Trauer um Schlager-Star und Ex-Dschungelcamper Gunter Gabriel

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Flieger von München in die Dominikanische Repbulik

Notfall an Bord: Passagiere wütend über Zwischenlandung

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Auf dem Weg von München in die Dominikanische Republik musste ein Flieger zwischenlanden.

München/Punta Cana – Ein Mann hat in einem Flugzeug von München in die Dominikanische Republik einen Schlaganfall, die Maschine muss zwischenlanden. Manchen Fluggästen passt das gar nicht: Sie beschweren sich wegen der Verspätung.

Die Münchner Journalistin Ilanit Spinner (32) ist immer noch entsetzt. Am 7. Dezember flog sie zu einem Kurzurlaub in die Dominikanische Republik. Die Maschine der Condor hebt mit 250 Passagieren in München ab. Doch dann nach vier Stunden Flug hatte ein Mann vermutlich einen Schlaganfall. ARD-Reporterin Ilanit Spinner beschreibt ihn als sportlich, schlank und mittleren Alters: „Beim Einsteigen hatte er ein Golfbag geschultert und sah topfit aus. Das alleine zeigt, es hätte jedem passieren können.“

Diese Einsicht aber fehlte einigen Passagieren an Bord. Sie beschwerten sich lauthals über die zu erwartende Verspätung.

Dabei war die Brisanz der Lage offensichtlich: „Vier Mal hatte der Kapitän durchgesagt, ob sich ein Arzt an Bord befinde, die Crew lief mit Sauerstoffflaschen und Erste-Hilfe-Koffer durch die Maschine“, sagt Ilanit Spinner, die dem Münchner Merkur am Sonntag telefonisch in der Karibik erreichte. Die Maschine befand sich mitten über dem Atlantik.

Flugzeug wechselt Kurs, um Passagier zu retten

Um den Passagier zu retten, wechselte das Flugzeug den Kurs und steuerte den nächsten Flughafen an, es war St. Johns in Neufundland/Kanada. „Als wir nach eineinhalb Stunden dort landeten, standen Krankenwagen und Notarzt schon bereit“, erzählt Ilanit Spinner. Die Maschine wurde aufgetankt, um noch am selben Abend nach Punta Cana weiter zu fliegen.

Doch mehrere Passagiere stritten mit den Crewmitgliedern – bis dann per Durchsage der Appell kam, „sich doch bitte vorzustellen, bei dem Notfall würde es sich um einen Familienangehörigen handeln“, erzählt Spinner. Sie war so schockiert, dass sie den Vorfall im Internetportal Facebook postete. Dort schreibt sie: „Noch während der Durchsage diskutiert die Reisegruppe hinter mir, wie unmöglich es doch sei, das Abendessen am Urlaubsort nun zu verpassen und erst zum Frühstück am nächsten Morgen wieder ausreichend verköstigt zu werden.“

Passagier wird immer noch ärztlich behandelt

Ein Condor-Sprecher bestätigte dem Münchner Merkur den Vorfall. „Bei einem medizinischen Notfall konsultiert die Crew einen Arzt am Boden. Der stellt eine Ferndiagnose und berät die Crew“, erklärte er. Der Passagier werde noch immer ärztlich behandelt. Letztlich habe die Verspätung wegen des Notfalls zwei Stunden und 45 Minuten betragen. Die Kosten für den außerplanmäßigen Stopp trägt Condor, sie liegen bei rund 15.000 bis 20.000 Euro: „Genau lässt sich das erst nach Monaten sagen, weil neben Kosten für Kerosin und Flughafengebühren oft auch Folgeverspätungen verursacht werden.“

Wichtiger als Geld sei aber das Leben der Passagiere. Ihn freue, dass der Vorfall nun öffentlich diskutiert wird. Denn bei sieben Millionen Condor-Passagieren jährlich seien gesundheitliche Probleme nicht außergewöhnlich. „Für die Crew ist es in einem solchen Fall eine enorme Belastung, wenn sie sich dafür rechtfertigen muss, dass sie einen Menschen in Not unterstützt.“ Der Condor-Sprecher hofft, dass der Fall eine Diskussion darüber anstößt, wann es unangebracht und sogar unanständig ist, sich über eine Verspätung zu beschweren. Gleichzeitig lobt er die Fluggäste, die Mitmenschlichkeit zeigten. „Sie waren für die Crew eine ganz große Hilfe emotionaler Art.“

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