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Herr OB Ude, warum ...

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Der Tramlinie 19 hält in der Maximilianstraße: Beim Ein- und Aussteigen müssen die Fahrgäste aufpassen. © Michael Westermann

München - Münchens OB Christian Ude beantwortet für die tz Leserfragen. Heute geht es um die Sicherheit für Trambahnfahrgäste und Autorennen im Olympiastadion.

... werden die Tramfahrgäste hier nicht besser geschützt?

Frage: Warum werden die Fahrgäste der Linie 19 in der Maximilianstraße beim Ein- und Aussteigen nicht besser geschützt? Ich erlebe an dieser Stelle manchmal gefährliche Situationen. Manche Autofahrer wissen offensichtlich nicht, dass sie an den Haltestellen den aus- und einsteigenden Fahrgästen den Vortritt lassen müssen. In der Bayerstraße, gegenüber Merkur und tz, müssen die Autofahrer an einer roten Ampel halten. 

Helmut Kolmeder per e-mail

Antwort: Wenn Fahrgäste bei Straßenbahn-Haltestellen nicht auf eine Verkehrsinsel oder den Fahrbahnrand aussteigen, wird im Bereich von Verkehrsampeln häufig eine Vorsignalisierung angebracht, welche den Fahrverkehr vor der Haltestelle anhält. Diese zusätzliche Signalisierung ist dann sinnvoll, wenn Fahrzeuglenker rechts an der haltenden Straßenbahn vorbeifahren können und (bedingt durch das Grünlicht an der Kreuzung) nicht auf die Fußgänger auf der Fahrbahn achten.

Die Straßenbahn-Haltestelle „Kammerspiele“ in der Maximilianstraße befindet sich nicht im Bereich einer Verkehrsampel. Das geschilderte Fehlverhalten (wegen des Grünlichts an der Kreuzungszufahrt) kann hier nicht auftreten. Bedingt durch die Parker am Fahrbahnrand ist ein Vorbeifahren an der haltenden Straßenbahn kaum möglich. Ein Halteverbot besteht nur im Bereich der Haltestellen, damit die Fahrgäste nicht zwischen parkenden Fahrzeugen die Fahrbahn betreten müssen.

Beobachtungen vor Ort zeigten ein sehr rücksichtsvolles Verhalten der Fahrzeuglenker, Gefährdungen, auch von mobilitätseingeschränkten Fahrgästen, konnten zu keiner Zeit festgestellt werden. Eine aufwendige, zusätzliche Signalisierung ist aus Sicht des Kreisverwaltungsreferates deshalb nicht erforderlich.

Das Kreisverwaltungsreferat möchte hierbei allen Fahrzeuglenkern noch mal ans Herz legen, bei haltenden Bussen und Straßenbahnen nur vorsichtig vorbeizufahren, um ein- und aussteigende Fahrgäste nicht zu gefährden. Müssen die Fahrgäste die Fahrbahn betreten, so muss angehalten werden.

... finden hier Autorennen statt?

Frage: Zum wiederholten Male lese ich über geplante (sinnlose) Autorennen im Olympiastadion. Münchner Autofahrern hingegen wird mit Plaketten rot – gelb – grün das Leben schwer gemacht. Ich selbst bin Besitzer der grünen Plakette, aber Handwerker mit „rot“ oder „gelb“ müssen mit Verboten rechnen. Die Antwort unseres OBs wird sicherlich lauten: „Sie haben ja so recht, aber …“.

Fredy Klump, Neuhausen

Antwort: Keine Sorge, Herr Klump, ich werde Ihnen nicht recht geben, obwohl ich Ihren Unmut zunächst einmal ganz gut verstehen kann. Bereits vor zwei Jahren habe ich zur Nutzung des Olympiastadions ausgeführt: „Das Stadion, das Jahr für Jahr dem Steuerzahler riesige Beträge allein für die Instandhaltung abverlangt, soll kein totes und unwirtschaftliches Museum sein, sondern eine lebendige, intensiv genutzte Veranstaltungsstätte, wobei freilich das Publikum selbst entscheidet, zu welchen Veranstaltungen es gerne kommt. Das kann nicht vom Rathaus verordnet werden.“ Das sehe ich auch heute noch so.

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Im Olympiastadion sollen Stock-Car-Rennen stattfinden. © dpa

Beim Stock-Car-Rennen im Olympiastadion wurden intensive Messungen durchgeführt. An sämtlichen Messwerten konnten keine Überschreitungen der Immissionsrichtwerte festgestellt werden. Die Schallpegel der Veranstaltungen lagen sogar unter dem vorherrschenden Grundgeräuschpegel. In der Borstei war nichts hör- oder messbar. Kurzzeitige Überschreitungen wurden nur durch Musik oder Moderation verursacht, dies wird künftig durch einen Lärmbegrenzer unterbunden. Eine kritische Schadstoffbelastung der Luft konnte ebenfalls nicht festgestellt werden. Da jeweils nur zwei Fahrzeuge fahren, liegt keine Belastung vor, die auch nur entfernt mit der täglichen Belastung durch den Verkehr auf dem Mittleren Ring vergleichbar ist. Zudem findet das Rennen nur an zwei Tagen pro Jahr statt. Das große Publikumsinteresse führt zu erheblichen Einnahmen für den Olympiapark und zur Entlastung des städtischen Haushalts. Umweltschutz sollte die bedeutenden Umweltbelastungen zurückdrängen und nicht nur „symbolische Siege“ anstreben.

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