Fragen zum Prügel-Polizisten-Prozess

Was geschah mit Teresa Z. in der Zelle?

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In einer solchen Haftzelle schlug der Polizist der gefesselten TeresaZ. ins Gesicht.

Zertrümmerte Polizeihauptmeister Frank W. (33) reflexartig oder vorsätzlich das Gesicht von Teresa Z. (23)? Was genau geschah in der Zelle der Polizeiinspektion 21 in der Au?

Um diese und andere Fragen wird sich Dienstag ab 9 Uhr alles drehen, wenn Frank W. wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Amt vor dem Amtsgericht steht. Die tz beantwortet dazu die sechs wichtigsten Fragen:

Was macht der angeklagte Polizist derzeit?

Bis zur Klageerhebung durch die Staatsanwaltschaft war der Beamte ganz normal im Dienst. Inzwischen ist er jedoch suspendiert, musste auch seine Dienstwaffe abgeben.

Darf Frank W. nach dem Prozess wieder zurück in den Dienst?

Das kommt zunächst einmal auf das Strafmaß an, das Amtsrichter Dr. Josef Bonkamp sprechen wird. Bei einer Verurteilung unter einem Jahr Freiheitsstrafe kann Frank W. weiter Polizist bleiben. Wird er allerdings zu mehr als zwölf Monaten Gefängnis verurteilt, wird er aus dem Dienst entfernt.

Welches Strafe sieht das Gesetz bei vorsätzlicher Körperverletzung im Amt vor?

Zwischen drei Monaten und fünf Jahren ist alles möglich. Frank W. ist strafrechtlich nicht vorbelastet. Allerdings ermittelte die Staatsanwaltschaft Ende 2010 gegen ihn wegen Körperverletzung im Amt. Damals hatte ihn eine im sechsten Monat schwangere Frau angezeigt, weil er sie brutal gegen ein Auto gedrückt und gefesselt haben soll. Das Verfahren gegen Frank W. wurde jedoch eingestellt (tz berichtete).

Wie läuft der Prozess ab?

Richter Dr. Josef Bonkamp hat nur einen Verhandlungstag angesetzt. Ob das reicht, wird sich zeigen. Insgesamt sind nämlich 13 Zeugen geladen. Darunter die Kollegen des Polizisten, die bei dem Faustschlag mit in der Zelle waren. Ebenso werden Sanitäter, eine Notärztin und Teresas Freund als Zeugen gehört werden.

Warum steht Frank W. überhaupt vor Gericht?

Der Polizist hat sich immer auf eine Notwehr-Situation berufen. Ein Gutachten kam jedoch zu einem anderen Ergebnis: Die Distanz zwischen Frank W. und der gefesselt auf der Pritsche fixierten Teresa Z war demnach zu groß für einen Kopfstoß.

Was ist mit Teresa Z.?

Die junge Frau wird als Zeugin und als Nebenklägerin mit ihrem Anwalt Franz J. Erlmeier am Prozess teilnehmen. Die 23-Jährige hat immer noch Probleme mit dem rechten Auge, sieht teilweise noch verschwommen.

tz

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