Von Schuldeinsicht keine Spur

Frauen-Schreck zieht vor Gericht irre Show ab

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Walter S: im Gericht.

München - Walter S. (58) prahlte vor Frauen mit seinem angeblich großen Genital, versetzte ältere Damen in Angst und Schrecken. Jetzt steht er vor Gericht - und zeigt sich komplett uneinsichtig.

Unzählige Frauen hat er in ganz München in Angst und Schrecken versetzt. Ein Mann mit wilder grauer Mähne und wirrem Blick. Er klingelte an Wohnungstüren und machte den Opfern ekelhafte Avancen. Ein halbes Jahr jagte die Polizei den Sex-Schreck. Im Mai konnte Walter S. (58) nach einem Presseaufruf verhaftet werden. Vor Gericht zog er am Mittwoch eine verrückte Show ab.

„Das interessiert mich nicht“, maulte er über die Anklage. Die hat es in sich: Walter S. drang in ganz München in Wohnblocks ein. Vermutlich anhand der Klingelschilder suchte er gezielt weibliche Opfer – das älteste ist 83 Jahre alt. Alle erhielten einen Zettel, auf dem er mit seinem angeblich riesigen Genital prahlte und anbot, ihnen „den Hengst“ zu machen. Einer betagten Frau zeigte er auf seinem Handy ein Video, das ihn beim Onanieren zeigte.

Die Anklage lautet auf Beleidigung in 15 Fällen. Eigentlich sei der Tatbestand der Körperverletzung erfüllt, so Richterin Margret Eisenmann: „Den älteren Damen ist etwas ganz Furchtbares passiert. Einige Opfer trauen sich nicht mehr in den Keller.“

„Ach was“, blaffte der Angeklagte die Richterin an. „Wollen Sie aus einer Mücke einen Elefanten machen?“ Von Schuldeinsicht keine Spur. Für Rechtsanwalt Florian Schneider war es ein harter Job, seinen Mandanten davon zu überzeugen, ein Geständnis abzulegen. Das tat Walter S. dann auch, wiegelte aber gleich wieder ab: „Es war nur ein Spaß.“

Auf sage und schreibe 27 Vorstrafen bringt es Walter S. schon, meist wegen Wohnungseinbrüchen. 25 Jahre saß er schon im Knast. Auf ihn sollte eine Bewährungshelferin aufpassen. „Sie haben vor ihr die Hose aufgemacht“, stellte die Richterin fest. Der Angeklagte: „Ich habe nur Zigaretten rausgeholt.“ Aus dem Hosenladen? Walter S.: „Ja.“

Zu den Sex-Taten kommt ein Einbruch dazu. Das Gericht bildete eine Gesamt-Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Ehe der Angeklagte wieder in den Knast abgeführt wurde, schleuderte er drohend in den Raum: „Das wird Konsequenzen haben!“

Eberhard Unfried

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