Freie Fahrt bis zum Flieger: Tangente Ost freigegeben

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Fröhliche Gesichter gegen Regen und Kälte: Das symbolische Band durchschnitten Pfarrer Pfarrer Karl-Heinz Fuchs, MdL Jakob Schwimmer, Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, MdL Christa Stewens, Flughafen-Chef Michael Kerkloh, Straßenbauamtsleiter Peter Weywadel, Innenminister Joachim Herrmann, MdL Forian Herrmann, MdB Max Lehmer, Ottenhofens Bürgermeister Ernst Egner und MdB Ewald Schurer.

Ottenhofen - Das größte, aufwändigste und teuerste Staatsstraßenprojekt seit Jahrzehnten ist dem Verkehr übergeben worden. Bayerns Innenenminister Herrmann gab das letzte Teilstück der Flughafentangente Ost frei.

Nach 40-jähriger Planungs-, Prozess- und Bauzeit ist es seit Montag so weit: Die Flughafentangente Ost (FTO) ist mit Vollendung des Lückenschlusses bei Ottenhofen auf über 30 Kilometer Länge durchgängig zwischen A 92 und A 94 befahrbar. So wie die Entstehungsgeschichte für alle Beteiligten viel Licht und Schatten parat hielt, war auch das Wetter beim Festakt. Während die Ehrengäste sowie die Blaskapelle Finsing im Regen froren, leuchteten am Horizont die frisch verschneiten Alpen im Sonnenschein.

Bei den Festrednern überwog die Freude über die endlich fertiggestellte Strecke, die den Steuerzahler beachtliche 110 Millionen Euro gekostet hat. Ganz fertig ist die FTO freilich noch nicht, denn der frühe Winter machte den Arbeitern, die die Markierungen auf den frischen Asphalt ausbringen sollten, einen Strich durch die Rechnung. Bis Frühjahr gilt im neuen Abschnitt Tempo 60.

Innenminister Joachim Herrmann hob die „große strukturelle Bedeutung“ der FTO hervor. „Mit ihr stärken wir die wirtschaftliche Entwicklung auf der Achse Markt-Schwaben – Erding.“ Erfreulich sei nicht nur die deutlich schnellere Erreichbarkeit des Flughafens, sondern auch die Entlastung zahlreicher Ortsdurchfahrten entlang der Strecke.

Herrmann erinnerte daran, dass einige Abschnitte in Kooperation mit der Wirtschaft als Public-Private-Partnership realisiert worden seien. Der Betrieb der FTO über 25 Jahre könne einen Beitrag leisten, ein zukunftsträchtiges Finanzierungsmodell zu verfeinern.

Flughafen-Chef Michael Kerkloh zeigte sich erleichtert, dass „die landseitige Erschließung des Airports nun auch aus Südosten gesichert ist“. Die FTO sei nicht nur für Reisende eine wichtige Verbindung, sondern auch für hunderte Mitarbeiter. Die direkte Route werde die Attraktivität des Flughafens als Arbeitsplatz weiter erhöhen. Er mahnte aber auch den raschen Bau des Ringschlusses und der Walpertskirchener Spange an.

Ebersbergs Landrat Gottlieb Fauth („Heute ist ein Tag der Freude.“) und Ottenhofens Bürgermeister Ernst Egner erinnerten an Schwierigkeiten während der Planung und dankten allen, die Kompromisse gemacht hatten. Egner appellierte an die Speditionen, „auch wirklich die FTO zu nehmen, und nicht mehr durch die Orte zu fahren“. Dann werde sich die Lebensqualität vielerorts erhöhen.

Hans Moritz

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