Feuerhölle in Giesing: Bewohnerin (88) stirbt

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München - Dramatische Szenen spielten sich in der Nacht zu Sonntag bei einem Brand in der Waldeckstraße in Untergiesing ab. Für die Bewohnerin (88) der brennenden Wohnung kam jede Hilfe zu spät.

Aus dem dritten Stock meldete sich um 3.27 Uhr eine verzweifelte Familie telefonisch über Notruf bei der Feuerwehr, weil ihnen der starke Rauch im Treppenhaus schon den Fluchtweg abgeschnitten hatte. Der 14-Jährige Markus (siehe untenstehenden Bericht) bemerkte als Erster die Gefahr und trommelte Alarm. Zu diesem Zeitpunkt schlugen die Flammen bereits meterhoch aus der Wohnung der alten Dame im ersten Stock.

Als die Feuerwehr eintraf, waren mehrere Hausbewohner im dritten Stock in größter Gefahr. Über die Drehleiter wurden zwei Kinder und drei Erwachsene in Sicherheit gebracht. Die 88-jährige Bewohnerin wurde noch während der Löscharbeiten tot in ihrer Küche gefunden. Dort hatte das Feuer am wenigsten gewütet. Offensichtlich hatte sie jedoch schon so viel Rauch eingeatmet, dass sie dort sterbend zusammenbrach. Sie ist bereits das dritte Brandopfer dieses Jahres in München.

Die Bilder der dramatischen Rettungsaktion

Die Bilder zum Wohnungbrand

Die anderen 14 Bewohner konnte die Feuerwehr rechtzeitig retten. Sie wurden zunächst in den Großraumrettungswagen gebracht. Sieben von ihnen kamen wegen des Verdachts leichter Rauchvergiftungen ins Krankenhaus. Die anderen fanden Unterschlupf bei Verwandten und Freunden, weil das Haus wegen der massiven Brand- und Rußschäden zumindest für diese Nacht unbewohnbar war. Auch zwei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt.

Bei dem Brand entstand ein Schaden von mindestens 300 000 Euro. Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Heute bekommen die Brandfahnder der Münchner Polizei (Kommissariat 13) von Experten des Landeskriminalamtes Unterstützung.

Dorita Plange

So erlebten die Bewohner der Waldeckstraße die Brandnacht

„Die Leute haben in Panik geschrien. Davon bin ich aufgewacht. Ich habe gleich aus dem Fenster gesehen, da waren auch schon Feuerwehr und Polizei“, erzählt Eleni Cristaki (30, im Bild). Die Griechin wohnt ganz in der Nähe des Hauses, aus dem die Flammen meterhoch loderten.

Auch andere Anwohner berichten, von den verzweifelten Rufen der Bewohner geweckt worden zu sein. „Man hat die Schreie die gesamte Straße runter gehört“, berichtet Manuela K., die zwanzig Hausnummern weiter lebt.

Unter den Anwohnern macht sich nach der Nacht Betroffenheit breit. Viele kannten die tot aufgefundene Rentnerin zumindest vom Sehen. Immerhin, andere Bewohner konnten gerettet werden. Ein Rauchmelder hat wahrscheinlich Schlimmeres verhindert.

Über der Wohnung, in der die 88-jährige Rentnerin letzte Nacht gestorben war, lebt eine vierköpfige Familie. „Hätte der vierzehnjährige Markus den Feuermelder nicht gehört, hätte es auch dort ein Drama gegeben“, weiß Christine Aschl, eine Freundin der Familie. Der Schüler weckte seinen Bruder Andreas (16) und die Eltern. Daraufhin stürmten sie aus der Wohnung. Der Rauchmelder hat ihr Leben gerettet.

„Im Moment sind sie bei den Großeltern“, erzählt Aschl. Denn in die Wohnung zurück können sie nicht. „Der zweite Stock kann aus statischen Gründen vorerst nicht bewohnt werden. Die Fußböden bestehen aus Holzbalken, die durch den Brand stark beschädigt wurden“, erklärt Brandinspektor Dieter Welle.

mar

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