Ex-Partner steht vor Gericht

Frau absichtlich mit HIV infiziert? Unfassbare Aussage von Ärztin

München - Eine Münchnerin fordert von ihrem Ex-Partner 160.000 Euro Schmerzensgeld. Er hatte seine einstige Partnerin mit dem HI-Virus infiziert. Vor Gericht wird die unglaubliche Expertise einer Ärztin verlesen.

Petra Meyer (60, Name geändert) hat sich mit dem HI-Virus infiziert und macht dafür ihren früheren Lebensgefährten verantwortlich. Im Mai 2016 spricht das Landgericht der Münchnerin Schmerzensgeld über 110.000 Euro zu. Doch der Mann weigert sich zu zahlen. Am Oberlandesgericht ging der Prozess am Mittwoch deshalb in die nächste Runde. Ihr Partner, sagt Petra Meyer, wusste über seine Erkrankung Bescheid, hat darüber aber nie ein Wort verloren.

Schon in erster Instanz stand fest, dass Petra Meyers Ex-Partner der Überträger der Krankheit ist. Absicht stellte das Gericht aber nicht fest, schmälerte deshalb das Schmerzensgeld. 110.000 Euro sollte der Mann zahlen, den sie einst liebte und für den sie heute nichts als Hass empfindet. Einen Partner zu finden, wäre seitdem nahezu unmöglich, sagte sie beim Prozess im Vorjahr. Auch am Mittwoch wischt sie sich mehrmals mit einem Taschentuch die Tränen aus dem Gesicht.

Petra Meyer war mit dem ersten Urteil nicht zufrieden. Mit ihrem Anwalt legte sie Berufung ein und fordert jetzt den ursprünglichen Betrag von 160.000 Euro. Im März 2012 hatte sie den Mann kennengelernt. Schnell kamen sie sich auch körperlich näher. Weil Petra Meyer allergisch auf Kondome reagiere, bat sie den Mann, sich bei einem Arzt auf eventuelle Krankheiten untersuchen zu lassen. Ein weiterer Grund: Der Mann erzählte Petra Meyer, dass seine frühere Lebensgefährtin an einer Immunschwäche gestorben war.

Entgegen seiner Behauptung, machte er aber keinen Aids-Test, sondern lediglich einen allgemeinen Gesundheitscheck. Insgesamt drei Mal kam es zwischen Petra Meyer und ihrem damaligen Partner zum Geschlechtsverkehr.

Laut Gutachter Professor Dr. Josef Eberle kam es dabei auch zur Infizierung. Ein Schlag ins Gesicht für Petra Meyer: Der Überträger des Virus konterte mit der Expertise einer Ärztin, die am Mittwoch zur Sprache kam. In dem Schreiben behauptet die Medizinerin, den HI-Virus gebe es überhaupt nicht. Dr. Eberle: „Das ist schlicht und einfach gelogen. Das würde die Arbeit der Wissenschaft der vergangenen 30 Jahre auf den Kopf stellen. Ich bin sprachlos, wenn ich so etwas lese.“

Das Gericht will die gesammelten Beweise und Aussagen in den nächsten Wochen eingehend überdenken und am 8. Februar ein Urteil verkünden.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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