Wie in der Klinik

Flughafen München: Neues System bei Sicherheitskontrollen soll Wartezeit verkürzen

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Krankenhaustechnik für die Sicherheit. Als erster deutscher Flughafen bekommt München Computertomographen.

Der Flughafen München will mit Technik aus dem Medizinbereich die Sicherheitskontrollen besser und sicherer machen und setzt zur umfassenden Erneuerung an.

  • Am Flughafen München werden ab sofort Computertomographen an den Sicherheitskontrollen eingesetzt
  • Die neue Technik soll die Kontrollen effizienter machen
  • Der Flughafen München setzt als erster deutscher Flughafen diese Technik ein

München/Erding - Dem ein oder anderen ist „CT“ ein Begriff: Die Abkürzung für Computertomograph. Bisher wurde das Gerät beziehungsweise die Technik hauptsächlich in Krankenhäusern und im Medizinbereich angewandt, um hochaufgelöste Bilder zum Beispiel vom Gehirn zu machen. Die präzise Bildtechnik kommt nun auch am Münchner Flughafen zum Tragen. Aber nicht in der Krankenstation, sondern in den Sicherheitskontrollen.

Dort sollen Computertomographen das Handgepäck durchleuchten und so die Kontrolleneffizienter machen, das bedeutet unter anderem auch: Die Wartezeiten verkürzen. Nach einem Testlauf seien 97 Prozent der befragten Fluggäste mit der komfortablen und schnellen Abfertigung zufrieden gewesen, sagte Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU).

Flughafen München: Neue Sicherheitstechnik wird ein Jahr getestet

Zunächst wird die Technik noch ein Jahr getestet, sie ist nur eins von mehreren neuen Projekten. Danach werde der Airport als erster in Deutschland mit CT-Geräten serienmäßig ausgestattet, sagte Reichhart am Donnerstag. 61 CTs und 48 neue Kontrollspuren soll es ab 2020 für den Münchner Flughafen geben.

„Das neue Kontrollsystem ist ein Quantensprung mit mehr Effizienz und höherer Sicherheit“, sagte Reichhart. Das Handgepäck werde so automatisiert auf Sprengstoff untersucht. Die Fehlalarmrate sei deutlich niedriger ist als bei der bisherigen Technik. Zudem geht es für die Passagiere schneller, denn sie müssen Flüssigkeiten und Laptops nicht mehr aus dem Gepäck kramen. Die Technik aus dem Medizinbereich ermöglicht ein überlagerungsfreies Bild des Gepäcks in Schichten.

Flughafen München: Sicherheitskontrollen sollen effizienter und schneller werden

„Dank der neuen Technologie werden nicht nur Sicherheit und Effizienz der Kontrollen, sondern auch der Passagierkomfort erheblich gesteigert“, sagteFlughafenchef Michael Kerkloh. Konnten bisher in einer Kontrollspur rund 100 Passagiere stündlich kontrolliert werden, schaffe eine neue Spur bis zu 260 Fluggäste.

Eine Strahlenbelastung müssten Fluggäste und Personal am Flughafen München nicht fürchten. Es sei sichergestellt, dass wie bei den bisherigen Röntgenanlagen keine Strahlung nach außen trete, hieß es. Die Geräte seien strahlenschutztechnisch abgenommen. Ob die neue effiziente Technik aber auch Sicherheitspannen dieser Art (merkur.de*) verhindern wird? Der Flughafen musste deswegen für zwei Stundengesperrt werden.

*merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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