Heute versus damals: Wiesn, Vitualienmarkt & Co.

München im Wandel der Zeit: Fotostory über Tradition, Entwicklung und Flair der bayerischen Landeshauptstadt

Die Bräurosl war um 1900 das größte Festzelt auf dem Oktoberfest.
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Die Bräurosl war um 1900 das größte Festzelt auf dem Oktoberfest.

„Bussi-Bussi-Metropole“, „Weltstadt mit Herz“ oder einfach „Minga“: Dass München schon immer traditionell und modern zugleich war, zeigt die Fotostory.

Nur rund 70 Kilometer vom Alpen-Idyll entfernt, war die bayerische Landeshauptstadt schon immer beliebt bei den Schönen und Reichen. Seine Könige wussten um das Potential der Stadt und verhalfen ihr mit Prunkbauten und Veranstaltungen Gehör in der großen weiten Welt. Als die Zeit des Adels endet, verwandelt sich auch die Isar-Metropole. Der Fortschritt hält Einzug, doch die „Weltstadt mit Herz“ behält ihren Hang zur Tradition. Darauf legt der Münchner schließlich Wert. Dass München im Wandel der Zeit an Flair und Beliebtheit nie einbüßen musste, belegt die Fotostory.

Die erste S-Bahn-Stammstrecke für München

Pläne gab es schon zuvor, doch als München 1966 den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1972 erhielt, musste das S-Bahn-Projekt beschleunigt werden. 1969 feierte man den Durchbruch für den ersten S-Bahn-Tunnel.

Erste S-Bahn fährt 1972 durch den Tunnel

Im Mai 1972 kann die S-Bahn drei Monate vor dem Beginn der Olympischen Spiele ihren Betrieb aufnehmen.

Zweite Stammstrecke in München im Bau

Heute ist München eine Metropole. Weil die Fahrgastzahlen stetig wachsen, wird parallel zur ersten Stammstrecke eine zweite gebaut. Das Mammut-Projekt soll 2028 fertiggestellt werden.

Das Wahrzeichen von München: Die Frauenkirche

Die Frauenkirche ist eines der Wahrzeichen der bayrischen Landeshauptstadt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche zerstört.

Wiederaufbau der Frauenkirche in München dauert 14 Jahre

Der Wiederaufbau begann 1946. Auf diesem Bild, das den Stachus 1957 zeigt, sieht man nichts von der Baustelle an der Frauenkirche. Die Arbeiten wurden trotzdem erst 1960 nach 14 Jahren abgeschlossen.

Frauenkirche ist heute ein Besuchermagnet

Von 1989 bis 1994 wurden die Türme und der Innenraum restauriert. Heute ist die Frauenkirche ein Touristenmagnet.

Der Marienplatz in der 1950er Jahren

Einst trafen auf dem Marienplatz die beiden Hauptstraßen Münchens aufeinander. Bis 1972 konnte man sogar noch mit dem Auto über den Platz fahren. Hier zu sehen auf einer Aufnahme um 1958.

Glockenspiel im Rathausturm ein Spektakel für Touristen

Dass man direkt bis vor das Rathaus fahren kann, ist heute undenkbar. Inzwischen ist der Platz Teil der Fußgängerzone. Wenn Touristen das Glockenspiel im Rathausturm beobachten, ist ohnehin kein Durchkommen mehr.

Der Englische Garten am Westufer der Isar: Ein Park von Welt im 18. Jahrhundert

Eigentlich war das Gelände am Westufer der Isar ein Jagdgrund der Wittelsbacher. Unter der Schirmherrschaft des pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor wurde 1789 dann aber die Parkanlage errichtet, deren südlicher Teil uns heute als Englischer Garten bekannt ist. Die Bezeichnung setzte sich relativ schnell gegen seinen ursprünglicher Namen „Theodors Park“ durch und bezeichnet den der Natur angepassten Garten-Stil als Abgrenzung zum geometrischen „französischen“ Garten.

Ein Bier am Chinesischen Turm im Englischen Garten: Erholungsort und „Grüne Lunge“ Münchens

Schon immer war der englische Garten ein beliebter Erholungsort. Auch der Chinesische Turm gehörte von Anfang an als besonderer Hingucker dazu. Weil chinesische Baukunst gerade schwer in Mode war, wurde die Pagode nach Vorbild der Majolika-Pagode in Peking gebaut. Schon in seinen Anfängen wurden hier hungrige Spaziergängern mit Speis und Trank versorgt.

