Und dann war auch noch die Küche verdreckt

Raki-Bar: Polizei macht Rotlicht-Lokal dicht

+
Über Nacht geschlossen: Die Raki-Bar in der Tumblingerstraße war ein Geheimtreff für Männer und Prostituierte.

München - Polizei und KVR haben die Raki-Bar in der Tumblinger Straße (Schlachthofviertel) geschlossen. Grund: Verbotene Prostitution im Sperrbezirk.

Die ersten Hinweise kamen von genervten Nachbarn, die den Anblick der aufgetakelten Flittchen und den Lärm vor und in der Kneipe nicht mehr länger ertrugen: Polizei und KVR haben die Raki-Bar in der Tumblinger Straße (Schlachthofviertel) geschlossen. Grund: Verbotene Prostitution im Sperrbezirk. Die Kneipe war zuletzt ein Geheimtipp speziell für ältere, türkische Männer, die sich dort mit bulgarischen Prostituierten vergnügten.

Eine Bulgarin fungierte in dem Lokal als Wirtin. Sie war aber nach Einschätzung der Polizei nur eine Strohfrau für den wahren Chef – einen Türken, der niemals eine Wirte-Konzession bekommen hätte. Polizei und Gewerbeamt führten dort mehrere Kontrollen durch. Jedes Mal fielen dabei junge Frauen (18 bis 25 Jahre) auf, die „extrem aufreizend angezogen und völlig überschminkt waren“, wie es ein Fahnder der Sitte (Kommissariat 35) gestern beschrieb. Zuletzt schickte die Polizei zwei Schein-Freier in diese geschlossene Männerveranstaltung, die auch prompt eindeutig zweideutige Angebote von den Mädchen bekamen. Das genügte: Der Vermieter der Gaststätte kam der offiziellen Schließung zum 15. August sogar noch zuvor und kündigte der Wirtin samt Anhang fristlos. Und schon war Schluss mit lustig in der Raki-Bar.

Andernorts dagegen floriert das Rotlicht-Geschäft. In der Nacht zu Samstag kontrollierte die Münchner Kripo mehrere Spielhallen und Tabledance-Bars im Bahnhofsviertel, in Neuperlach, Giesing und Ramersdorf. In den Mittelpunkt rückte dabei die Spielhalle City Play in der Arnulfstraße, gleich gegenüber des Hauptbahnhofes. Nach anonymen Hinweisen aus der Szene besteht der Verdacht, dass auch hier bulgarische Prostituierte Freier auf der Toilette im ersten Stock bedienen. Eine Auswertung der Überwachungsvideos verstärkte den Verdacht. Zudem wurde dort kürzlich ein Polizist angesprochen, der mit seiner Frau privat unterwegs war. Als er an der Spielhalle vorbeiging, wurde er massiv angeflirtet. Zudem besteht der Verdacht, dass sich in den Büroräumen der Spielhalle zuweilen private Zockerrunden zum Pokern treffen. Dabei wurde angeblich auch Marihuana und Haschisch geraucht.

In München stattet die Kripo speziell dem Rotlicht-Milieu häufige Besuche ab. Dabei versuchen die Fahnder immer auch, das Vertrauen der Frauen zu gewinnen. Zwangsprostitution ist speziell bei den Mädchen aus Osteuropa immer ein Thema. Kaum eine jedoch wagt es, sich der Münchner Polizei anzuvertrauen.

Dorita Plange

Auch interessant

Meistgelesen

Sperrung auf S4- und S6-Strecke aufgehoben
Sperrung auf S4- und S6-Strecke aufgehoben
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare