Nur kurz nach erster Aktion

Skandal wohl größer als gedacht: Zweite Impf-Aktion für italienische Hotelangestellte am Flughafen München

Es ist eine Nachricht, die zum Kopfschütteln verleitet. Am Münchner Flughafen soll es eine zweite Impf-Aktion für italienische Hotelangestellte gegeben haben.

Flughafen München - Es ist ein Skandal, der zuletzt auch weit über die Stadtgrenzen Münchens hinaus für mächtig Aufsehen sorgte. Über 100 Mitarbeiter eines italienischen Luxushotels erhielten am Münchner Flughafen ihre Corona-Impfung. Nun kommt allerdings raus, dass der ganze Eklat wohl noch größer ist, als bisher angenommen. Denn die Impf-Aktion soll wohl nicht die einzige ihrer Art gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen nun ausgeweitet.

Flughafen München: Zweite Impf-Aktion für italienische Hotelangestellte - nur kurz nach der ersten

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, besteht aktuell der Verdacht, dass es noch eine weitere Gruppe italienischer Hotel-Mitarbeiter gegeben habe, die am Flughafen München ihre Impfung gegen das Coronavirus erhalten habe. Das bestätigt Matthias Held, Oberstaatsanwalt der Nürnberger Generalstaatsanwaltschaft, am Freitag der dpa. Viel Zeit liegt zwischen beiden Aktionen wohl nicht.

Denn die zweite Aktion fand demnach am 28. Mai statt - und damit nur gut eine Woche nach der ersten. Unklar ist bislang, wie viele Beschäftigte dort geimpft wurden. Es gebe jedoch den Verdacht, dass Ärzte an beiden Terminen impften, erklärt Held. Bereits zuvor hatte der Anwalt des Impf-Arztes brisante Details bekanntgegeben.

Impf-Skandal am Flughafen München: Spur führt wohl auch nach NRW

Die neueste Spur zu den außergewöhnlichen Corona-Betriebsausflügen führt nach Nordrhein-Westfalen. In Köln wurden dem Oberstaatsanwalt zufolge am Donnerstag, 1. Juli, eine Arztpraxis und eine Apotheke durchsucht. Der Mediziner aus Köln soll ebenfalls am Münchner Flughafen geimpft haben. Auch gegen ihn wird nun ermittelt.

Zuvor war bekannt, dass am 21. Mai 2021 etwa 120 Mitarbeiter eines italienischen Luxus-Urlaubs-Ressorts nach München gereist waren, um dort geimpft zu werden. Auf einen kurzen Aufenthalt folgte der zügige Rückflug der Angestellten auf die Insel Sardinien. Aktuell laufen nun die Ermittlungen wegen Verdachts der Unterschlagung von Impfstoff, der Bestechung und der Bestechlichkeit im Gesundheitswesen. Bereits Mitte Juni hatte die Generalstaatsanwaltschaft deshalb mehrere Orte in München durchsucht. Details zu den Ergebnissen der Untersuchung könnten noch nicht genannt werden, so der Oberstaatsanwalt.

Sowohl das Bundesgesundheitsministerium als auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatten Aufklärung über die Impfungen der Italiener verlangt. Söder betonte: „Wir wollen keinen Impftourismus nach Deutschland.“

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Rubriklistenbild: © Tobias Hase

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