Der Isarring: Teilung des Englische Gartens in den 60ern

In den Sechzigern wurde die beliebte Grünanlage dann unter Protestrufen vieler Münchner geteilt. Der vierspurige Mittlere Ring sollte als zentrales Ringsystem den Münchner Verkehr erleichtern. Inzwischen gilt er allerdings als staureichste Strecke Deutschlands und einzelne Baustellen ziehen sich bis heute hin. Der Abschnitt der durch den Englischen Garten führt, wird „Isarring“ genannt. Er teilt die Grünanlage seitdem in einen gut besuchten südlichen und einen weniger frequentierten nördlichen Teil.

Der Monopteros im Englischen Garten: Wintersport-Geschichte und Treffpunkt der Jugend

Ein kleines aber wichtiges Gebäude im Englischen Garten ist auch der von Leo von Klenze entworfene Monopteros. Der 31 Meter hohe Tempel liegt auf dem ersten geschichtlich belegten Skihang Bayerns. Hier schnallte sich Wintersportler August Finsterlin 1888 ein skandinavisches Paar Bretter an die Füße und schrieb damit Ski-Geschichte. Ein ganzes Jahrhundert später schrieb der Monopteros erneut Geschichte: Ab den 1960ern wurde er zum festen Treffpunkt vieler provozierenden und protestierenden Jugendlichen im Englischen Garten.

Treffpunkt Monopteros: Die „Gammler“ 1966 im Englischen Garten

München, „Die Hauptstadt mit Herz“ war damals eine der Dreh und Angelpunkte der internationalen Hippie-Bewegung. 1966 machten die sogenannten „Gammler“ den Anfang: sie übernachteten am Monopteros, liefen der Polizei davon und schockierten durch ihr verwahrlostes Streuner-Image. 

Hippies, Drogen und Protest: Münchner Blumenkinder im Englischen Garten

Ihnen folgten bunte und mit Fellwestchen bekleidete Hippies. Sie protestierten vor dem Monopteros gegen den Vietnamkrieg oder für die sexuelle Befreiung. Andere Treffpunkte waren die Schwabinger Insel oder die Schönfeldwiese, oft mit einem Joint in der Hand oder psychedelischen Stoffen in der Tasche. In Kommunen oder sogenannten Love-Ins strebten unter anderem auch Schwabinger Berühmtheiten wie Rainer Langhans oder Uschi Obermaier nach Befreiung und Erleuchtung. München, das „deutsche San Francisco“ der 1970er wurde damals zur DER Partystadt schlechthin - abgedrehte Clubs, massenweise Drogen und Stars aus der internationalen Musik und Partyszene inklusive. Der Englische Garten schockierte den Rest der Welt allerdings besonders mit seiner Nacktheit. Auf der Schönfeldwiese hinter dem Haus der Kunst sonnte sich die Jugend der Stadt, wie Gott sie schuf.

Der Englische Garten heute: Stadtpark-Idylle und überfüllter Sommer-Treffpunkt

Ganz so nackt und bunt sieht der Englische Garten 2020 nicht mehr aus. Er ist aber immer noch ein beliebter Treffpunkt für Münchner aller Art, besonders im Sommer. Wie die Sardinen in der Dose reihen sich hier sonnende Studenten aneinander, spielen Speedminton, Volleyball oder genießen ein kühles Bier am Monopteros. Wie überfüllt es dabei werden kann, zeigte auch die Coronavirus-Krise. Besonders in den Sommermonaten 2020 hatte die Polizei im Englischen Garten alle Hände voll zu tun.

Die alten Meister betrachten in der Alten Pinakothek

Im Herzen des Münchner Kunstareals gelegen, war die Alte Pinakothek von Anfang an ein beliebter Treffpunkt für kulturliebende Münchner und auch international ein angesehenes Reiseziel. Die Gemäldesammlung war 1836 der erste der in der Maxvorstadt angesiedelten Museumsbauten und beherbergte schon damals die alten europäischen Meister. Einen echten Rubens, Brügel oder Dürer mit eigenen Augen sehen: Das wollte sich der Münchner von Welt nicht entgehen lassen.

Zerstörung der Alten Pinakothek im Krieg

Wie viele andere Gebäude wurde die Alte Pinakothek München schließlich im Krieg zerstört. Ab 1957 wurden die aus dem Gebäude geretteten Gemälde dann wieder in der Maxvorstadt ausgestellt. Die Spuren der Zerstörung sind auch am heutigen Gebäude noch zu sehen.

Alte Meister neue Beliebtheit: Die wiederaufgebaute Alte Pinakothek

In Gedenken an den Zweiten Weltkrieg ist der zerstörte Teil der Alten Pinakothek immer noch an seiner Färbung sichtbar. Das Museum ist besonders an Sonntagen gut besucht - denn da kostet der Eintritt nur einen Euro.

