktion helfen wolle. Beckenbauer stimmt zu. Bei einer Münchner Apotheke bestellte er daraufhin den benötigten Impfstoff. Rechtsanwalt Pfister berichtet, dass der Arzt bereits „längere Zeit“ mit der Apotheke zusammenarbeite. Er stellt klar: „Der Impfstoff kommt nicht von Schwarzmarkt. Das ist aber trotzdem ein Verstoß gegen die Impfverordnung.“

Impfskandal am Münchner Flughafen: Einige Fragen bleiben weiter offen

Doch einige andere Fragen bleiben weiter offen. Zum Beispiel, wie der Kontakt zwischen dem Arzt aus München und der italienischen Nobel-Hotelanlage „Forte Village“ zustande kam. Laut BR existierten hier wohl diverse Zwischenstationen. So habe etwa ein Anwalt für Zivilrecht einen Vertrag für die etwa 120 Corona-Impfungen aufgesetzt. Geregelt sind darin unter anderem Ort, Uhrzeit und Art der Durchführung. Wer den Juristen ausgewählt und beauftragt hat? Auch das kann bisher nicht beantwortet werden.

Ermöglicht haben soll den Impfausflug eine - nach Aussagen des Hotels - sogenannte „Partnerschaft“. Das „Forte Village“ habe spezielle Flüge für seine Mitarbeiter nach München organisiert. Durch die Partnerschaft werde den Angestellten ein „spezieller medizinischer Dienst im Ausland ermöglicht“. Gleichzeitig betont das Hotelmanagement in der sardischen Tageszeitung „L‘Unione Sarda“: Bei der Aktion seien nicht der geplante und verwendete Impfstoff, an denen alle EU-Mitgliedsstaaten beteiligt sind, beeinträchtigt worden.

Gesundheitsministerium an Impfaktion beteiligt? Anwalt von Impfarzt dementiert Aussage

Für Aufsehen sorgte kürzlich Beckenbauers Aussage, die Impfaktion sei vom deutschen Gesundheitsministerium organisiert worden. Dieser Vorwurf wurde inzwischen vom Ministerium persönlich, Jens Spahn und dem bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek dementiert. Auch Anwalt Pfister stellt sich klar gegen diese Behauptung. Die Aussage seines Mandanten könne er sich nicht erklären. Die ganze Aktion sei „instinktlos“ gewesen, so Pfister. Aber er betont auch: An der Impfaktion habe der Mediziner keinen Cent verdient.

Die Ermittlungen zum Impfskandal sind inzwischen bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Nürnberg gelandet. Diese ermittelt nun gegen sieben Beschuldigte: Drei Ärzte, einen Anwalt, zwei Personen aus dem Hotelmanagement und eine Apotheke. Eines steht bereits jetzt fest: „Nach der Impfverordnung steht der Corona-Impfstoff nur einem berechtigten Personenkreis zur Verfügung. Die Mitarbeiter des italienischen Hotels waren nicht berechtigt, in Deutschland Impfungen zu bekommen. Hieraus ergab sich dann der Verdacht der Unterschlagung von Impfstoff“, mit diesen Worte wird Staatsanwaltsschaftsprecher Matthias Held vom BR zitiert

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