Trauerfeier auf dem Nordfriedhof

Jüttner: "Weinet nicht, er ruht in Frieden"

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München - Am Montag Nachmittag nahmen Familie und Freunde bei einer Trauerfeier auf dem Nordfriedhof Abschied von Franz Jüttner. Seine Witwe verfasste in einer Todesanzeige bewegende Worte.

Nein, es ist nicht nur um den Tod gegangen bei dieser Trauerfeier. Das, was gestern Nachmittag auf dem Nordfriedhof stattfand: Es war eigentlich ein Fest des Lebens. Rund 500 Menschen nahmen Abschied von Franz Jüttner (51), dem ehemaligen Eishockey-Profi, Ex-P1-Chef und 8seasons-Boss. Jüttner, der am vergangenen Montag nach einem Herzanfall gestorben war, hat immer die Freude gelebt, nicht die Trauer. Und so hat er es sich auch für seinen eigenen Abschied gewünscht (siehe auch unten).

Nachdenklich und würdevoll, ja – aber immer voller Hoffnung. Dazu passte auch die Musik in der Aussegnungshalle: Peter Gabriel, Uriah Heep, außerdem die Melodie aus dem Film Rain Man: ganz eigen und sehr anrührend.

Witwe Nicole Jüttner (42) nahm in einer Trauerrede Abschied von ihrem Mann. Aber auch für sie ist der Tod nicht das Ende: „Ich werde Franz immer lieben.“ Zuvor hatte sie schon in der Todesanzeige geschrieben: „Aus der Lieben Kreis geschieden, aus den Herzen aber nie! Weinet nicht, er ruht in Frieden, doch für uns starb er zu früh!“

Jüttner in seinem Club 8seasons

Franz Jüttner ist nur 51 Jahre alt geworden. Er war am vergangenen Montag nach einem Eishockey-Training mit seiner Freizeitmannschaft zusammengebrochen. In der Kabine telefonierte er gerade mit einem Spezl, als sein Herz zu schlagen aufhörte. Die Ärzte konnten nichts mehr für ihn tun. In den Vorjahren war Jüttner bereits zwei Mal am Herzen operiert worden – Gedanken an den Tod waren ihm nicht fremd. Tatsächlich hat er mehr als einmal gesagt: „Wenn ich sterben muss, dann bitte beim Eishockey …“

Jüttner, der EHC-Mitbegründer: Der Sport war seine Leidenschaft. So waren gestern denn auch viele Eishockey-Freunde da, etwa Pepi Heiß, Sebastian Schwele und Uli Hiemer. Bereits am Freitag hatte sich die Münchner Eishockey-Gemeinde auf ihre Art verabschiedet: mit einem riesigen Jüttner-Trikot, das die Fans am Rande des EHC-Spiels gegen Wolfsburgs ausrollten.

Zur Trauerfeier gestern kamen aber auch viele Freunde aus der Gastronomie – etwa Michael Käfer, der Jüttner einst in seine Disco P1 geholt hatte. Hier wurde aus dem Eishockeyspieler der Club-Geschäftsführer. Und auch hier hat er sich so viele Freunde gemacht. Käfer sagt: „Mir fehlt ein Mensch, den ich wahnsinnig gern gehabt habe.“

Der Mensch Franz Jüttner fehlt, aber seine Freundlichkeit wirkt fort. In seinem Namen bat die Familie: Bitte kein Beileid! Bitte Spenden für Franz’ World-Vision-Patenkinder! Am Ende waren die Spendenkisten randvoll – mit Scheinen.

tos, hei

Sein letzter Wille: Feiert ein Fest

Franz Jüttner hat immer wieder gesagt: „Es soll keiner um mich trauern, wenn es so weit ist. Meine Freunde sollen ein Fest feiern.“ Das haben sie getan – gestern Abend im 8seasons. Mit gedämpfter Musik (wieder seine Lieblingsband Uriah Heep, diesmal Lady in Black) gedachten sie nach der Trauerfeier ihres Freundes. Rund 100 Menschen waren gekommen: Familie, Freunde und Bekannte. Auf den Leinwänden im Club liefen Bilder aus Jüttners Leben, am Eingang lagen zwei Kondolenzbücher und Kränze. Es war keine überbordende Party, stattdessen ein gemeinsamer Abend im Wissen: Der Franz hat die Welt und das Leben gemocht – und in diesen Räumen hier hat er uns das besonders gezeigt.

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