Der Münchner Hauptbahnhof: Das Häuschen auf dem Marsfeld

Ursprünglich startete der Hauptbahnhof München als kleiner provisorischer Bahnhof auf dem Marsfeld, wo heute die Hackerbrücke steht. 1839 wurde er schließlich als Zentralbahnhof an seinen heutigen Platz gebaut. Die damalige Bahnhofshalle bot Platz für fünf Gleise und war 111 Meter lang, 29 Meter breit sowie 20 Meter hoch. Damit hatte der zuständige Architekt Friedrich Bürklein den Bahnhof etwas zu klein gebaut. Der Hauptbahnhof bekam eine kleine Schwester, den Ostbahnhof.

Hauptbahnhof-Zerstörung und Wiederaufbau

Anfangs hielt der Hauptbahnhof* den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg noch stand. Am 25. Februar 1945 musste dann aber auch hier der Zugverkehr nach 112 Bombeneinschlägen gestoppt werden. Wegen den schweren Beschädigungen wurde die Bahnhofshalle schließlich gesprengt und ein Wiederaufbau eingeleitet. Der zog sich wegen Finanzierungsproblemen über einige Jahre. Mitte der 1950er wurde die neue Bahnhofshalle in Betrieb genommen

Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München mit 10 Minuten...

Seit dem Aufbau des neuen Hauptbahnhof-Gebäudes und der Inbetriebnahme der Stammstrecke wurden regelmäßig neue An- und Ausbauten vorgeschlagen. Besonders dem Bau einer Transrapid-Verbindung zum Flughafen verhalf Edmund Stoiber mit seiner viel-belächelten Rede zu Prominenz. Wegen Finanzierungsfragen wurde das Projekt allerdings eingestellt.

Die fünfte Jahreszeit in München: Wie alles begann...

Kaum etwas anderes steht so sehr für die bayerische Landeshauptstadt wie das größte Volksfest der Welt. Das Oktoberfest, die „Wiesn“ wird seit 1810 regelmäßig auf der Theresienwiese abgehalten. Mit einem Pferderennen wurde damals, am 12. Oktober, die Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese gefeiert. Das Pferderennen blieb lange Bestandteil der Wiesn (hier ca. 1935) Dass das Fest einmal solche Ausmaße annehmen würde, hätten sich der Kronprinz aber sicher niemals träumen lassen.

Ozapft is: Was wäre die Wiesn nur ohne Bier?

Zur Pferderennbahn kamen über die Jahre Kletterbäume, Kegelbahnen, Schaukeln und 1818 schließlich das erste Karussell hinzu. 1880 brach für das damals noch relativ überschaubare Oktoberfest schließlich eine neue Ära an: Die Stadt München genehmigte den Ausschank von Bier auf der Theresienwiese. Achtzehn Jahre später folgte das erste große Bierzelt, die „Bierburg“. Und es sollte nicht das Letzte bleiben...

Das Oktoberfest-Attentat 1980

Das Oktoberfest entwickelte sich zu einer internationalen Sensation und lockt jedes Jahr mehr Besucher nach München. 1980 wurde das größte Volksfest der Welt allerdings von einem rechtsextremen Terroranschlag überschattet. Mit einer selbstgebauten Bombe tötete ein Attentäter 13 Personen und verletzte 221 Passanten, 68 davon schwer. Bis heute erinnert ein Denkmal am Haupteingang an die grausame Tat.

„Die Wiesn“ als Besucher-Magnet

Nicht nur aufgrund des Attentats sondern auch wegen des steigenden Besucherandrangs wurden die Sicherheitsmaßnahmen auf dem Oktoberfest kontinuierlich ausgebaut. 2019 zählten die Wiesn-Verantwortlichen rund 6,3 Millionen Besucher aus aller Welt, unter anderem aus Australien, den USA und Neuseeland. Damit erreichten sie die Top-Zahlen des Vorjahres 2018 erneut. Das Oktoberfest hat längst alle Rekorde gebrochen, deshalb wünscht man sich in München vor allem eine sichere Wiesn und hohe Qualitätsstandards für Schausteller, Wirte und Gäste.

