Sogar ausgestopfte Geparden

Die irrsten Zoll-Funde

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Ein Spürhund beim Zoll am Flughafen. Darf auch wirklich alles eingeflogen werden, was diese Urlauber mitgebracht haben? Eine neue, kostenlose App soll Urlaubern nun schnell aufzeigen, was sie wirklich mitbringen dürfen.

Flughafen - Wer am Zoll gefilzt wird, muss möglicherweise tief in den Geldbeutel greifen. Jetzt gibt es eine neue App, die Urlaubern anzeigt, was sie wirklich einfliegen dürfen.

Sie haben Michael Ballack schon erwischt, und auch Oliver Kahn blieb am Flughafenzoll hängen. „Die Handtaschen für 2000 Euro wurden dann deutlich teurer“, erzählt Werner Gatzer. Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium war zum Münchner Airport gekommen, um die Smartphone-App „Zoll und Reise“ vorzustellen, die ab sofort im Apple App Store und im Google Play Store kostenlos heruntergeladen werden kann. „Die neue App hilft Urlaubern, schnell und einfach herauszufinden, welche Waren bei der Einreise nach Deutschland erlaubt sind und von welchen sie lieber die Finger lassen sollten“, sagte Gatzer und präsentierte schließlich das Best-Of der Zoll-Asservatenkammer.

Jährlich landen hier 5000 geschützte Tiere und Pflanzen sowie Produkte, die daraus hergestellt werden. „Vieles wird noch immer von gutgläubigen Reisenden eingeführt“, erzählt Gatzer und präsentiert ein mit Steinkorallen geschmücktes Kreuz. Von anderer krimineller Energie sei dagegen das Fundstück gewesen, das die Zöllner vor einem halben Jahr in der Luftfracht entdeckt hatten: ein ausgestopfter Gepard. „Wir haben den Empfänger der Sendung“, berichtet Zollsprecher Thomas Meister. Das Bußgeld wird kommen.

Noch nicht verhandelt ist auch der Fall eines Mannes, der aus dem Oman 31 lebende Dornschwanzagame einführte – angeblich, um neue Echsen zu essen. „Der Reisende wollte sogar einer unter den Augen des Zollbeamten den Kopf abbeißen“, sagte der Zollsprecher. Jetzt muss er allein 2000 Euro für die artgerechte Haltung der Tiere blechen. Und der Kobra-Reisschnaps, den ein Tourist für sieben Euro in Asien gekauft hat, brachte ihm 150 Euro Bußgeld ein.

250 Milliarden US-Dollar Schaden richtet die Markenpiraterie jährlich laut eines OECD-Berichtes weltweit an. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres entdeckten die Münchner Flughafenzöllner 180 000 gefälschte Waren. Das sei ein Rekord, sagen die Beamten, die sich immer neuer Tricks der Markenpiraten erwehren müssen. Manchmal wird es ihnen aber auch leicht gemacht: Bei einem Trikot von Real Madrid war die Werbeaufschrift zwar ohne Rechtschreibfehler aufgedruckt, allerdings auf den Kopf stehend.

Dieter Priglmeir

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