System sorgte für Ärger

Freibad-Frust trotz Hitzewelle: Viele Münchner dürfen nicht rein - Jetzt reagieren die Stadtwerke

Ab jetzt soll es mit dem Sprung ins kühle Nass leichter gehen.
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Ab jetzt soll es mit dem Sprung ins kühle Nass leichter gehen. (Archivbild)

Nichts geht mehr: In den bevorstehenden heißen Tagen haben die Münchner in allen Freibädern kaum eine Chance, Karten zu reservieren. Doch jetzt reagieren die Stadtwerke.

Update vom 17. Juni: Freibad-Frust: 31 Grad – aber Tickets sind schon alle weg!“: So titelte die tz am Mittwoch und berichtete über etliche verärgerte Münchner, die in diesen heißen Tagen nicht ins Freibad können – auch weil das städtische Online-Reservierungssystem für Tickets viele Schwächen hat. Aber nach unserem Bericht haben die Stadtwerke nun reagiert: Künftig geht es fixer ins Freibad! Und es gibt zusätzliche Tickets!

Eines der großen Probleme war, dass die Stadtwerke die neuen Tickets immer um Mitternacht freigeschaltet haben. Bei dem derzeit sehr großen Ansturm auf die Plätze hieß das, dass die Münchner bis Mitternacht aufbleiben und dann lange am Computer ausharren mussten, bis das überlastete System mit etwas Glück Tickets freigab. Da ändert sich ab Freitag immerhin etwas: „Damit niemand zu nachtschlafender Zeit für die Buchung aufstehen muss, schalten wir den neuen Buchungstag künftig ab diesem Freitag erst mittags frei“, gaben die SWM gestern bekannt.

Tickets für einzelne Zeitfenster vorgesehen

Das zweite große Ärgernis, dass das Münchner Reservierungssystem nur Tickets für den ganzen Tag, aber nicht für einzelne Zeitfenster (und damit letzendlich für mehr Badegäste) ausgibt, ist zumindest teilweise behoben. Denn ab kommender Woche sollen in den betreffenden Bädern Dantebad, Schyrenbad und Prinzregentenbad extra Zeitfenster nur für Frühschwimmer freigeschaltet werden – mit zusätzlichen Tickets!

„Es tut uns leid für jeden, der keine Registrierung erhält“, sagt SWM-Sprecher Michael Silva. „Deshalb werden wir kontinuierlich weiter daran arbeiten, möglichst vielen Münchnern einen Badebesuch zu ermöglichen.“

Freibad-Frust in München: Viele Termine sind schon weg

Erstmeldung vom 15. Juni: München - Wutenbrannt steht Helga G. (56) vor dem Schyrenbad in Giesing. Seit Jahren ist sie Stammgast hier im Freibad, kommt oft in den Morgenstunden her, um ihre Bahnen zu ziehen. Aber jetzt im Hochsommer, bei bis zu 31 Grad, ist alles anders! Helga G. kommt erst mal nicht mehr in ihr geliebtes Becken. Bis einschließlich Freitag sind alle Schwimm-Termine ausgebucht, auch in den anderen Freibädern in München*. Das liegt an den hohen Temperaturen und am Reservierungssystem der Bäder. Helga G. schüttelt den Kopf: „Das kann doch nicht sein! Das neue Kontingent wird immer um 0 Uhr freigegeben. Um 5 Uhr in der Früh, als ich’s versucht habe, waren alle Tickets schon weg. Muss ich immer bis Mitternacht aufbleiben, um eine Chance zu haben?“ Auch Badegast Tommy Bauer (56) ist verärgert. „Online hat man keine Chance. Das Prozedere ist vor allem für ältere Leute ärgerlich.“

München: Online-Reservierungen für Freibäder machen viele Bürger zornig

Mit ihrer Kritik sind die beiden nicht allein. Auch im Internet machen viele Münchner* ihrem Ärger Luft. Sie bemängeln das Reservierungssystem der Stadtwerke für die Sommerbäder. Ihre Meinung: Wenn das System geändert würde, könnten mehr Münchner rein als beispielsweise die derzeit im Schyrenbad erlaubten 1800 Gäste pro Tag. „Das Hauptproblem ist, dass die Besucherzahl aufgrund der Corona-Beschränkungen begrenzt ist und deshalb an heißen Tagen leider nicht alle Besucher bedient werden können“, sagen die Bäderchefinnen Nicole Gargitter und Clara Kronberger.

Wollen das Thema Reservierung im Auge behalten: Die Bäder-Chefinnen Nicole Gargitter (li.) und Clara Kronberger im Schyrenbad.

Ein Problem: Die neuen Kontingente werden immer um Mitternacht drei Tage im Voraus freigegeben. Und dann geht es rund im Netz. „Um einen Platz zu ergattern, habe ich den Wecker extra auf 00.10 Uhr gestellt“, erzählt Buchhändlerin Christiane Jürgen (55) unserer Zeitung. „Da war das System überlastet. Ich habe es 45 Minuten versucht – geklappt hat es trotzdem nicht. Heute Morgen dann war alles ausgebucht. Ärgerlich.“ „Wir haben gehofft, dass bei einer Freischaltung in der Nacht morgens alle die gleichen Chancen haben. Und wir können es aufgrund der unterschiedlichen Tagesrhythmen nicht allen recht machen. Wir werden das Thema aber noch überdenken“, sagt Clara Kronberger.

Freibäder in München: Bessere Planung mit Zeitfenstern? Das sagen die Bäder-Chefinnen

Aber warum gibt es nur Karten für den ganzen Tag – und nicht separat für Zeitfenster, etwa für die Frühschwimmer? Dann könnten insgesamt mehr Badegäste eingelassen werden. Im Unterhachinger Freibad etwa gibt es morgens und abends Extra-Kontingente „Wenn wir Timeslots einführen würden, müssten wir bei jedem neuen Timeslot immer das Bad vollständig räumen, da es vor Ort keine technische Möglichkeit gibt, dies anderweitig zu regeln, zum Beispiel über Drehkreuze“, sagt Nicole Gargitter. Und: „Kurze Zeitfenster wären sehr einschränkend für die Flexibilität der Besucher.“ Man werde das Thema aber diskutieren.

Die Bäderchefinnen sagen allerdings auch, die SWM könnten nicht so einfach auf ein neues Reservierungssystem umstellen. „Wir hoffen alle, dass diese Ausnahmesituation nicht mehr lange dauert“, sagt Kronberger. „Wir können in solche Sonderleistungen leider nur begrenzt Ressourcen stecken.“ *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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