Bürger belagern Politiker

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Die Forstenrieder Bürger protestieren gegen die Schießanlage.

München - Der Saal im Stadtteilzentrum Fürstenried-Ost ist voll besetzt, 200 Besucher sind gekommen, viele Bürger müssen stehen.

Der örtliche Bezirksausschuss (BA) tagte am Dienstagabend – auch zur geplanten Riesen-Schießanlage im Forstenrieder Park ganz im Süden der Stadt. Und die Stimmung brodelt! Der BA-Vorsitzende Hans Bauer ( SPD ) muss die Bürger mehrfach zur Ordnung rufen.

Die Nachbarn protestieren gegen die Pläne des Schützenvereins Hubertus: Der will seine alte Anlage mitten im Landschaftsschutzgebiet ausbauen und zum Lärmschutz einen 20 Meter hohen Wall aufschütten lassen – auf einer Fläche fast so groß wie die Allianz Arena (tz berichtete)!

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Werktags und samstags sollen dann zwischen 8 und 20 Uhr die Schüsse fallen. Bisher sind nur zwei Nachmittage pro Woche erlaubt. Heinz Kuhnert trägt die Sorgen der Bürger vor und bekommt frenetischen Applaus. „Klammheimlich“ hätten die Schützen ihren Ausbau durchziehen wollen, kritisert er. Jetzt aber lägen alle Fakten auf dem Tisch: Alle Lärm-Prognosen seien unsicher, der Wald würde entwertet, durch die Schüsse drohten Gefahren im Viertel – und überhaupt sei kein einziger Schießstand im Freistaat so nah an Wohnhäusern.

Von den Parteien hat sich bisher nur die SPD gegen den Bau ausgesprochen, CSU , Grüne und FDP wollen einen Runden Tisch abwarten. Erst danach soll es eine Abstimmung geben. Das quittiert ein Bürger mit dem Zwischenruf: „Filz!“ Immer wieder buhen die Nachbarn und poltern „Pfui!“. Von den Schützen ließ sich keiner blicken. Die Bürger belagern ihre Politiker, sie wollen Druck machen: Am Dienstag beim Runden Tisch mit Experten der Stadtverwaltung, und am Donnerstag wollen die Nachbarn sogar eine Bürgerinitiative gründen.

David Costanzo

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