Flughafen: Satellit für 11 Millionen Passagiere

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52 neue Gates und 27 neue Flugzeug-Parkplätze: Mit dem neuen Satellit steigt München zum internationalen Drehkreuz auf.

München - Fahrerlose Züge, 52 neue Gates und sehr viel Glas – so wird der Terminalsatellit aussehen, der im Jahr 2015 am Münchner Flughafen in Betrieb gehen soll.

Der Flughafen München ist eine Erfolgsgeschichte: Jetzt wächst er weiter, und das gewaltig: Durch einen neuen Satelliten am Terminal 2 steigt der Flughafen ab 2015 in die Liga der „internationalen Premium-Drehkreuze“ und erreicht ähnliche Kapazität wie der Frankfurter Airport, freute sich am Freitag Thomas Klühr von der Deutschen Lufthansa AG. Dr. Michael Kerkloh, Vorsitzender Geschäftsführer der Flughafen München GmbH (FMG), erklärt in der tz das Riesengebäude mit 123 000 Quadratmetern:

Warum wird der Satellit am Terminal 2 gebaut?

Dr. Michael Kerkloh: Seit der Eröffnung im Juni 2003 sind am Terminal 2 bereits 160 Millionen Passagiere angekommen oder abgeflogen. Inzwischen wird es auch dort eng, 2010 wurde die Passagierkapazität von 25 Millionen Fluggästen nahezu ausgeschöpft. Deshalb bauen wir jetzt den neuen einen Satelliten für das Terminal 2.

Bilder: Der Satellit am Terminal 2

U-Bahn und Satellit am Terminal 2

Woher kommt der Name?

Kerkloh: Das Gebäude heißt Satellit, weil es anders als ein Terminal keine landseitige Anbindung und keinen Check-in-Schalter hat. Ab 2015 sollen dort jährlich elf Millionen Passagiere zusätzlich abgefertigt können.

Wie kommen die Passagiere zum Satelliten?

Kerkloh: Was wir hier planen, können Sie sich am besten als eine flughafeninterne, U-Bahn vorstellen, die unterirdisch und automatisiert stündlich bis zu 4000 Passagiere in beiden Richtungen befördern kann. 50 Sekunden werden die Züge bei einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde für den Fahrweg von 432 Metern benötigen. Sie können jeweils pro Fahrt bis zu 400 Personen befördern und sollen alle 90 bis 180 Sekunden starten. Damit sich die Reisenden, die je nach Destinanation unterschiedliche Kontrollen durchlaufen müssen, nicht vermischen, werden die Bereiche voneinander getrennt. Auch werden wir die Kapazität der Gepäckförderanlage um 30 bis 35 Prozent erhöhen. Dann können wir stündlich bis zu 7300 Koffer durchs Terminal 2 schleusen.

Wie sieht das Gebäude aus, wie viele neue Jobs entstehen?

Kerkloh: Wie beim Terminal 2 werden wir hier dank großflächiger Glasfassaden ein helles Ambiente schaffen. 52 Gates stehen auf zwei Etagen zur Verfügung. Neben den Serviceeinrichtungen wird auf 90 000 Quadratmetern ein breites Angebot von Restaurants und Geschäften geschaffen. Mit den Passagier-Kapazitäten, die der Satellit bringt, dürften nach einer Faustformel 15 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Momenten arbeiten auf dem Flughafen-Gelände rund 30 000 Menschen.

Wieviel kostet der Satellit?

Kerkloh: 650 Millionen Euro. Die Kosten tragen die Lufthansa zu 40 Prozent und die FMG zu 60 Prozent.

Airport-Zahlen der Superlative

Terminal 2 Satellit
Kapazität 25 Mio. Gäste 11 Mio. Gäste
Fläche 260 000 m² 122 850 m²
Länge & Breite 980 x 30 m 605 x 46 m
Gates 112 52
Warteraumfläche 28 500 m² 17 830 m²
Pass-/Sicherheitskontrollen 54/31 42/24
Einzelhandel & Gastronomie 16 400 m² 9270 m²

tz

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