Frau mit Maschinenpistole getötet: lebenslange Haft

Dieser Mann tötete seine Ehefrau und Mutter seiner vier Kinder mit sechs Schüssen aus einer Maschinenpistole. Dafür muss er lebenslang ins Gefängnis.

München - Eine Frau lehnte es ab, an dem Mörder ihres Schwagers Blutrache zu nehmen. Ihr Ehemann hat sie deswegen im Waschkeller der gemeinsamen Wohnung mit einer Maschinenpistole erschossen. Er muss lebenslang büßen.

Das Münchner Schwurgericht hat einen Bauhilfsarbeiter am Dienstag nach zweimonatigem Prozess wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen schuldig gesprochen. Der 48-Jährige erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Der Richter bejahte auch eine besondere Schwere der Schuld, so dass der Angeklagte mit einer bedingten Haftentlassung nach 15 Jahren nicht rechnen kann. Das Urteil entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung, die auf eine zeitlich begrenzte Strafe wegen Totschlags plädierte, kündigte Revision an.

Der 48-Jährige, der aus Serbien stammt, bewegte sich dem Gericht zufolge “im Spannungsfeld zwischen Familie, archaischem Machtanspruch und ethnischer Verbohrtheit“. Seine zwei Jahre jüngere Frau, deren Ausbildung zur Lehrerin in Deutschland nicht anerkannt wurde, verdiente den größten Teil des Unterhalts für die sechsköpfige Familie, mit mehreren Putzjobs. Die Bosnierin war ihrem Mann “intellektuell weit überlegen“, sagte der Vorsitzende Richter Michael Höhne.

Als durch Anschaffungen Schulden aufliefen, forderte die 46-Jährige Aufteilung und Verkauf des Hauses, das der Angeklagte mit seinen Brüdern in Serbien besaß. Dies sei das erste Problem des Mannes gewesen. Das zweite war der Mord an seinem Bruder in der Heimat, den er oder sein ältester Sohn rächen sollten. Die Ehefrau und Mutter lehnte dies entschieden ab und drohte mit Scheidung. In dieser Situation habe der Angeklagte den Tod seiner Frau und ihres Bruders beschlossen, den er für die Haltung der Ehefrau verantwortlich machte. Am 6. März 2010 ist er der 46-Jährigen in den Waschkeller gefolgt und hat sie mit sechs Schüssen aus einer Maschinenpistole von hinten erschossen. Die Suche nach dem Schwager war vergeblich, der Angeklagte habe das Verbrechen an ihm aufgegeben.

Laut Urteil musste die Ehefrau sterben, weil ihr Mann “Anstoß an ihrer Entwicklung nahm. Es war mit seinem archaischen Verständnis nicht vereinbar, dass sie ihn unter Druck setzte“, begründete Höhne das Urteil. Dies sei ein niedriger Beweggrund für die Tat. Darüber hinaus habe der Angeklagte heimtückisch getötet. Er habe vier “traumatisierte Kinder“ zurückgelassen, von denen mindestens die jüngeren “dringend psychologischer Hilfe bedürfen“. Bei Abwägung all dieser Umstände musste dem Richter zufolge die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden.

dpa

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