Freier liebt Prostituierte

Frau halbnackt aus Puff entführt

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Entführer aus Liebe: Mirco C. kam gestern mit Bewährung davon

München - Ein Freier verliebt sich in eine Prostituierte, die Liebe wird nicht erwidert. Da rastet der Mann aus und entführt seine Liebste aus einem Puff. Kurz darauf flüchtet die Frau halbnackt. Jetzt kam's zum Prozess.

Für ihn war es Liebe, für sie war der Sex allerdings nur ein Geschäft. Aus diesem Missverständnis heraus wurde Mirco C. (30) zum Straftäter.

 Mit brutaler Gewalt entführte der gebürtige Slowene die 27 Jahre alte Renata S. aus einem Bordell. Diese konnte halbnackt aus seinem Auto flüchten.

Die beiden lebten zusammen und er wusste, dass sie als Prostituierte arbeitet. Der arbeitslose Systemadministrator wollte sie aus dem Milieu herausholen, sie ganz für sich alleine haben. Am Morgen des 9. Januar fuhr er zum „Butterfly 47“ in der Maria-Probst-Straße. „Ich liebe dich!“, rief er mehrfach laut. Doch Renata dachte nicht daran, ihren Arbeitsplatz zu verlassen. Da ging er rein, packte sie am Hals und wollte sie in sein Auto zerren. Das Sex-Mädchen konnte erst einmal flüchten.

Mirco gab nicht auf. In einem günstigen Moment packte er sie und schleppte sie zu seinem Auto, warf sie auf den Rücksitz. Dann brauste er mit ihr auf der Ingolstäder Straße davon. Auf Höhe des Frankfurter Rings musste er an einer Ampel stoppen.

Renata S. nutzte diesen Moment und flüchtete aus dem Auto. Barfuß, nur mit einem Top und einem Minirock bekleidet rannte sie über den Grünstreifen davon.

Doris G. (57) wurde Zeugin: „So wie die Frau angezogen war, konnte etwas nicht stimmen“, berichtete sie vor Gericht. „Ich bin ihr nachgelaufen, um ihr zu helfen.“ Unterdessen wendete Mirco C. und stoppte mit seinem Auto direkt neben Renata. „Er zerrte sie an den Haaren in sein Auto“, so die Staatsanwältin. Während mehrere Zeugen die Polizei alarmierten nahm Doris G. das leicht bekleidete Mädchen in Schutz: „Sie war ganz kalt.“

Wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung und anderem musste sich Mirco C. vor dem Amtsgericht verantworten. Der Angelagte reuig: „Ich habe einfach überreagiert.“ Richter Andreas Schätzl verurteilte ihn zu eineinhalb Jahren Haft – auf Bewährung! Schätzl: „Ich hoffe, das war ein einmaliger Fehltritt.“

E. Unfried

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