Von der „Bierburg“ zum Partyzelt

Im Laufe der Jahrzehnte mauserten sich die ehemals einfachen Bierzelte zur Party-Location. Mit „Zelten“ haben die Bauten der Münchner Großbrauereien heute schließlich nichts mehr zu tun - sie trotzen Wind und Wetter und versorgen Tausende von Wiesn-Besuchern mit Speis, Trank, Musik und Tanz. Zum hundertsten Jubiläum der Wiesn 1910 war die „Bräurosl“ das größte Zelt. Insgesamt schenkten die Wirte damals insgesamt 12.000 Hektoliter Bier aus - zu einem Bierpreis von nur 38 Pfennig. Darüber können die heutigen Wirte nur schmunzeln: 2019 wurden insgesamt 7,3 Millionen Maß Bier getrunken.

München - Ein Flughafen zieht um

Am 17. Mai 1992 war es endlich soweit: Der neue Franz-Josef-Strauß-Flughafen* wurde eröffnet. Am Vor-Tag wurde der „Umzug“ des Flughafen München Riem in das Erdinger Moos binnen einer Nacht über die Bühne gebracht. Tieflader transportierten damals Gangways und andere Gerätschaften per LKW-Konvoi über die Autobahn zum neuen Standort.

Franz-Josef-Strauß-Flughafen - Die Anfänge

Bereits 1954 begannen die Planungen für einen neuen Münchner Flughafen. Angefangen mit der Standortsuche bis hin zum Bau der neuen Hallen, die vor allem durch den Tower und die Glaskanzel der Vorfeldkontrolle geprägt sind, vergingen mehrere Jahrzehnte. Im Februar 1988 wurde mit dem Bau des Terminal 1 begonnen, vier Jahre später ging man mit Flughafenabläufen am Boden, etwa der Gepäcksortierung oder dem Check-In, in den Probebetrieb.

Münchner Flughafen wird erweitert

Nicht einmal zehn Jahre später war die erste Erweiterung fällig: Am 14. April 2000 wurde der Grundstein für ein 1,6 Milliarden-Euro-Projekt gelegt. Die Lufthansa und die FMG teilten sich die Finanzierung des Terminal 2, der am 27. Juni 2003 feierlich eröffnet wurde. Mit dem Bau des zweiten Terminals hat der Münchner Flughafen seine Kapazitäten deutlich gesteigert. Neben Frankfurt am Main gilt München seitdem als einer der wichtigsten Flugverkehrsknotenpunkte Deutschlands - sowie ganz Europas.

München als modernes „Luftverkehrs-Drehkreuz“

Der Münchner Flughafen hat sich rasant zu einem modernen „Drehkreuz“ des internationalen Luftverkehrs entwickelt und bietet inzwischen Umsteigeverbindungen in die ganze Welt. Bereits ein Jahr nach dem Bau des Terminal 2 verzeichnete man 24,2 Millionen Passagiere. Inzwischen hat sich diese Zahl fast verdoppelt. Zum 13. Mal innerhalb der letzten 15 Jahre wurde der FJS-Flughafen auch 2020 wieder zum besten europäischen Flughafen gewählt. Unter den Flughäfen mit einem jährlichen Passagieraufkommen zwischen 40 und 50 Millionen rangiert er auf Platz 1 der Weltrangliste.

1972 - Die Olympischen Spiele zu Gast in München

Anlässlich der XX. Olympischen Spiele 1972 wurde der Olympiapark im Münchner Stadtbezirk 11 Milbertshofen - Am Hart auf dem Oberwiesenfeld erbaut. Die charakteristische Zeltdachkonstruktion, die das Olympiastadion, die Olympiahalle und die Olympia-Schwimmhalle überspannt, wurde von den Architekten Behnisch & Partner, sowie Frei Otto, Fritz Leonhardt, Wolfhardt Andrä und Jörg Schlaich entworfen. Neben dem Sport-Event galt die Architektur 1972 auch als optische und statische Sensation. Das 85 Hektar große Areal umfasste neben den Sportstätten auch einen Park mit Berg und See und ein Olympisches Dorf, in dem die Athleten untergebracht waren.

Ein Terror-Anschlag überschattet die Olympischen Spiele

Doch eben dieses Olympische Dorf wurde am 5. September 1972 Schauplatz tragischer Ereignisse: Die palästinensische Terrororganisation „Schwarzer September“ verübte einen Anschlag auf die israelische Mannschaft und hielten sie in ihrem Appartement als Geiseln fest. Bewaffnete Polizeibeamte in Trainingsanzügen sicherten an jenem Tag den Block, in dem die Terroristen die Israelis gefangen hielten. Was mit der Geiselnahme begann, endete mit der Ermordung aller elf israelischen Sportler sowie mit dem Tod von fünf Attentätern und eines Polizisten.

