Lehrerin beim Gassigehen tot gefahren

Mordprozess: Todesfahrer droht Gefängnis

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Thomas K. (39) (l.) räumte den Unfall ein - nicht aber die Fahrerflucht.

Forstinning - Er hatte keinen Führerschein, dafür Alkohol im Blut. Mit dem Auto seiner Freundin rammte ein Gerüstbauer in Forstinning eine 45-Jährige Lehrerin, die mit ihrem Hund spazieren ging. Die Frau starb.

Es sieht schlecht aus für den Angeklagten Thomas K. (39)! Der Gutachter rekonstruierte vor Gericht den tödlichen Unfall - dabei wurden auch Fotos vom Tatort und dem Unfallwagen gesichtet. Mittlerweile ist eindeutig geklärt: Die getötete Birgit B. stand am linken Straßenrand - sie war dem Fahrer rückwärts zugewandt.

Durch die Verschmutzung an der Felge des Autos und die Schäden am Kotflügel ist klar, dass K. nach links ausgewichen sein muss. Laut Gutachter stand die Frau am Übergang zwischen der sieben Meter breiten Fahrbahn und dem Feldweg, als sie getroffen wurde.

„Der Unfall ist schlüssig nachvollziehbar“, sagte der Gutachter. Schlecht für Thomas K.! Der hatte nämlich zum Prozessauftakt behauptet, er sei nach rechts ausgewichen und hätte den Hund der Lehrerin erwischt. So wollte er eine Verurteilung wegen versuchten Mordes verhindern.

Denn die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass K. sein Opfer erst umfuhr - dann aber nicht anhielt, um ihr zu helfen. Seine Aussage scheint nun aber widerlegt. Auch Richter Martin Rieder schimpfte zu Prozessbeginn: „Erzählen Sie keinen Schmarrn!“ Er fällt am Mittwoch das Urteil gegen Thomas K.

Denkbar ist auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung. Als sicher gilt, dass der Todesfahrer ins Gefängnis muss.

Von Andreas Thieme

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