Hier kommt sogar die Klobrille unter den Hammer

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Familie Geigl mit der ersteigerten Klobrille.

München - Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten! Am Samstag fand die Fundsachenversteigerung des Flughafen München statt.

Im Bierzelt auf dem Volksfest in Hallbergmoos tummeln sich viele Schaulustige, aber auch einige ernsthaft interessierte Bieter sind gekommen. Der Nachmittag beginnt mit einem Ständchen: Der Bürgermeister der Stadt Hallbergmoos, Klaus Stallmeister, höchstpersönlich stellt sich ans Mikrofon und singt. "The Auctioneer", passend zum Anlass. Nach der kurzen Showeinlage geht es zur Sache. Im Minutentakt bringt Sepp Mittermeier, Vater des berühmten Comedians Michael Mittermeier, die Ware an den Höchstbietenden.

Unter den Artikeln sind auch ungewöhnliche Stücke. Zum Beispiel mehrere Motorsägen, eine Taucherlampe, eine Lederpeitsche oder eine mit Muscheln verzierte Klobrille. Letztere hat sich Familie Geigl gesichert. „Eigentlich wollte unsere zehnjährige Tochter Jenny nur den pinken Cowboyhut haben“, erzählt Mutter Ingrid (39). Aber im Paket, das die Familie für 25 Euro ersteigert hat, sind ein Buch und ein Toilettensitz dabei - den will die Familie vielleicht sogar anbringen.

Rasenmäher, Klobrille, Koffer: Bilder von der Versteigerung am Flughafen

Rasenmäher, Klobrille, Koffer: Bilder von der Versteigerung am Flughafen

Doch nicht jeder ist glücklich mit den Geboten. Antonia Köberl (42) stöhnt laut auf, als ihr Mann den Zuschlag bekommt. Peter Köberl (42) hat nämlich einen Koffer mit 30 Navigations- und Handyhaltern fürs Auto erstanden – für 30 Euro. „Ich weiß noch nicht genau, was ich damit mache. Ich fand den Koffer einfach irgendwie nett“, sagt er. Nach kurzem Überlegen fügt er hinzu: „Wahrscheinlich werde ich alles am Flohmarkt verkaufen“. Und vielleicht war der Kauf doch keine so schlechte Idee, wie es Antonia zunächst erschien: Den ersten Handyhalter konnte ihr Mann noch im Festzelt für fünf Euro weiter verkaufen. Besonders beliebt sind die sogenannten Überraschungskoffer. Die Koffer werden verschlossen versteigert. Was sich darin befindet, sieht man erst hinterher.

Den letzten der insgesamt sechs Überraschungskoffer haben sich zwei junge Dingolfinger gesichert. Andreas Beier und Peter Saller (beide 22) haben zusammengelegt und für 145 Euro den Zuschlag erhalten. Sie sind sich noch nicht sicher, ob sie mit dem Kauf des Koffers das große Los gezogen haben, ob sie eine gute oder eine böse Überraschung erwartet. „Wir müssen uns das noch einmal in Ruhe ansehen“, sagt Beier. Und Ruhe haben die beiden im Moment überhaupt nicht. Denn sobald sie den Koffer geöffnet haben, ringen sich viele Schaulustige um sie – jeder möchte sehen, was in dem geheimnisvollen Gebot steckt.

Auf den ersten Blick kommen zwei Markenanzüge, eine Krawatte und ein Pyjama zum Vorschein. Dazwischen liegt ein Modelleisenbahnwagen. Und plötzlich ist Beier ganz aufgeregt: „Vielleicht ist der ja sogar was wert?“, fragt er seinen Freund. Es scheint, dass der Koffer tatsächlich ein schöne Überraschung in sich barg.

Petra Markovic

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