Rettungsversuch der Münchner Polizei scheitert vollständig

Die Geiselnehmer verlangten unter anderem die Freilassung von 232 Palästinensern aus der israelischen, sowie der RAF-Mitglieder Andreas Baader und Ulrike Meinhof aus deutscher Haft. Die israelische Regierung lehnte die an sie gestellte Forderung ab; das Austausch-Angebot Deutschlands wiesen die Terroristen zurück. Der schlecht geplante Befreiungsversuch der bayerischen Polizei scheiterte in der Nacht vom 5. auf den 6. September auf einem Militärflugplatz in Fürstenfeldbruck. Über 30 Jahre später brachte der Hollywood-Regisseur Steven Spielberg dieses dunkle Kapitel Münchens unter dem Titel „Munich“ auf die Leinwand, auch um den jüdischen Opfern des Anschlags zu gedenken.

Der Olympiapark als Herzstück Münchens

Bis dato gilt der Olympiapark nicht nur als sportliches, sondern auch kulturelles Herz Münchens. Seit den Olympischen Sommerspielen 1972 waren die Bauten des Olympiaparks Austragungsort von 31 Weltmeisterschaften, 12 Europameisterschaften und über 100 Deutschen Meisterschaften. Hinzu kommen zahlreiche Events wie Messen, Ausstellungen, Märkte und Konzerte, die auf dem über 85 Hektar großen Parkgelände seitdem jährlich stattfinden.

Das Olympiastadion als Heimat der Münchner Fußballvereine

Nach den Olympischen Spielen nutze der FC Bayern das Stadion von 1972 bis 2005 als Heimstätte. Auch der TSV 1860 München pendelte zwischen der vorherigen Heimstätte der beiden Vereine, dem Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße, und dem Olympiastadion hin und her. Unter anderem wurden hier auch die Endspiele der Fußball-Weltmeisterschaft 1974, der Fußball-Europameisterschaft 1988 sowie mehrere Endspiele der UEFA Champions League und ihres Vorgängerwettbewerbs ausgetragen.

Allianz-Arena lässt die Herzen der Fußballfans höher schlagen

Bei Tage ist sie meist schlicht weiß, bei Nacht erstrahlt sie dann in ihrer ganzen Farbenpracht. Die Allianz Arena erleuchtet den Himmel im Norden Münchens dann im traditionellen rot des FC Bayern. Mittlerweile gilt sie als eines der Wahrzeichen der Stadt. 2006, kurz nach der Fertigstellung, fanden hier schon Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft statt.

Der Münchner Viktualienmarkt

Der Viktualienmarkt lässt sich aus München kaum wegdenken, gibt es ihn doch bereits seit dem Jahr 1807. Sein Standort und sein Erscheinungsbild haben sich die vergangenen beiden Jahrhunderte zwar immer wieder verändert, doch die Gründe, ihn zu besuchen, blieben bis heute gleich: Genussvoll einkaufen, Schmankerl genießen und an den Ständen und in den kleinen Biergärten mit anderen Münchnern zusammenkommen.

Der Viktualienmarkt als Schmankerl-Institution

Erst seit dem Jahr 1870 gibt es feste Stände auf dem Viktualienmarkt - zuvor wurden die Verkaufsplätze täglich neu vergeben. Bald gab es eine Bankmetzgerhalle, eine Halle für den Kuttel-Verkauf, Brotverkaufsläden, Pavillons für den Obst- und Gemüseverkauf, sowie die Halle der Nordseefischerei. Auch die Petersberglmetzger, die Geflügel- und Wildbrethändler und die Blumenfrauen breiteten sich aus, sodass der Viktualienmarkt 1890 seine heutige Größe erreicht hatte. Nachdem der Markt durch Luftangriffe schwer beschädigt worden war, erwog man nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst, ihn nicht wieder aufzubauen.

Viktualienmarkt für Feinschmecker

Nach dem Krieg hätten hier etwa Hochhäuser in bester Lage errichtet werden können. Die Überlegung war da - doch die Münchner Stadtverwaltung erweckte den Viktualienmarkt unter großem finanziellen Aufwand trotz allem zu neuem Leben. Seit den 1950er Jahren entwickelte sich der Viktualienmarkt zu einem Feinschmecker-Markt. Auf einer Fläche von 22.000 Quadratmetern beherbergt er heute 140 Firmen, die Brot, Blumen, Früchte, Fisch, Fleisch, Molkereiprodukte und sogar Kunsthandwerk anbieten. So ist er heute nicht nur mehr ein Markt für die Münchner, sondern sogar eine Sehenswürdigkeit für viele Touristen. *Merkur.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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