Mit blutrotem Kopf vor Gericht

Fonsi Springer muss 35.000 Euro zahlen

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Christian "Fonsi" Springer

München - Die Posse um den beliebten Kabarettisten Christian "Fonsi" Springer vor Gericht ging am Mittwoch in die nächste Runde. Mit einem Vergleich als Ergebnis: Er zahlt 35.000 Euro.

Die Künstlerseele vor Gericht – Fonsis Bühne ist das nicht …

„Ich fühle mich betrogen“, ruft Christian Springer mit brodelnder Stimme im Sitzungssaal E 06. Dort hatte der beliebte Kabarettist am Mittwoch wieder einen Auftritt beim Oberlandesgericht München – ein unangenehmer Termin. Fonsis blutroter Kopf verrät: Er brodelt innerlich, wirkt sehr angespannt. Es ist Tag zwei im Prozess der Auskunftsklage seines ehemaligen Agenten Roland F. (Az 3U2674/12) – der fordert ausstehende Honorare von rund 80 000 Euro und zweifelt Fonsis Kündigung an. Ein Vergleich vor Gericht scheiterte Mitte September in letzter Sekunde – und brachte sogar den Richter auf die Palme.

Am Mittwoch ging die Posse in die nächste Runde. Die Beweisführung startet, die erste Zeugin wird gehört – es ist Birgit S., die Ex-Frau und Mitarbeiterin von Roland F. Anschließend befragt Richter Schneider den Agenten und Fonsi. Es geht um Inhalte des Künstlerbetreuungsvertrages, den der Kabarettist am 28. März 2011 gekündigt hat – doch immer wieder geraten die beiden im Gerichtssaal aneinander. Der Richter genervt: „Was für eine Schlammschlacht. Das ist ja hier wie bei einer Scheidung!“

Ein treffender Vergleich. Denn: In diesem Prozess geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Vertrauen zwischen Geschäftspartnern. Hier die zarte Künstlerseele Christian Springer, dort der gewiefte Manager Roland F. – sieben Jahre lang war diese Liaison erfolgreich. Streitpunkt ist jetzt die Kündigungsklausel (§627 BGB): Wird sie im Vertrag ausgeschlossen, kann man nicht ohne wichtigen Grund fristlos kündigen. In Fonsis Fall betrug die Frist genau ein Jahr – in dieser Zeit verdient der Agent noch für gebuchte Aufträge.

„Wir machen mit jedem Künstler einen Betreuungsvertrag“, sagt Roland F., und Fonsi gibt zu: „Das Papier habe ich gar nicht ausführlich gelesen. Und auch nicht vorher anwaltlich prüfen lassen – denn ich habe Roland vertraut.“ Ganz klar: Paragrafen sind nicht die Welt des Kabarettisten. Vor Gericht wirkt Fonsi verletzlich, gibt sich naiv – und leidet.

Doch dieses Mal kommt es zur Einigung vorm OLG. Nach der Beweisführung tendieren die Richter zu Fonsi – die Geschäftsbedingungen aus dem Künstlervertrag mit Roland F. scheinen ihnen nicht ganz astrein, zudem gibt es einige handschriftliche Zusätze. Am Ende steht ein Vergleich: Fonsi muss 35 000 Euro zahlen. „Hoffentlich ist jetzt Ruhe.“

Andreas Thieme

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